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Projekte | 02.11.2017

Aus IZ44/2017, S. 23

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

Ein Herz für Gateway Gardens

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Das Projekt Lindbergh ist eine der aktuell laufenden Büroentwicklungen in Gateway Gardens.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Frankfurt. Tausende Arbeitnehmer sind bereits da, das Dienstleistungszentrum soll 2019 seine Arbeit aufnehmen: Langsam wird das Gewerbequartier Gateway Gardens am Flughafen ein echter, lebendiger Stadtteil. Was weitere Entwicklungen betrifft, läuft nun die Vermarktung der letzten Grundstückszeile im Norden des Gebiets an.

Der neue Frankfurter Gewerbestadtteil Gateway Gardens füllt sich. "Rund 44% der Flächen sind vermarktet und die meisten Gebäude stehen bereits oder sind in der Entwicklung. Bei weiteren Flächen sind wir in weit fortgeschrittenen Verhandlungen, und bei der Vermarktung wollen wir noch 2017 die 50%-Marke erreichen", sagt Kerstin Hennig, Geschäftsführerin der Grundstücksgesellschaft Gateway Gardens, deren Gesellschafter die Projektentwickler Groß & Partner und OFB sowie der Flughafenbetreiber Fraport sind. Rechnet man die reservierten Grundstücke mit ein, ist bereits jetzt ein Großteil der 35 ha Fläche der einstigen US-Militärsiedlung vergeben. Aktuell laufen die Verhandlungen für die Baufelder im Norden an, die erst 2020 wirklich nutzbar werden, wenn die unterirdische S-Bahn-Trasse überfahren werden kann, die derzeit im Bau ist. 2025 könnten auf sämtlichen Baufeldern zumindest die Arbeiten laufen.

In den vergangenen Monaten haben sich zudem mehrere Planungen konkretisiert. So wurde noch 2016 eine Fläche an der Ecke Katherine-Stinson-Weg und Rita-Maiburg-Straße an ein Investorenkonsortium verkauft. Es will dort bis Mitte 2019 das Gateway Gardens Plaza errichten, das ein Nahversorgungszentrum für die Unternehmensmitarbeiter und Hotelgäste werden soll, die das Gebiet bevölkern. Neben einem Rewe-Markt sind dort ein zweisprachiger Kindergarten, ein Boardinghaus, ein Fitnessstudio und ein Modehaus vorgesehen.

Für Hennig ist die Konkretisierung des Plaza ein wichtiger Schritt bei der Weiterentwicklung des Stadtteils. "Das wird das schlagende urbane Herz des Quartiers", sagt sie voraus. "Die Nahversorgung des Quartiers wird hier zentriert." Das Plaza sorge dafür, dass Gateway Gardens ein lebendiger Stadtteil werde und nicht nur ein Gewerbegebiet mit ein paar Hotels. Weitere Beiträge zu diesem Konzept sind der gute WLAN-Empfang und der Erhalt des alten Baumbestands im zentralen Park, der weitgehende Verzicht auf Zäune zwischen den Grundstücken und die Auflage, dass die Erdgeschosse vieler Häuser öffentlich zugängliche Flächen für Gastronomie enthalten müssen.

Zwischen dem Gateway Gardens Plaza und dem Europa-Center, dessen Entwicklung im Februar 2017 verkündet wurde, wollen Groß & Partner und OFB selbst tätig werden und ein Bürohaus errichten. Ein Mietinteressent dafür sei gefunden, die Suche nach weiteren Nutzern aber noch im Gange. Auf der anderen Seite des Europa-Centers hat Fraport seine als Areal 16 bekannten Pläne kürzlich noch einmal überarbeitet. Mit 29.000 m2 oberirdische BGF wird die dort vorgesehene Büro- und Hotelimmobilie noch einmal rund 4.000 m2 größer als bislang bekannt. Offenbar hat Fraport inzwischen auch einen noch ungenannten Projektentwickler als Partner für das 7.225 m2 große Grundstück an der Ecke von Georg-Baumgarten-Straße und Rita-Maiburg-Straße gefunden.

