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Märkte | 11.05.2017

Aus IZ19/2017, S. 2

Von Andreas Wende

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss
  • Personen:
    Andreas Wende
  • Immobilienart:
    Wohnen, Büro

Stiefkind Büroimmobilie

In der politischen Diskussion um angespannte Wohnungsmärkte werden andere Nutzungsarten vernachlässigt. Städte brauchen aber den Dreiklang aus Wohnen, Arbeiten und Versorgen, mahnt Andreas Wende, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Büroimmobilien.

Quelle: Andreas Wende
Andreas Wende.

Quelle: Andreas Wende

Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem die Öffentlichkeit nicht über angespannte Wohnungsmärkte und steigende Mieten diskutiert. In der Tat stehen unsere Ballungsräume vor der enormen Herausforderung, neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Doch in der politischen Wahrnehmung führt die Diskussion in erster Linie zu einem: Andere Nutzungsarten der Immobilienwirtschaft werden vernachlässigt. Besonders deutlich wird das bei Büroimmobilien. Deren Rolle und Bedeutung in der Stadtentwicklung wird in der Politik und Öffentlichkeit sträflich missachtet. Das ist verwunderlich. Schließlich ist jeder dritte Erwerbstätige in der Bundesrepublik auch ein Büronutzer.

Zahlreiche Politiker können aufsagen, wie viele Wohnungen in den deutschen A-Städten fehlen. Es ist kein Geheimnis, dass die Bevölkerung seit Jahren konstant zunimmt. Doch die Schlussfolgerungen, die die Politik daraus zieht, sind nicht vollständig. Denn natürlich steigt auch die Zahl der Bürobeschäftigten, zwischen 2004 und 2014 beispielsweise um rund 370.000 in den A-Städten. Im Jahr 2015 waren es noch einmal 1,85% mehr. 20,3% aller Bürobeschäftigten arbeiten in den sieben größten deutschen Städten. Nicht ohne Grund sind Büroimmobilien die am stärksten nachgefragte Nutzungsart bei Investoren. Doch aus der Immobilienbranche hört man inzwischen immer häufiger, dass Genehmigungsverfahren für Büroimmobilien zugunsten von Wohnungsprojekten zurückgestellt werden.

Dabei stellt sich jedem Beobachter die Frage: Wollen die Kommunen nur noch Wohnungen bauen lassen? Das wäre absurd. Insbesondere die Innenstädte müssen einen urbanen Mix bieten, um für Bewohner attraktiv zu sein. Die wirtschaftliche Stärke unserer Städte beruht auf der Dreiteilung aus Wohnen, Arbeiten und Versorgen. Eines dieser Standbeine auf Kosten der anderen besonders hervorzuheben, schadet dem urbanen Gleichgewicht nachhaltig.

Der Politik sollte aus Sicht der Städte und ihrer Bewohner daran gelegen sein, in ihrem Diskurs auch die Büroimmobilien ausreichend zu berücksichtigen. Eine Hilfe hat die Bundesregierung mit der Einführung des Gebietstyps Urbanes Gebiet geschaffen. Damit sind neue Möglichkeiten gegeben, arbeitsplatzfördernde Immobilien in den Innenstädten zu errichten, vorausgesetzt sie werden genehmigt. Büroimmobilien sind moderne Produktionsstätten und deshalb ein unverzichtbarer Teil der Stadtentwicklung. Aus politischer Sicht sollten sie endlich wieder im Fokus stehen.

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