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Marketing | 01.02.2018

Aus IZ05/2018, S. 15

Von Anke Pipke

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Immobilienagentur Rehaag
  • Organisationen:
    Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU)
  • Personen:
    Stephan Kippes, Achim Rehaag
  • Immobilienart:
    Gewerbe allgemein

Bauschild beschert dem Vertrieb wertvolle Kontakte

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Anke Pipke
Triste Gegend, mieses Wetter. Da ist das Bauschild ein gern genommenes Hintergrundmotiv für die Presse, die zum Baustart geladen worden war.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Anke Pipke

Bauschilder sind Klassiker im Immobilienmarketing. Teils bringen sie dem Vertrieb sogar mehr als Online-Anzeigen. Und den Wettbewerber auf dem Nachbargrundstück kann man damit auch ein bisschen ärgern.

Hier entsteht ..." Mit großen Lettern und bunten Bildern sind Bauschilder so etwas wie Fenster in die Zukunft. Bauträger und Makler informieren über ihr Vorhaben und zeigen Welten, die noch fernab sind von dem Acker oder der grünen Wiese, auf der das Schild gerade steht. Ihr Ziel ist klar: Passanten und vorbeirollende Autofahrer sollen aufmerksam werden und am liebsten gleich mit dem Vertrieb Kontakt aufnehmen.

Das Bauschild wird für den Vertrieb nicht der einzige Marketingkanal für dieses Projekt sein. Doch er könne es sehr gut mit Print-Anzeigen oder Online-Inseraten in Immobilienbörsen aufnehmen, sagt Achim Rehaag, Geschäftsführer der Immobilienagentur Rehaag aus Bodman-Ludwigshafen. Denn ein Vertriebler müsse sich immer fragen, was ihn ein Interessent oder eine Anfrage koste, und da sei das Bauschild mindestens gleichauf mit der Online-Annonce, ja teils sogar besser. "Bei einem gut frequentierten Standort fallen die Kosten pro Interessent beim Bauschild deutlich niedriger aus als zum Beispiel für eine Anzeige bei ImmobilienScout", sagt er. Darüber hinaus müsse der Vertriebler die Qualität der eingehenden Kontakte beachten. "Ein Interessent, der über eine Online-Anzeige anfragt, ist weniger wert als ein Interessent, der das Bauschild gesehen hat", erklärt Rehaag. Der entscheidende Unterschied ist, dass derjenige, der wegen der Infos auf der Tafel anruft, schon die Lage kennt. Fußgänger haben ein Bild der Umgebung vor Augen, können die direkte Nachbarschaft einschätzen, wissen, wie weit es bis zum nächsten Supermarkt ist usw. Autofahrer können sofort abschätzen, wie weit der Weg zur Arbeit ist - alles Dinge, die man per Online-Anzeige zwar abfragen, aber zunächst nicht erleben kann. Und alles Dinge, die am Ende spielentscheidend sein können.

Besonders interessant wird ein Bauschild auch dann, wenn es vor Ort eine Konkurrenzsituation auf nahegelegenen Grundstücken gibt. "Damit lässt sich das andere Projekt gut sperren", sagt Stephan Kippes, Professor für Immobilienmarketing an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Steht das Schild des Mitbewerbers bereits, werden Interessenten durch den zusätzlichen Hinweis zum Nachbarprojekt abgelenkt und im besten Fall davon abgehalten, bei dem Konkurrenten nachzuforschen.

Im ersten Schritt muss das Schild dabei noch gar nicht viel Aussagekraft haben. Etliche Kunden von Rehaag arbeiten im Laufe der Bauschildwerbung ohnehin mit mehreren Motiven. Zunächst reiche ein "Hier baut Firma Müller demnächst für Sie 72 Wohnungen", erläutert Rehaag. Die Gestaltung des Schildes geht dann eher in Richtung Firmen- und Imagewerbung. Dann weiß der Betrachter aber gleich: "Oha, da kommt noch was. Dann rufe ich lieber mal bei der Firma Müller an, bevor ich bei dem Nachbarn gleich zuschlage." Sobald die Baugenehmigung auf dem Tisch liegt, kann die Firma Müller dann bei der Bauschildgestaltung in die Vollen gehen und mit Bildern, Daten und Angeboten um die Gunst der Interessenten kämpfen.

Eines muss dem Werber allerdings bewusst sein: "Kein Mensch kauft an der Bautafel eine Wohnung", gibt Kippes zu bedenken. Da pflichtet ihm Rehaag bei. Die Kunst beim Bauschild sei es, so viele Informationen zu übermitteln, dass das Interesse beim Betrachter geweckt wird. Aber gleichzeitig dürften es nicht so viele Informationen sein, dass der Passant für sich einen Haken findet, der ihn dazu bringt, sich nun doch nicht weiter mit dem Angebot auseinanderzusetzen. Die Zeit für Haken kommt dann, wenn dem potenziellen Kunden ein Makler oder Vertriebler beim Lösen helfen kann.

Wichtige Fragen dazu, wie ein Bauschild gestaltet werden soll, aus welchem Material es bestenfalls besteht und welche rechtlichen Aspekte beachtet werden müssen, werden in den nächsten Ausgaben der Immobilien Zeitung beantwortet.

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