Als Reservierungen ist in den vergangenen Monaten am Ostrand an der Jean-Gardner-Batten-Straße eine Fläche dazugekommen, auf dem ebenfalls Groß & Partner und OFB zusammen ein Bürohaus entwickeln. Direkt nebenan hat ein anderer Entwickler eine der letzten Flächen reserviert, die noch für Hotels zu haben sind. Schließlich ist eine Quote von maximal 20% Hotelflächen für das Gebiet festgelegt und bereits annähernd ausgeschöpft. Auf dem reservierten Baufeld soll ein hochwertiges Konferenzhotel entstehen. Die beiden Baufelder gehören zu den Flächen, auf denen Hochhäuser errichtet werden dürfen. Zusammen sind dort bis zu 44.000 m2 BGF planungsrechtlich zulässig. Bei einem in Richtung Frankfurter Kreuz gelegenen Baufeld steht die Entwicklungsgesellschaft für einen der Entwürfe aus einem Architekturwettbewerb in konkreten Verhandlungen.

Für ein langgestrecktes Grundstück neben dem geplanten Kongresshotel gibt es konkrete Verhandlungen über ein "Parkhaus der Zukunft", wie Hennig es nennt. Dort sollen sich die Veränderungen bei Antriebstechnik und elektronischer Steuerung von Fahrzeugen auch in der Parkhaustechnik niederschlagen.

Für ein weiteres Bürogebäude, das direkt an der zukünftigen S-Bahn-Station liegt und auf dem Quartiersplan durch einen markanten Architekturvorschlag mit vier "Fingern" auffällt, haben ebenfalls Groß & Partner und die OFB gemeinsam mit der Entwicklung begonnen. Sie können dort bis zu 27.000 m2 BGF bauen.

Bei einem der letzten freien Baufelder an der Amelia-Mary-Earhart-Straße steht die Grundstücksgesellschaft kurz vor dem Vertragsabschluss für den Airport Medical Campus, ein Ärztehaus mit bis zu 6.000 m2 BGF, das auch ein bis zwei Kliniketagen enthalten soll. Das angrenzende Baufeld an der Ecke zur Bessie-Coleman-Straße ist seit kurzem an einen Investor aus Hamburg verkauft, der ein Bürogebäude errichten will. Knapp 11.000 m2 BGF sind dort möglich.

Im Nordteil des Quartiers, hinter der zukünftigen S-Bahn-Linie, steht die Grundstücksgesellschaft noch vor der Reservierungsphase. Im Westteil gibt es aber Interessenten für zwei Bürogebäude. Ganz im Nordwesten, eingebettet in einen dichten Baumbestand, könnte auf einem der kleinsten noch vorhandenen Grundstücke mit knapp 1.200 m2 ein zweiter Kindergarten entstehen. Hennig könnte sich auf einigen der weiteren Baufelder im Norden gut Serviced Apartments für zeitweise abgeordnete Mitarbeiter von Unternehmen oder Wochenendpendler vorstellen. Der umgebende Baumbestand lässt dies attraktiv erscheinen. "Zwischen Wald und Welt: Abends auf dem Liegestuhl hinterm Haus nochmal den Laptop aufklappen und den Flughafen fast in Spaziergangentfernung", lautet das Szenario, das sich die Geschäftsführerin ausmalt.

Frei und im Prinzip sofort bebaubar sind zwei Grundstücke mit jeweils gut 2.800 m2 Fläche im Südosten des Quartiers. "Dort kann man sich sehr gut Unternehmen mit Bezug zum Flughafen vorstellen, denn sie haben durch die noch von den Amerikanern angelegte Zufahrt unter der A 3 hindurch direkten Zugang zum Betriebsgelände der Fraport", sagt Hennig. Knapp 1 ha nördlich davon steht ebenfalls zur Verfügung, wird derzeit aber noch als Parkplatz und Arbeitsfläche für die Bauarbeiter benötigt.

