Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 02.11.2017

Aus IZ44/2017, S. 2

Von Susanne Trösser

In diesem Artikel:

Stehende Autos unter die Erde!

Wenn Stellplatzverordnungen wegfallen, führt das zu wild zugeparkten Straßen. Kreativere Parkkonzepte müssen her, meint Bauträgerin und Maklerin Susanne Trösser, Geschäftsführerin des Rheinischen Immobilienservice.

Quelle: RIS Rheinischer Immobilienservice GmbH
Susanne Trösser.

Quelle: RIS Rheinischer Immobilienservice GmbH

Viele Städte kurbeln den Wohnungsbau an, indem sie bei innerstädtischen Projekten die Zahl der zu errichtenden Stellplätze reduzieren oder Vorgaben teils ganz erlassen. In Einzelfällen wie bei Seniorenheimen und zentralen Studentenapartments ist dies sinnvoll. Doch die öffentliche Fläche, die dann vermehrt wild zugeparkt wird, ist zu wichtig, um sie dem ruhenden Verkehr zu überlassen.

Es ist nachvollziehbar, bei innerstädtischen Nachverdichtungen und Projekten, bei denen weniger als durchschnittlich 1,5 Stellplätze pro Wohneinheit benötigt werden, den Stellplatzschlüssel zu reduzieren. So sinken die Kosten für den Bauherrn. Die Erstellung eines Pkw-Tiefgaragenstellplatzes kostet immerhin etwa 30.000 Euro. Je nach Standort und Grundstückspreis kann er darüber oder darunter liegen.

Doch die Kommunen sollten es dabei nicht zu weit treiben. Fehlende Stellplätze fördern das wilde Parken im Umfeld. Daher sollten Autos vorrangig in Parkhäusern und Garagen untergebracht werden. Der öffentliche Raum ist zu wichtig und wertvoll, um ihn parkenden Pkw zu überlassen. Zur Verdeutlichung: Im Schnitt steht ein Auto jeden Tag 23 von 24 Stunden. Wachsende Kommunen brauchen ihre Innenstädte für alternative Mobilitätskonzepte wie Radwege, Busspuren und Straßenbahnen. Auch die wachsende Zahl der Lieferwagen benötigt Platz. Neben Paketen und Essen werden Lebensmittel und Getränke geliefert, dafür ist selten Parkraum vorgesehen. In wenigen Jahren werden vermutlich Gehwege verbreitert für mobilitätseingeschränkte Menschen, die auf Rollatoren und Rollstühle angewiesen sind. Auch die Gastronomie kann nicht auf Freiflächen verzichten. Es gibt also viele Gründe, die Flächen zwischen den Häuserzeilen nicht mit Parkbuchten zu belegen.

Damit Stellplatzkosten darstellbar bleiben, sollten vermehrt Quartiersgaragen entstehen, bei denen sich mehrere Entwickler - etwa von Hotel, Handel und Wohnungen - eine gemeinsame Tiefgarage bauen. Längst sind in vielen Innenstädten nicht alle öffentlichen Parkhäuser durchgehend belegt. Bauherren könnten hier Kontingente für ihre Neubauwohnungen kaufen und deren Auslastung erhöhen. Im Schnitt sind die Deutschen bereit, 300 m zu ihrem Pkw-Stellplatz zu gehen. In Städten wie Utrecht, Amsterdam und Kopenhagen funktioniert die Verlagerung von Parkraum unter die Erde oder in Parkhäuser. Auch dort war der Aufschrei zunächst groß und wich Akzeptanz. Die Vorzüge erleben Autofahrer spätestens, wenn sie zu Fuß unterwegs sind.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!