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Märkte | 14.09.2017

Aus IZ37/2017, S. 2

Von Achim Erner

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Ideal Assets
  • Personen:
    Achim Erner
  • Immobilienart:
    Wohnen

Wildwuchs auf dem Land

Kleinere Kommunen lassen den Grundstückskäufer mehr oder minder bauen, wie er will. Doch fehlende Gestaltungsrichtlinien können der Vermarktung der Grundstücke und deren Wertentwicklung schaden, meint Achim Erner, Geschäftsführer des Kölner Bauträgers und Entwicklers Ideal Wohnen.

Quelle: Ideal Wohnen
Achim Erner.

Quelle: Ideal Wohnen

Viele Gemeinden verzichten in ihren Baugebieten auf Spielregeln, was eine übergeordnete, zusammenhängende architektonische Gestaltung betrifft. Entweder sie haben solche Richtlinien nicht auf dem Schirm, weil sie seit Jahrzehnten so vorgehen. Oder sie haben Angst, potenzielle Grundstückskäufer zu vergraulen, wenn sie diesen zusätzliche Vorschriften machen. Dabei ist die Nachfrage nach Grundstücken auch in Kleinstädten, die im Pendlerbereich von Ballungsregionen liegen, so groß wie seit Jahrzehnten nicht.

Strukturierte Neubauquartiere, die verschiedene Wohnformen einbeziehen und dafür planerische Vorgaben machen, sind in Großstädten seit Jahren erfolgreich. Auch in Klein- und Mittelstädten wären sie aus mehreren Gründen sinnvoll.

So sind gegliederte Neubaugebiete für Käufer attraktiver, weil von Anfang an weitergedacht wird, etwa an Einkaufsmöglichkeiten, Kitas, Spielplätze und Grünflächen. Gestaltete Gebiete erzielen daher mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch. Hat ein übergeordneter Entwickler den Hut auf, ist zudem die Baulogistik besser koordinierbar. Ein 7 ha großes Quartier kann so in etwa drei Jahren bebaut werden. Auch das ist ein Vermarktungsvorteil, schließlich will kein Mensch gerne in einem Gebiet leben, das noch viele weitere Jahre Baustellencharakter hat. Vielleicht bilden sich bei einer besseren Koordination auch Bauherren-Netzwerke heraus: Blockheizkraftwerke etwa können gemeinsam günstiger gebaut und betrieben werden.

Für den Vertrieb ist es ebenfalls einfacher, wenn alternative Grundstücke, Häuser und Wohnungen angeboten werden können, die in einem strukturierten Gebiet eher vergleichbar sind. Vermutlich sind solche Objekte langfristig wertstabiler, sofern sich ein übergeordneter Betreuer auf Dauer um die Wahrung der Gestaltungsrichtlinien kümmert.

Gestaltungshandbücher, die mit den Kommunen abgestimmt sein sollten, dienen als "Leitplanke" für Fassadenmaterialien und -farben und fördern eine zusammenhängende Architektursprache. Es soll keinen einfallslosen, gleichförmigen Siedlungen Vorschub geleistet werden. In der Praxis zeigt sich, dass Architekten und Bauherren damit gut umgehen können und kreative Entwürfe nicht auf der Strecke bleiben.

Auf lange Sicht profitieren auch Gemeinden von strukturierten Gebieten. Sie machen erstens ihren Ort attraktiver. Bei wertstabilen beziehungsweise im Wert gestiegenen Objekten wird beim Wiederverkauf, zweitens, viel Grunderwerbsteuer in ihre Kasse gespült.

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