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Märkte | 06.10.2017

Aus IZMessezeitung 03 Freitag/2017, S. 1

Von Christine Rose

In diesem Artikel:

"München wird schrumpfen"

empirica-Chef Harald Simons hält an seiner These fest, dass die Preise in München stark sinken werden.

"Im Wohnungsmarkt decken die Renditen das Risiko nicht mehr ab", ist Harald Simons, Chef des Forschungsinstituts empirica, überzeugt. Ein Risiko ist für ihn die Bevölkerungsentwicklung.

Wann es so weit sein könnte, dass München zusammenschnurrt, mag Simons nicht vorhersagen. "Die Binnenwanderung ist schon negativ, die Stadt wächst aufgrund der Flüchtlingswellen", sagt er. Und da sei ein negativer Saldo denkbar. Vielleicht eine vorsichtige Prognose? Der Mann bleibt hart. "Ich müsste dann eine Prognose über Push-Bewegungen im Ausland abgeben", erklärt er, und ob so etwas wie ein Bürgerkrieg in der Türkei ausbricht, wagt er nicht zu sagen.

Simons hatte im vom Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) herausgegebenen Frühjahrsgutachten 2017 die These vertreten, dass in München und auch in Berlin die Wohnungspreise in den kommenden fünf Jahren real um 25% fallen könnten. Das bestätigt er jetzt in einer Diskussion um Risiko-Rendite-Fragen. "In Berlin werden die Preise nicht mehr von privaten Kapitalanlegern und Selbstnutzern gemacht, sondern stark von ausländischen Anlegern, die so schnell weg sind, wie sie kamen", warnt er. Claus Thomas, Geschäftsführer bei LaSalle Investment Management, sieht es nicht so dramatisch kommen. "Gehen die großen Käufer, wird eher ein paar Jahre lang nichts verkauft, als dass die Preise um 25% runtergehen." Eine Preiskorrektur erfolgt seiner Ansicht nach über eine längere Zeit.

"Das dachte ich bisher auch", winkt Simons ab. "Aber mit jedem Quartal, in dem auf die Preise wieder ein paar Prozent draufkamen, glaube ich weniger daran."

Ja, einen Preisrückgang werde es geben, ist auch Deutsche-Hypo-Chef Andreas Pohl überzeugt. Doch das werden Unternehmen wohl einpreisen. Wer heute eine Immobilie zum 30fachen in guten Lagen kaufe und sich dereinst von ihr zum 25fachen trenne, sei in der Zehnjahresbetrachtung immer noch über den 0,4% einer Bundesanleihe.

Dass es bei Nettoanfangsrenditen von 2% und weniger in Berlin und München noch viel weiter runtergeht, glaubt Simons nicht. Er prognostiziert, dass es in die andere Richtung geht. "Die Euphorie stirbt langsam, das ist deutlich zu merken. Es wird wieder etwas höhere Risikoaufschläge geben."

Eine "Politik der Ruhe" wünscht er sich von der neuen Bundesregierung. "Wir sind am Ende eines Zyklus. Wenn die Politik jetzt Förderungen auffährt, verlängern wir den Zyklus und haben am Ende einen stärkeren Abschwung und mehr gebauten Schrott."

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