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Märkte | 27.04.2017

Aus IZ17/2017, S. 2

Von Iryna Pylypchuk

In diesem Artikel:

Trendwende nicht in Sicht

Entgegen der landläufigen Meinung spricht viel dafür, dass der Immobilienzyklus in Europa noch lange nicht an seinem Ende angekommen ist, meint Iryna Pylypchuk, Senior European Real Estate Analyst bei Fidelity International.

Quelle: Fidelity International
Iryna Pylypchuk.

Quelle: Fidelity International

Glaubt man der landläufigen Meinung, befindet sich der europäische Immobilienmarkt in einer weit fortgeschrittenen Phase des Investmentzyklus. Allerdings haben sich in den letzten Quartalen drei Anomalien gezeigt, die nahelegen, dass der aktuelle Zyklus keinesfalls beendet ist.

Erstens führen starke Kapitalzuflüsse zu einem Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage. An den Märkten für Gewerbeimmobilien in den Kernländern der Eurozone (Deutschland, Frankreich, Benelux) lassen die Investmentaktivitäten nach - trotz der weiterhin guten Anlegerstimmung und steigender Preise. Der Grund für diese paradoxe Entwicklung heißt Kapitalzufluss. In den vergangenen Jahren sind die Zielallokationen in Immobilien stetig gestiegen. Allein europäische institutionelle Investoren werden nach unseren Prognosen ihre Allokation kurzfristig um 150 Milliarden US-Dollar anheben, die vor allem in den Kernmärkten der Eurozone angelegt werden sollen. Das Angebot wird somit zum zentralen Hemmnis und dürfte den weiteren Anstieg des Investmentmarkts bremsen.

Zweitens begünstigt die politische Unsicherheit - Stichworte Brexit und Trump - die Investmentaktivitäten in den Kernmärkten der Eurozone. Schon heute hat dieser Faktor eine verstärkte Kapitalallokation in Ländern, die als sichere Häfen gelten, zur Folge - allen voran Deutschland.

Drittens werden die Renditeerwartungen für viele Anlageklassen derzeit nach unten korrigiert. Nach Berechnungen von McKinsey werden die Aktienrenditen selbst in einem unwahrscheinlichen Aufschwungszenario in Westeuropa von 2016 bis 2035 auf 5% bis 6% fallen. Für Festzinsanlagen wird eine Rendite von 1% bis 2% erwartet. Im Vergleich dazu erscheinen Immobilien attraktiv: Nach unseren Prognosen werden sich die Gesamtrenditen für die Kernimmobilienmärkte der Eurozone in den nächsten fünf Jahren auf 7% bis 9% belaufen.

Solange die positiven Fundamentaldaten des Immobiliensektors intakt sind und die Europäische Zentralbank an ihrer quantitativen Lockerung festhält, wird sich der Zyklus in Europa meiner Meinung nach fortsetzen. Investoren werden durch ihren geringen Risikoappetit ihre Core- und Value-Added-Strategien beibehalten. Davon werden sogenannte B-Märkte und alternative Immobilienanlageklassen besonders profitieren. Zu Ende ist der Immobilienzyklus in Europa also noch lange nicht.

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