Eine WG für Partner aus der Beratungsbranche

Einmal einfliegen und an einem Standort alles finden, was man für den Markteintritt in Deutschland braucht: Das ist die Idee, die Roland Schiff-Martini in Gateway Gardens verwirklichen will. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsprüfer- und Steuerberatergesellschaft Schiff-Martini & Cie. (SMC) hat dieses Prinzip eines sogenannten Inbound-Hauses von seinen zahlreichen Geschäftsreisen mitgebracht. Seit 20 Jahren konzentriert sich sein Unternehmen darauf, ausländischen Unternehmen den Weg zu einem Engagement hierzulande zu ebnen. "Wir wollen um uns herum Partner sammeln, die unser Angebot für unsere Mandanten sinnvoll ergänzen", erklärt der Geschäftsführer den Plan. Er denkt an Personaldienstleister, Rechtsanwälte, Notare, Versicherungen, M&A-Berater und Relocation-Dienstleister, die für ausländische Führungskräfte von der Wohnung bis zum Kita-Platz für den Nachwuchs alles regeln. Auch kleinteiliger Raum für Start-ups, die bald in größere Einheiten weiterziehen, soll vorhanden sein.

Ein solches Konzept braucht einen Ort für seine Verwirklichung, und der hat inzwischen eine Form auf Beton und Baustahl angenommen: An der Amelia-Mary-Earhart-Straße 8 wächst seit Ende 2016 ein Bürogebäude mit sieben oberirdischen und zwei unterirdischen Geschossen in die Höhe. 5.200 m2 Mietfläche soll das Objekt bieten, ein großzügiges, auch von außen zugängliches Café und rund 80 Autostellplätze. Eine Zertifizierung nach LEED Gold wird angestrebt. Im Sommer 2018 soll das Objekt fertig sein.

Bauherr ist ein Joint Venture aus Groß & Partner und OFB, das auch das gesamte Quartier Gateway Gardens auf dem Gelände einer ehemaligen US-Militärsiedlung entwickelt. Schiff-Martini hat als Hauptmieter rund 65% der Gebäudefläche für zehn Jahre gemietet.

Darüber hinaus ist das Unternehmen der Ideengeber für das gesamte Konzept des Inbound-Hauses, das den Namen Lindbergh erhält. "Die Anregung zu diesem Konzept kam uns bei Mandantenbesuchen in den USA", berichtet Geschäftsführer Schiff-Martini. Und auch insgesamt ist seines Wissens nach ein dermaßen enges Zusammenwirken von Partnerunternehmen in einem Gebäude ein Alleinstellungsmerkmal. Erste feste Zusagen von weiteren Mietern für das Lindbergh lägen vor.

SMC nutzt seit 2012 Räume im angrenzenden Condor-Gebäude als Mieter. Inzwischen ist das Unternehmen auf rund 70 Mitarbeiter und 2.000 m2 Mietfläche gewachsen. Damals war das Beratungsunternehmen einer der ersten Nutzer von Gateway Gardens. "Der Standort Gateway Gardens steht für kurze und schnelle Wege. Er ist deshalb ideal für unsere internationalen Mandanten und entscheidend für unser Wachstum", sagt Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Kirstin Neeser. Für internationale Kunden, die mit dem Flugzeug anreisen, ist es viel einfacher, in das nahe gelegene Gewerbegebiet zu kommen. Diese Stärke werde noch deutlicher, wenn Ende 2019 der S-Bahnhof Gateway Gardens in Betrieb geht.

Transaktion: Frankfurt am Main, De-Saint-Exupéry-Straße 8
  • Transaktionsdatum:
    2012
  • Immobilienart:
    Büro
  • Transaktionsart:
    Miete
  • Volumen:
    2.000,00 qm Nutzfl.
  • Mieter:
    Schiff-Martini & Cie.
  • Projekt:
    Condor Haus Frankfurt am Main

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