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Anlagen | 07.09.2017

Aus IZ36/2017, S. 2

Von Marcus Lemli

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Savills
  • Personen:
    Marcus Lemli
  • Immobilienart:
    Gewerbe allgemein

Boom mit Störgefühlen

Savills-Deutschlandchef Marcus Lemli kennt das Grummeln im Bauch, wenn beim nächsten großen Deal erneut die Rendite-Schallmauer durchbrochen wird. Trotzdem meint er, dass man sich an dieses seltsame Gefühl wird gewöhnen müssen. Zumal jetzt auch noch die Mieten steigen.

Quelle: Savills
Marcus Lemli.

Quelle: Savills

Er läuft und läuft und läuft und läuft …, womit einst ein deutscher Automobilhersteller warb. Das gilt heute für den hiesigen Immobilienmarkt: Er bietet Stabilität und Verlässlichkeit. Das treibt Investoren aus aller Welt nach Deutschland.

Mit jeder Krise anderswo wirkt der deutsche Stabilitätsanker umso beruhigender. Das Resultat ist ein noch nie dagewesener Aufschwung am Investmentmarkt. Fast 30 Mrd. Euro wurden bis einschließlich Juli dieses Jahres in Gewerbeimmobilien investiert und für das Gesamtjahr erwarten wir ein Volumen von mehr als 60 Mrd. Euro. Das wäre nicht nur ein neuer Rekord, sondern auch das erste Mal, dass das Transaktionsvolumen drei Jahre in Folge die Marke von 50 Mrd. Euro übersteigt.

Das sind Zahlen, an die wir uns erst noch gewöhnen müssen. Bei den Anfangsrenditen haben wir gewohntes Terrain ohnehin schon längst verlassen und erleben von Quartal zu Quartal einen neuen Tiefstand. Die außergewöhnlich lange Dauer des Aufschwungs und sein besonderes Ausmaß mögen erklären, warum er bei vielen von uns durch Störgefühle begleitet wird und wir nach jedem Rekord aufs Neue denken: "Jetzt kann's ja nicht mehr besser werden". Sicher, auch der aktuelle Zyklus wird eines Tages enden. Aber nach wie vor spricht wenig dafür, dass dieser Zeitpunkt schon erreicht ist. Zwar neigt sich die Zeit der ultraexpansiven Geldpolitik ihrem Ende zu, doch selbst in den USA wird es wohl noch bis zu Beginn des nächsten Jahrzehnts dauern, bis wieder ein "normales" Zinsniveau erreicht sein wird. In der Eurozone werden noch einige Jahre mehr vergehen.

Und selbst steigende Zinsen müssen der Attraktivität von Immobilien nicht schaden. So stiegen die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen in den letzten zwölf Monaten um mehr als 30 Basispunkte. Die Anfangsrenditen deutscher Gewerbeimmobilien veränderten sich im selben Zeitraum in ähnlicher Größenordnung - aber in die umgekehrte Richtung. Trotz gestiegener Anleiherenditen sind Investoren offensichtlich bereit, noch höhere Preise zu bezahlen. Das zeigt: Die Phase der zinsinduzierten Investitionen ist abgelöst worden durch eine Phase der mietwachstumsinduzierten Investitionen. Der Boom geht sozusagen in die zweite Halbzeit. Angesichts wachsender Städte und des damit einhergehenden steigenden Flächenbedarfs, ohnehin schon geringen Leerständen und einer immer noch unterdurchschnittlichen Bauaktivität dürfte dieser Impuls ähnlich stark wirken wie zuvor die Niedrigzinsen. Die Störgefühle werden dennoch bleiben. Womöglich länger, als wir es bislang für möglich hielten.

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