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Märkte | 12.04.2018

Aus IZ15/2018, S. 2

Von Nikolaus Ziegert

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Berlin
  • Personen:
    Nikolaus Ziegert
  • Immobilienart:
    Wohnen

Die Preise steigen weiter

Wer ein Ende der Preisspirale bei Wohnungen zu erkennen meint, verkennt, dass grundlegende Treiber der Marktentwicklung weiterhin wirken, sagt Nikolaus Ziegert, Chef von Ziegert Bau- und Immobilienconsulting.

Quelle: Ziegert
Nikolaus Ziegert.

Quelle: Ziegert

Kennen Sie den Durchschnittspreis eines Autos in Deutschland? Oder wissen Sie, was Sie aktuell je PS bezahlen müssen? Unsinn, denken Sie, weil Neuwagen anders zu bewerten sind als Gebrauchte und weil Durchschnittswerte dem komplexen Thema nicht gerecht werden. Nicht so bei Wohnungen. Hier dürfen Experten regelmäßig sagen, dass Wohnungen in München oder Berlin 25% oder 30% zu teuer sind - auf Basis von durchschnittlichen Preis-, Miet-, Bevölkerungs- und Einkommensentwicklungen, aber ohne Differenzierung zwischen Segmenten und Nachfragegruppen. Dabei lassen sich in den Teilmärkten gerade jetzt sehr unterschiedliche Dynamiken beobachten.

So steigen die Preise im privaten Zweitmarkt in Berlin mit rund 12% aktuell rund doppelt so schnell wie bei den Erstverkäufen aus Neubau- und Sanierungsprojekten. Da Wiederverkäufe zudem 75% des Gesamtmarkts ausmachen, dürften wir in Berlin auch im laufenden Jahr wieder eine fast zweistellige Preissteigerung erreichen. Dafür sorgen sowohl die aktuellen Preisdifferenzen als auch die vielen Anzeigen, mit denen Makler private Eigentümer für Verkäufe zu Spitzenpreisen begeistern wollen. Hinzu kommt, dass in Zeiten stark steigender Neuvertragsmieten der Kauf einer gebrauchten Wohnung für viele Haushalte eine bezahlbare Alternative zu knapper werdenden Mietangeboten darstellt.

Doch auch die Kaufpreise für Neubauwohnungen werden zwar langsam, aber stetig wachsen. Hier findet die Abnahme überwiegend durch Besserverdiener und vermögende Ausländer beispielsweise aus Skandinavien, der Schweiz oder Südkorea statt. Daher wird sich die Preissteigerung im kleineren Neubausegment wahrscheinlich fortsetzen, solange das Wirtschaftswachstum in Deutschland anhält.

Dämpfend auf den Preisauftrieb in den großen Städten könnten sich allenfalls das Wegbleiben der jüngeren Generation und eine, gemessen am Bedarf, signifikante Steigerung der Fertigstellungszahlen auswirken. Das dürfte allenfalls regionale Teilmärkte im Mietwohnungssegment betreffen, weil beispielsweise München, Frankfurt und Berlin ihre Anziehungskraft behalten und ein die Nachfrage absorbierendes Angebot in weiter Ferne liegt. So ist denn die These von möglicherweise anstehenden Preiskorrekturen aktuell eher ein aus Sorge getragener Wunsch denn das Resultat einer umfassenden Analyse. Übrigens bleiben die Preissteigerungsraten bei Wohnungen in allen deutschen Großstädten hinter der Teuerung von Neuwagen zurück. Seit 1980 haben sich hier die Preise vervierfacht.

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