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Unternehmen | 14.12.2017

Aus IZ50/2017, S. 2

Von Nikolas Katzung

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Zinsland
  • Immobilienart:
    Wohnen, Gewerbe allgemein

Schwarmpleite ist wichtiges Warnsignal

Das Zinsland-Crowdprojekt Luvebelle ist insolvent. Die Anleger sehen ihr Geld wahrscheinlich nicht wieder. Ein lehrreicher Vorgang, meint IZ-Redakteur Nicolas Katzung.

Quelle: Immobilien Zeitung
Nicolas Katzung.

Quelle: Immobilien Zeitung

Das war es also mit der blütenweißen Weste von schwarmfinanzierten Immobilienprojekten in Deutschland. Ziemlich genau fünf Jahre, nachdem die Plattform Kapitalfreunde mit dem ersten Schwarmprojekt den deutschen Markt beglückte, ist nun 179 Projekte später Gewissheit: Auch der vermeintlich intelligente Schwarm ist vor Fehlinvestments nicht gefeit.

Im Fall von Zinsland schwärmten 274 Kleinanleger von 7% Zinsen p.a. Eine halbe Million Euro liehen sie über die Plattform per Nachrangdarlehen einem Münchner Projektentwickler für den Bau eines Mikroapartmenthauses in Berlin. Zwölf gewerbliche Investoren butterten nochmals 750.000 Euro in das Vorhaben - mit Aussicht auf sogar 9% Zinsen p.a.

Ob die hohen Zinsen den Blick der Anleger auf die Risiken verstellt haben, ist nur eine Vermutung. Aber eine naheliegende. Es ist schon erstaunlich, in welcher Geschwindigkeit zuletzt Immobilienprojekte über die mittlerweile zahlreichen Plattformen finanziert wurden. Teilweise ging das Funding in wenigen Tagen über die Bühne. Ob die Kleinanleger sich in der kurzen Zeit wirklich einen Überblick über ihr Investment machen konnten bzw. überhaupt machen wollten? Wohnungsbau in Berlin, was soll da in diesen herrlichen Zeiten am Immobilienmarkt schon schiefgehen?

Es ist allerdings fraglich, ob sie bei einer kritischen Prüfung zur Entscheiddung gelangt wären, die Finger davon zu lassen. Anzeichen, dass das Projekt wackelig ist, gab es anfangs schließlich keine. Auch jetzt noch - nach erfolgter Insolvenz - stimmen die Parameter, behauptet Zinsland. Selbst Wettbewerber von Zinsland zeigten sich erstaunt, dass es ausgerechnet dieses Projekt getroffen hat. Umso deutlicher wird durch diesen Fall: Es kann jeden treffen. Und es zeigt: Crowdinvesting, vor allem per Nachrangdarlehen, ist ein Hochrisikogeschäft. Eine sichere Anlage bringt zurzeit keine Zinsen. Wenn dann jemand 7% oder gar 9% Zinsen verspricht, sollten bei jedem die Alarmglocken läuten.

Die natürliche Reaktion wäre, dass es die Plattformen infolge eines Vertrauensverlusts oder einer Verunsicherung seitens der Anleger nun erheblich schwerer haben werden, Investoren zu finden, es also länger dauert, bis sie ihre Projekte platzieren. Anzeichen gibt es dafür bislang jedoch keine. "Das System ist krank", sagte vor kurzem der Chef einer Immobilienbank mit Blick auf die durch die Fiskalpolitik der Europäischen Zentralbank ausgelöste verzerrte Preisbildung und Wahrnehmung von Risiken. Dieses Bonmot lässt sich auch auf die Schwarmfinanzierung von Immobilien übertragen.

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