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Märkte | 14.12.2017

Aus IZ50/2017, S. 2

Von Jörg Schnorrenberger

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Schnorrenberger
  • Personen:
    Jörg Schnorrenberger
  • Immobilienart:
    Wohnen, Infrastruktur

S-Bahnen statt Wohntürme

Hochhäuser allein können nicht dazu beitragen, die Wohnungsknappheit in Ballungsregionen zu reduzieren. Stattdessen sollten sich Städte besser mit ihrem Umland verzahnen, meint Jörg Schnorrenberger, Geschäftsführer der gleichnamigen Immobiliengruppe, Düsseldorf.

Jörg Schnorrenberger

Wohntürme sollen in Ballungsgebieten helfen, den Mangel aufzufangen. Tatsächlich sorgen sie nur bedingt für Entspannung. Fast alle Projekte entstehen im Hochpreissegment, denn in den Citylagen sind die Kosten für Grundstücke und den Bau hoch. Die meisten Landesbauordnungen verlangen ab einer Höhe von 60 Metern als Rettungsweg ein zusätzliches Treppenhaus.

Auch höhere Ausgaben für Statik und Baulogistik lassen in der Summe die Erstellungskosten für Hochhäuser etwa 15% höher ausfallen als für Mehrfamilienhäuser mit sechs Etagen. Laut einer Studie von JLL kosten Erstbezugwohnungen in Türmen im Schnitt 9.000 Euro/m2. Wohnungsbau für Haushalte mit mittleren Einkommen sieht anders aus.

Und längst nicht alle Großstädte erwärmen sich für vertikales Bauen. In Köln wurde vor über zehn Jahren in der Innenstadt der Bau von Hochhäusern beschränkt. Sie könnten die Sichtachsen zum Dom stören, der dann seinen Weltkulturerbe-Status verlöre. Bei einem Bürgerentscheid in München 2004 sprach sich eine Mehrheit für eine maximale Bauhöhe in der Innenstadt von hundert Metern aus. So verwundert es nicht, dass über 50% der Wohnturmprojekte in Berlin und Frankfurt realisiert werden.

Aus dem Dilemma kann nur eine bessere Vernetzung der Ballungsstädte mit ihren Regionen führen, besonders mit benachbarten Mittelstädten, die zwischen 25.000 und 100.000 Einwohner zählen. Sie bieten eine gute Infrastruktur an Schulen, Kitas, Nahversorgern, Ärzten etc. Einzig zum Arbeiten müssen die Bewohner ins Oberzentrum fahren.

In diesen Orten sollte Wohnbauland ausgewiesen werden, das sich in der Nähe von ÖPNV-Haltestellen befindet, oder es sollten zusätzliche Haltestellen an bereits existierenden Strecken gebaut werden. Entscheidend ist, dass die ÖPNV-Anbindung bereits beim Einzug der neuen Bewohner vorhanden ist. Sie darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, wie dies in den zurückliegenden Jahren vielfach geschah.

Gelungene Beispiele für solche Strategien gibt es ja schon: In Kaiserslautern wurde an einer bestehenden Bahnstrecke ein neuer Haltepunkt für den Stadtteil Hohenecken geschaffen. In Bonn entstand der Halt UN-Campus, der neben den Arbeitsplätzen im Büroquartier auch mehrere Wohnungsneubauvorhaben besser erschließt. Im niedersächsischen Wennigsen wird an einer bestehenden S-Bahnstrecke nach Hannover ein Neubaugebiet für 500 Menschen realisiert.

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