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Unternehmen | 12.10.2017

Aus IZ41/2017, S. 2

Von Nikolas Katzung

In diesem Artikel:

Nur Verlierer im HRE-Strafprozess

Die vorzeitige Einstellung des Strafverfahrens gegen den früheren Hypo-Real-Estate-Chef Georg Funke lässt alle Beteiligten als Verlierer dastehen, meint IZ-Redakteur Nicolas Katzung.

Quelle: Immobilien Zeitung
Nicolas Katzung.

Quelle: Immobilien Zeitung

Ohne viel Tamtam, mit einer schlichten Pressemitteilung endet der Strafprozess gegen Georg Funke. Für 18.000 Euro kauft sich der Mann frei, der in den Medien zum Gesicht der Finanzkrise von 2008 hochstilisiert wurde. Ob zu Recht oder zu Unrecht, bleibt wohl für immer ungeklärt. Eine juristische Schuld am Zusammenbruch der HRE konnte ihm jedenfalls in 18 Verhandlungstagen nicht nachgewiesen werden.

Für die deutsche Justiz ist das eine Bankrotterklärung. Seit 2008 wurde gegen Funke und andere HRE-Vorstände ermittelt. Bis zu einer Anklage vergingen unglaubliche sechs Jahre - und dann nochmals mehr als zwei Jahre, bis das Verfahren zur Hauptverhandlung zugelassen wurde. Dabei ging es nur noch um den Vorwurf der Bilanzfälschung. Der Vorwurf der Untreue hatte sich bereits in Luft aufgelöst.

Dass jetzt das Verfahren vorzeitig eingestellt wird, kommt alles andere als überraschend. Schon vor Verhandlungsbeginn stand das Gericht unter erheblichem Zeitdruck. Schließlich drohte die Anklage ab dem Frühjahr 2018 zu verjähren. Parallel zum Prozess sollte ein Gutachten erstellt werden, das als Grundlage für die Urteilsfindung dienen sollte. Zum Vergleich: Ein bereits vorliegendes, von der HRE beauftragtes Gutachten zu ähnlichen Fragestellungen, benötigte mehrere Jahre bis zur Fertigstellung.

Der Zeitdruck war dem Gericht jedenfalls nicht anzumerken. In den zähen Verhandlungen verstrickten sich die Richterinnen allzu oft in unbedeutenden Details, ließen Zeugen wieder nach Hause fahren, weil sie fälschlicherweise glaubten, es liege keine Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht vor. Manchmal ließen die Zeugen die Richterinnen aber auch im Stich, indem sie nicht vor Gericht erschienen oder sich nicht an die Abläufe von damals erinnern konnten - wer mag ihnen das nach fast zehn Jahren auch übel nehmen? Die Öffentlichkeit darf sich zu Recht verschaukelt fühlen. Was am Ende dieser juristischen Peinlichkeit für den Steuerzahler bleibt, sind Kosten, kein Ertrag, nicht mal Gewissheit, sondern viele Fragezeichen.

Auch Georg Funke fühlt sich nicht als Gewinner. Sein mieses Image ist er durch die Einstellung des Verfahrens nicht losgeworden. Im Gegenteil: In der Öffentlichkeit bleibt er der Sündenbock, der eine Bank an die Wand gefahren hat, die der Staat mit vielen Milliarden retten musste, und gleichzeitig auf Gehaltsnachzahlungen in Millionenhöhe pocht. Immerhin kommt Funke ohne Vorstrafe davon. Aber was ist das schon für jemanden wert, der davon überzeugt ist, unschuldig zu sein?

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