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Märkte | 09.11.2017

Aus IZ45/2017, S. 2

Von Frank Wojtalewicz

In diesem Artikel:

Für Nachverdichtung muss man kämpfen

Frank Wojtalewicz, geschäftsführender Gesellschafter der d.i.i. Deutsche Invest Immobilien, fordert Investoren auf, sich für Nachverdichtung einzusetzen. Auch wenn man dafür mit vielen Menschen lange reden muss.

Frank Wojtalewicz.

Dass Nachverdichtung in Großstädten ein notwendiges Element bei der Bekämpfung der Wohnungsnot darstellt, ist ein alter Hut. Und trotzdem ist die Zahl der Genehmigungen für neue Wohnungen durch Um- und Ausbaumaßnahmen im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr gesunken - um 22%. Wie kann das sein und wie lässt es sich ändern?

Das Hauptproblem ist immer noch das Genehmigungsverfahren. Das dauert sehr lange, weil innerhalb der Stadtverwaltungen zahlreiche Behörden und Entscheidungsträger Mitspracherechte haben. Ein Neubaugebiet auszuweisen, ist für die Stadt vergleichsweise einfacher, als eine Dachaufstockung oder die Bebauung eines Innenhofs zu genehmigen.

Für den Investor bedeutet das, viel und zielgerichtet zu kommunizieren. Einerseits mit der Spitze der Stadtverwaltung, denn oft kann es nur gemeinsam mit dem Bürgermeister gelingen, das Projekt durch die Institutionen zu bringen. Dabei muss er sich auf die politischen Gegebenheiten einstellen: Ein CDU-Bürgermeister hat andere Wünsche und Sorgen als einer von den Grünen. Andererseits sind die Mieter keinesfalls sekundär zu behandeln. Gerade Mieter beziehungsweise Anwohner sind häufig skeptisch beim Thema Nachverdichtung. Anwohner befürchten, dass ihre Wohnungen weniger Licht bekommen, dass sie weniger Freiflächen haben, dass sie der Baulärm stört. Das schlägt dann auch auf die Politik durch, was das Genehmigungsverfahren erschwert.

Deshalb muss der Investor alle ins Boot holen. Und das kann gelingen. Denn von einer Dachaufstockung oder einer Innenhofbebauung hat ja nicht nur der Investor etwas. Die Menschen möchten in der Stadt leben und nicht auf dem Land. In der Stadt sind die freien Bauflächen aber knapp - Nachverdichtung bietet sich an. Die Infrastruktur und die sozialen Strukturen sind bereits vorhanden. Durch Nachverdichtung entsteht Wohnraum an genau der Stelle, an der er am dringendsten gebraucht wird. Nimmt der Druck auf dem Wohnungsmarkt dadurch etwas ab, hat das langfristig auch Vorteile für die Anwohner: Nachverdichtung hilft, die Preisentwicklung zu stabilisieren.

Wenn der Investor das kommuniziert und zusätzlich Kompromissbereitschaft zeigt, hat das Überzeugungskraft. Wird zum Beispiel ein Innenhof bebaut, ließe sich die übriggebliebene freie Fläche etwa neu gestalten, sei es durch Pflanzen, Sitzgelegenheiten oder einfach eine Beleuchtung. Das sind kleine Dinge, die aber viel bewirken können.

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