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Märkte | 30.11.2017

Aus IZ48/2017, S. 2

Von Christian Bruch

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW)
  • Personen:
    Christian Bruch

Mehr Heimat schaffen

Die Außenwirkung der Immobilienbranche fördert das Klischee vom eiskalten Renditehai, meint Christian Bruch, Bundesgeschäftsführer des BFW Bundesverbands. Dabei wirken ihre Vertreter bei einem hochemotionalen Thema mit: dem Prinzip Heimat.

Quelle: BFW Bundesverband, Urheber: BFW
Christian Bruch.

Quelle: BFW Bundesverband, Urheber: BFW

Die Immobilienbranche scheint sich immer weiter von der Mitte der Gesellschaft zu entfernen. Zumindest wirkt es so anhand der Schlagworte, mit denen sie sich nach außen präsentiert: Da ist von Corporate Real Estate, Diversity, Human Resources und Benchmarking die Rede. All diese Begriffe zeugen von einer sehr einseitigen, fast schon industriellen Sichtweise. Es scheint, als ob das Objekt und sein Umfeld nur Teil einer Renditeformel wären.

Meiner Überzeugung nach reicht das aber nicht. Mit der Technologisierung und der Ökonomisierung entfernt sich die Immobilienwirtschaft immer weiter von den Menschen und ihren Bedürfnissen und bedient so ungewollt das Klischee vom Renditehai. Es bräuchte einen neuen, einen einenden Ansatz.

Überraschenderweise liefert diesen gerade die Politik. Die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat das Thema Wohnen in einem Heimatministerium gebündelt und folgt damit dem Vorreiter Bayern; Fraktionschefs aus Bund und Ländern empfehlen Kanzlerin Merkel ein Pendant auf Bundesebene.

Heimat ist nicht nur Herkunft oder Postleitzahl, nicht Stadt oder Land: Heimat ist vielmehr eine Sehnsucht nach Geborgenheit und Orientierung, ein Gefühl der regionalen Verbundenheit. Heimat steht für eine besondere Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umgebung - eine Beziehung, die langfristig und nachhaltig wirkt. Sie verhindert, dass Landstriche veröden und gleichzeitig andere Gebiete aus allen Nähten platzen. Eine aus der Mitte der Gesellschaft agierende Immobilienwirtschaft ist sich der Verantwortung für diese positive Bindung bewusst. Sie sagt voller Überzeugung: "Wir schaffen nicht nur Gebäude, Rendite und Arbeitsplätze - wir schaffen Heimat und Zukunft."

Damit dies gelingt, dürfen zum Beispiel die regionalen Unterschiede des deutschen Immobilienmarkts nicht als Hemmnis für Investitionen, sondern als Chance für zielgenaue Produkte angesehen werden. Durchmischung von Nutzern und Nutzungsarten muss gelebt und darf nicht nur als politische Auflage verstanden werden. Auch die Digitalisierung müssen wir vom Kunden her denken. Ob die Nutzer eine besondere Beziehung zum Gebäude, dem Quartier, der Stadt aufbauen können, muss wieder stärker ins Gewicht fallen. Wenn Politik und Immobilienwirtschaft sich gemeinsam stärker am Menschen orientieren, statt sich in Grabenkämpfen zu verlieren, kommen wir in der neuen Legislaturperiode einen wichtigen Schritt weiter.

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