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Politik | 03.08.2017

Aus IZ31/2017, S. 2

Von Rainer Nonnengässer

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundesverband für studentisches Wohnen (BfSW)
  • Personen:
    Rainer Nonnengässer
  • Immobilienart:
    Wohnen

10 cm können sehr teuer werden

Sinnlose Bauvorschriften und ein Durcheinander zwischen den Bundesländern verteuern den Bau von Studentenwohnungen unnötig, kritisiert Rainer Nonnengässer, Vorstand des Bundesverbands für Studentisches Wohnen.

Quelle: Hoffotografen, Urheber: Dominik Wolfram
Rainer Nonnengässer.

Quelle: Hoffotografen, Urheber: Dominik Wolfram

Es fehlt deutschlandweit an Studentenwohnungen. Derzeit verhindern jedoch überzogene Bauvorschriften vielerorts das Entstehen preiswerter bzw. überhaupt irgendwelcher Studentenapartments. Vorschriften fordern z.B. einen Pkw-Stellplatz pro Wohnung, obwohl das am tatsächlichen Bedarf vorbeigeht. Stattdessen sind Carsharingplätze, mehr Fahrradstellplätze und schnelle Internetzugänge gefragt. Der Entwickler muss die Stellplätze dennoch vorhalten, teilweise sogar in einer Tiefgarage, was die Baukosten in die Höhe treibt. Bei 100 Stellplätzen für je rund 15.000 Euro stehen schnell Mehrkosten von 1,5 Mio. Euro im Raum.

Ein weiteres Hindernis sind die bundesweit unterschiedlichen Vorschriften für die Mindestraumhöhe. Die Anforderungen variieren zwar größtenteils nur um 10 cm, die Auswirkungen auf modularisiertes und industrialisiertes Bauen, wie es sich für den studentischen Wohnungsbau anbietet, sind jedoch gewaltig. 10 cm bedeuten umfangreiche Änderungen für das benötigte Material und die Statik eines Gebäudes. Hier muss Einheitlichkeit geschaffen werden. Auf welche Höhe man sich einigt, ist nicht so wichtig wie die Vereinheitlichung selbst. Die Darstellung lässt sich fast beliebig erweitern: uneinheitliche Abstandsflächen, Anforderungen an Emissionsschutz oder die Länge von Rettungswegen. Zu den unterschiedlichen Bauordnungen der Länder gesellen sich eigene Erlasse der Kommunen. Wussten Sie beispielsweise, dass in Bayern nicht alle Aufenthaltsräume einer Wohnung nach Norden zeigen dürfen? Oder das viele Kommunen für Studentenwohnheime einen Nutzungsmix vorsehen? Teilweise machen die lokalen Behörden Kindertageseinrichtungen oder Bio-Supermärkte zur Auflage. Die Aufwendungen hierfür können von einigen hunderttausend bis hin zu mehreren Millionen Euro betragen.

Deshalb brauchen wir gerade für Studentenwohnheime bundesweit einheitliche Regelungen bei den Bauvorgaben. Die wichtigsten Adressaten sind hier die Bundesländer. Die Bauministerkonferenz müsste sich nicht nur auf eine bundesweit einheitliche, sondern auch verpflichtende Musterbauordnung einigen. Eine solche Musterbauordnung muss verbindliche und klare Standards für Investoren schaffen und die oft großzügigen Spielräume für kommunale Regelungen begrenzen. Bei den Ländern und Gemeinden wird das auf wenig Gegenliebe stoßen, aber bei der aktuellen Wohnsituation in den Metropolen sind die bestehenden Einzelregelungen kaum noch zu rechtfertigen.

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