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Anlagen | 07.12.2017

Aus IZ49/2017, S. 2

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

Ungerechte Aktien-Welt

Immobilienaktien bieten Anlegern im Vergleich zu intransparenteren Anlageformen theoretisch viele Vorteile. Leider hält sich die Wirklichkeit nicht an Theorien, bedauert IZ-Redakteurin Monika Leykam.

Quelle: Immobiilien Zeitung
Monika Leykam.

Quelle: Immobiilien Zeitung

Arme, reiche Immobilien-AGs. Die Portfoliobewertungen steigen, die Kurse steigen hinterher. Die Anleihezeichner fragen, ob es nicht noch ein bisschen mehr sein darf, und akzeptieren Niedrigstzinsen dafür, dass sie - unbesichert - Unternehmen finanzieren dürfen, die sie voriges Jahr vermutlich noch gar nicht kannten.

Immobilien-AGs haben große Vorzüge. Sie werden, was Professionalität des Managements und Glaubwürdigkeit des Geschäftskonzepts angeht, von vielen aufmerksamen Kapitalmarktteilnehmern kontrolliert: Die belohnen gute Führung. Sie müssen Rechenschaft ablegen über das, was sie tun: Das verhindert Willkür. Von dem Informationsgrad, den selbst eine aus Überzeugung intransparente AG wie Aroundtown bietet, können Anleger bei Pensionskassen nur träumen. Jenen Pensionskassen, die dank regelmäßiger Beitragszahlungen mit Kapital gestopft werden wie die Weihnachtsgänse und dieses Geld jetzt zu Minirenditen am Immobilienmarkt versenken. So verdrängen sie andere Investoren, die höhere Risikoprämien für angemessen halten, vielleicht weil sie mehr vom Immobiliengeschäft verstehen als der angestellte Einkäufer einer Kapitalsammelstelle. Aber das interessiert zurzeit keinen - Hauptsache, die Immobilie ist gekauft. Ihre hohe Transparenz nutzt den Immobilien-AGs im Kampf um den Zuschlag bei Bieterverfahren übrigens nichts. Unfair!

Es gibt noch mehr, was theoretisch nicht sein sollte, aber trotzdem so ist. Diejenigen, die die Immobilienaktie als Heilsbringer der Professionalisierung der deutschen Immobilienprovinz beschworen haben, sollten besser zur Kenntnis nehmen, dass die Kurse jener Firmen, die die Fantasie der Spekulanten anheizen, durch die Decke gehen, während der einstige Hoffnungsträger G-Reit solide und verantwortungsvoll auf der Stelle tritt. Leider weigern sich viele immer noch, zuzugeben, dass sich deutsche Immo-AGs nicht dank der Einführung des Reit-Modells am internationalen Kapitalmarkt durchgesetzt haben, sondern dank der Euro-Rettungspolitik. Die machte Wohnimmobilienaktien attraktiv und ermöglicht den Firmen die billigstmögliche Refinanzierung über den ebenfalls längst heißgelaufenen Anleihemarkt. So steigert man Einnahmen, obwohl die Renditen sinken.

Und das, was Deutschland mit seinem G-Reit besonders gut machen wollte - der Zwang per Gesetz, solide zu wirtschaften und nicht zu spekulieren -, bringt ihm im heißgelaufenen Markt keinen einzigen Bonuspunkt. Die Welt kann so verdammt ungerecht sein.

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