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Vermischtes | 11.01.2018

Aus IZ01-02/2018, S. 2

Von Sebastian Fischer

In diesem Artikel:
  • Personen:
    Sebastian Fischer
  • Immobilienart:
    Wohnen, Gewerbe allgemein

Ein Lob den Hinterhöfen

Primus-Vorstand Sebastian Fischer plädiert für Grundrissplanungen nach dem Vorbild der gründerzeitlichen Wohnhöfe. So können teurere und günstigere Wohnungen nahe beieinander realisiert werden.

Quelle: Primus Immobilien AG
Sebastian Fischer.

Quelle: Primus Immobilien AG

Soziale Vielfalt in Quartieren ist für viele Kommunen ein wichtiges städtebauliches Ziel. Nur ist dies bekanntlich schwer steuerbar. Dabei sind die Gegenteile der gewünschten Mischung - Gettoisierung und Gentrifizierung - keineswegs neue Phänomene: Die ungleiche Verteilung sozialer Gruppen hat eine lange Tradition.

Ein weiteres städtebauliches Ziel ist es heute, den vielerorts dringend benötigten Wohnraum zumindest teilweise durch Nachverdichtung bestehender Baustrukturen zu schaffen. Auch der Druck, neuen Wohnraum zu erzeugen, findet sich in der Historie immer wieder. So mag es wenig überraschen, dass sich auch ein möglicher kombinierter Lösungsansatz für beide Problemfelder in der Vergangenheit findet: Die Rede ist von der typischen Hofumbauung der Gründerzeit, wie sie beispielsweise in Berlin verbreitet ist. Sie galt und gilt als Symbol für soziale Durchmischung bei ursprünglich (zu) hoher Dichte.

Das Potenzial für ein soziales Miteinander liegt unter anderem in der großen Zahl an unterschiedlichen Raumangeboten. Sie resultieren aus den verschiedenen Lagequalitäten - Vorderhaus, Seitenflügel, Hinterhaus, Gartenhaus - und der Vielfalt an Grundrissen.

Die negativen Eigenschaften wie mangelnde Belichtung und Durchlüftung sind durch die heute oftmals erheblich geringere Dichte der Blöcke entschärft. Je nach Block besteht als Folge des Zweiten Weltkriegs sowie unterschiedlicher städtebaulicher Leitbilder im Gegenteil gar besagtes Potenzial zur Nachverdichtung.

Dabei gilt es, die Berliner Hofstruktur modern zu interpretieren. Beispiele und Ansätze gibt es viele: eine lockere Hoffolge mit versetzten Baukörpern statt komplett geschlossener Höfe, schlankere Gebäude im Vergleich zum historischen Vorbild, attraktive Freiflächen- und Spielflächengestaltung statt Kopfsteinpflaster, Dachgärten als zusätzliche Grünflächen etc. Von Mischnutzungen ganz abgesehen: Immer mehr Quartiere vereinen heute sowohl Wohnen als auch Gewerbe. Büro und Wohnung schließen sich nicht länger aus, sondern können sich mit unterschiedlichen Hauszugängen in ein und demselben Gebäudeensemble befinden.

Dass die Lösung zur jeweiligen Situation passen muss, versteht sich dabei von selbst. Ebenso, dass Höfe kein Allheilmittel für die Probleme der Städte darstellen. Als Lösungsansatz für mehr Wohnraum bei einem möglichen sozialen Miteinander dürfen sie dennoch gerne häufiger in Betracht gezogen werden.

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