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Vermischtes | 20.04.2017

Aus IZ16/2017, S. 2

Von Jan von Mallinckrodt

In diesem Artikel:

Nachhaltigkeit? Kennzahlen bitte!

Wer Kritikern von Nachhaltigkeitskonzepten den Wind aus den Segeln nehmen will, braucht Kennzahlen für deren Auswirkungen auf Miete oder Verkehrswerte. Hier sieht Jan von Mallinckrodt, Head of Sustainability bei Union Investment Real Estate, die Branche gefordert, diese Daten zu liefern.

Quelle: Union Investment
Jan von Mallinckrodt.

Quelle: Union Investment

In den USA sitzt ein Präsident im Weißen Haus, der Dekrete gegen den Klimaschutz unterschreibt und die heimische Kohleindustrie offen unterstützt. War es das etwa schon mit Nachhaltigkeit? Kann die Immobilienwirtschaft in Europa den Trump-Zeitgeist nutzen und sich aus ihrer energiepolitischen Verantwortung wieder herausmogeln? Offenbar nein, denn die Reaktionen der europäischen Politik waren deutlich. An dem Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Treibhausgase bis 2050 um 80% bis 95% zu reduzieren, wird nicht gerüttelt.

Was das Phänomen Trump aber klar vor Augen führt: Die Immobilienwirtschaft darf sich nicht allein mit Zertifikaten schmücken. Sie muss lernen, den Mehrwert nachhaltig gestalteter Immobilien genau zu quantifizieren. Nur mit Zahlen und Fakten zum "Pay-off" von Nachhaltigkeit können Zweifler überzeugt und neue Standards geschaffen werden, in denen Ökonomie und Ökologie zwei Seiten derselben Medaille sind. Union Investment hat einen ersten Versuch dazu gestartet und ein Portfolio mit rund 200 Büroimmobilien von der International Real Estate Business School (Irebs) in Regensburg untersuchen lassen.

Ziel der Studie war die Definition erster Anhaltspunkte, inwiefern sich die nachhaltige Gestaltung einer Immobilie auf Mieten und Verkehrswert auswirkt. Ein zentrales Ergebnis: Um Miet- und Verkehrswertaufschläge von 5% bis 10% zu erreichen, genügt das reine Vorhandensein eines Nachhaltigkeitslabels nicht. Nur hochrangige Platin-Zertifizierungen wie DGNB und LEED machen wirklich noch einen Unterschied. Die Irebs-Forscher fanden außerdem heraus, dass sich die monatliche Miete um 5% und mehr reduzieren kann, wenn der Energiekennwert einer Immobilie um 100 kWh/m2 steigt. Der Verkehrswert kann in diesem Fall um über 300 Euro/m2 sinken. Diese Befunde belegen kausale Zusammenhänge zwischen nachhaltiger Gestaltung und Wertentwicklung.

Die Branche sollte nun auf diesen ersten Erkenntnissen aufbauen und prüfen, wie sich Nachhaltigkeitskriterien in die Sachverständigenbewertung einer Immobilie integrieren lassen. Zum Beispiel auf der Grundlage eines allgemein akzeptierten Scoring-Modells. Dieses Modell sollte klare Auf- und Abwertungsfaktoren enthalten, die am Ende zu vergleichbaren Angaben führen. Denn wer von Nachhaltigkeit redet, muss auch Kennzahlen liefern können, um Kritikern und Nörglern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

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