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Marketing | 16.06.2017

Aus IZ24/2017, S. 13

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Foodies prägen Gastrokonzepte

Quelle: istockphoto.com, Urheber: SerbBgd
Junge Menschen gehen gern und oft essen. Dabei stellen sie hohe Ansprüche an die Gastronomen.

Quelle: istockphoto.com, Urheber: SerbBgd

Der Trend zum Essen außer Haus hält an, gerade junge Menschen suchen dabei gleichermaßen Abwechslung, Frische und schnelle Bedienung. Das begünstigt Formate des Fast-Casual-Segments.

Über die generelle Entwicklung waren sich die Referenten und Diskutanten auf dem zweiten internationalen Restaurant Real Estate Congress Ende Mai in Berlin ziemlich schnell einig: Der Trend zum Auswärtsessen setzt sich fort und gewinnt sogar an Tempo. Ken Digman, Associate Director bei JLL Foodservice Consulting, umriss in seinem Vortrag die dahinterstehende Entwicklung. So bedeutet die voranschreitende Urbanisierung für viele Menschen kleinere Wohnungen. Davon betroffen sind vor allem junge Leute, die aus Jobgründen in eine neue Stadt ziehen. Damit steht ihnen weniger Platz zur Verfügung, um Freunde und Verwandte zu bewirten. Als Treffpunkt wird daher das Restaurant immer beliebter. Hinzu kommt, dass sich immer mehr Personen nicht mehr über Statussymbole definieren, sondern darüber, was sie essen und wie sie das tun. Auch einen Fachbegriff für diese Art Essensliebhaber gibt es bereits: die Foodies. Zwar können Foodies von nachhaltig über gesund bis regional oder vegan ganz verschiedene Schwerpunkte in ihrer Ernährung haben, anspruchsvoll sind sie aber allesamt. Und darauf müssen die Gastronomen reagieren.

Die Charakteristika der beiden wichtigsten Zielgruppen für neue Gastronomiekonzepte umriss Peter Martin Thomas, Direktor der Sinus-Akademie und Co-Autor der Sinus-Jugendstudien 2012 und 2016. Bei der ersten handelt es sich um die jungen Kreativen: urban geprägt, vollständig vernetzt und äußerst mobil. "Diese Gruppe ist stets spontan und immer auf der Suche nach neuen Erlebnissen", erläuterte Thomas. Junge Familien aus der nachwachsenden bürgerlichen Mitte essen zwar ebenfalls gerne außer Haus, haben aber ganz andere Anforderungen. "Ihnen geht es vor allem um Sicherheit und Verlässlichkeit. Wenn diese Menschen essen gehen, brauchen sie vor allem Platz für ihre Kinder." Während die urbanen Kreativen sich durch Erlebnisgastronomie begeistern lassen, nutzen die jungen Familien eher vertraute Ketten, wenn sie auswärts essen.

Beide Zielgruppen gleichzeitig zu bedienen, ist eine große Herausforderung. Am ehesten gelingt das dem Segment Fast-Casual, das die Effizienz der Systemgastronomie mit dem Anspruch von Individualität und Erlebnis verbindet. Atmosphäre ist durchaus wichtig, äußere Feinheiten dagegen weniger. "Alles deutet darauf hin, dass das weiße Tischtuch weiter an Bedeutung verlieren wird", sagte Didier Souillat, CEO von Time Out Market. Dabei handelt es sich um ein Markthallenkonzept der britischen Verlagsgruppe Time Out, das es mit seinem ersten Standort im portugiesischen Lissabon in nur zwei Jahren zur Touristenattraktion geschafft hat, Sterneköche inklusive. Souillat nannte den Hauptgrund für die Attraktivität der Markthalle als Betätigungsfeld lokaler Spitzengastronomen: Die Innenstadtmieten in Lissabon sind für viele Restaurants mittlerweile unerschwinglich hoch.

Der französische Shoppingcenter-Gigant Unibail-Rodamco hat für die verschiedenen Foodie-Zielgruppen gleich zwei Konzepte für die Ausrichtung der Foodcourts in den Einkaufszentren entwickelt. Dabei setzt Fresh! auf lokale Spezialitäten und arbeitet stark mit örtlichen Spitzenköchen zusammen, der Grundidee von Time Out Market keineswegs unähnlich. Das Dining Plaza beruht hingegen auf einen bewährten Mix aus regionalen und internationalen Restaurants. Welches Konzept zum Einsatz kommt, ist je nach Standort und Größe des Einkaufszentrums verschieden, erläuterte Natalia Sobecka, Projektleiterin Vermietung für Unibail-Rodamcos neues Flaggschiff in den Niederlanden namens Mall of the Netherlands.

Dieses Einkaufszentrum, das sich Unibail rund 505 Mio. Euro an Investitionen kosten lässt, ist mit 117.000 m² vermietbarer Fläche so groß, dass dort sogar beide Konzepte Platz finden. Bei der Teileröffnung 2017 geht das Konzept Fresh! mit zehn Restaurants an den Start, bei der vollständigen Eröffnung zwei Jahre später kommt ein Dining Plaza mit weiteren zehn gastronomischen Angeboten hinzu. "Erlebnis wird für die Kunden künftig wichtiger sein als das Einkaufen an sich", ist Sobecka überzeugt. "Gastronomie und Freizeitangebote ergänzen sich dabei."

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