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Märkte | 14.09.2017

Aus IZ37/2017, S. 2

Von Nikolaus Ziegert

In diesem Artikel:

Vielfalt statt Standard-Kleinwohnung

Bauträger bauen kleinteilig, weil sie glauben, so die Nachfrage zu bedienen. Damit verbauen sie sich aber alle Flexibilität gegenüber den Kunden, meint Nikolaus Ziegert, Chef der Ziegert Immobilienconsulting.

Bild: Ziegert
Nikolaus Ziegert.

Bild: Ziegert

Mikroapartments liegen im Trend. Kompakte Wohnungen erscheinen auf den ersten Blick als adäquate Antwort auf die Herausforderung steigender Grundstückskosten. Die Nachfrage scheint ebenfalls gegeben, auch weil die Zahl der Singlehaushalte in den Großstädten steigt.

Doch wissen wir wirklich, ob tausende Menschen noch in 20 Jahren auf jeweils 25 m2 wohnen wollen? Ich glaube nicht und meine: Es ist angesichts der zunehmenden Individualisierung der Lebensstile überhaupt schwieriger geworden, allein über Haushaltsgröße, Alter und Einkommen auf die Wohnbedürfnisse und Ausstattungswünsche von Bevölkerungsschichten zu schließen und es wird immer wichtiger, über den unmittelbaren und längerfristigen Kundenkontakt, die tatsächlichen Bedarfe zu ermitteln.

Die zunehmende Zahl unterschiedlicher Lebensentwürfe bewirkt, dass Singlehaushalte in mehreren hundert Quadratmeter großen Loft- und Gründerzeitwohnungen genauso anzutreffen sind wie in modernen Mikroapartments. Umgekehrt leben auch Vierpersonenhaushalte heute in drei Zimmern, weil einige Mitglieder nur zeitweise zu Hause sind oder weil es zusätzlich zur Wohnung noch ein großzügiges Haus auf dem Land gibt.

Vor allem beim Verkauf von Eigentumswohnungen an Selbstnutzer haben wir die Erfahrung gemacht, dass man einen Interessenten gar nicht oft und gründlich genug nach seinen Wünschen und ihrer Lebenssituation befragen kann. Unsere Berater führen deshalb mit jedem neuen Interessenten zunächst ein Gründungsgespräch, bei dem die zuerst ins Auge gefasste Wohnung nur eine untergeordnete Rolle spielt. Dabei treten nicht nur bis dato unterdrückte Bedarfe zu Tage. Es eröffnen sich auch neue Beratungsansätze in Bezug auf Lage, Grundrisse, Ausstattungen und Finanzierbarkeit. Oft geht dabei mehr, als sich die Interessenten selbst zutrauen. Oder es gibt günstigere Alternativen.

Weil die Kunden durch eine wirklich individuelle Beratung das Gefühl bekommen, ein optimales Produkt zu erwerben, lassen sich so Preise erzielen, die mit vielen Standardangeboten kaum zu realisieren sind. Umgekehrt erhöht sich mit jeder Verringerung der Angebotsvielfalt die Gefahr, dass eine Wohnung als Kompromiss wahrgenommen und nur mit einem entsprechenden Discount akzeptiert wird. So kann es sich letztlich auch für die Anbieter lohnen, mehr Vielfalt zu bauen, als immer nur auf den einen vermeintlich durchschlagenden Trend zu schauen.

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