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Projekte | 18.01.2018

Aus IZ03/2018, S. 24

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Luxustempel Quartier 206 unter dem Hammer

Quelle: <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">pixelio.de</a>, Urheber: Biggi
Der Verkehrswert des Quartiers 206 soll bei 70 Mio. Euro liegen.

Quelle: pixelio.de, Urheber: Biggi

Berlin. Das Datum steht fest: Am 4. Mai 2018 kommt der Luxustempel Quartier 206 unter den Hammer. Der Verkehrswert liegt dem Vernehmen nach bei 70 Mio. Euro. In einer Gegenrechnung fordert Miteigentümer Anno August Jagdfeld 665 Mio. Euro.

Wir gehen davon aus, dass der Termin der Zwangsversteigerung aufgehoben wird", sagt Jagdfeld-Sprecher Christian Plöger der Immobilien Zeitung. "Wir werden die unberechtigte Versteigerung, die die Bank versucht, nicht akzeptieren und uns mit rechtlichen Mitteln wehren." Gläubigerbank ist die Crédit Suisse, London, die dem Vernehmen nach 145 Mio. Euro in das 1995 eröffnete Büro- und Geschäftshaus in der Berliner Friedrichstraße pumpte. In dieser Größenordnung ist im Grundbuch von Berlin-Mitte auf Blatt 4176N eine Grundschuld eingetragen. Das Verfahren kam in Gang, weil das Darlehen offenkundig nicht mehr bedient wurde. Geldschwierigkeiten seien aber nicht der Grund, so Plöger. Stattdessen eröffnet Jagdfeld eine Gegenrechnung. Der Unternehmer macht dem Geldhaus und daran beteiligten Dritten zum Vorwurf, durch die Immobilie gesicherte Darlehen zu Unrecht gekündigt zu haben. Ferner habe er kein Geld für die Pflege des Hauses im Ostberliner Geschäftsviertel zur Verfügung gestellt. Zusammen mit der Klage auf Schadenersatz für ausgebliebene Wertsteigerungen und Mieteinnahmen beläuft sich der Klagewert auf 665 Mio. Euro. "Als sich das Haus noch unter dem Management der Jagdfeld-Gruppe befand, war das Gebäude in einem exzellenten Zustand und an exzellente internationale Mieter vermietet."

Edelmarken wie Gucci, Louis Vuitton, Moschino und Yves Saint Laurent zogen ein und wieder aus. Vor gut einem Jahr schloss auch Anne Maria Jagdfeld ihren 2.300 m2 großen Departmentstore in der Friedrichstraße 71. Sanierungsarbeiten am Gebäude würden den Weiterbetrieb verhindern, hieß es zur Begründung.

Das Quartier 206, nach Entwürfen des New Yorker Architektenbüros Pei, Cobb, Freed & Partners gebaut, umfasst rund 8.000 m2 Einzelhandelsfläche. Mit 16.000 m2 entfällt das Gros auf Büroflächen. Hinzu kommen noch etwa 1.000 m2, die Wohnzwecken dienen.

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