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Märkte | 16.02.2017

Aus IZ07/2017, S. 2

Von Mario Caroli

In diesem Artikel:

Gegenwind wird Trump ausbremsen

US-Präsident Donald Trump mag mit seinem Getwitter nerven, sich schlecht benehmen und Angst einflößen, doch Mario Caroli, Chef des Bankhauses Ellwanger & Geiger, rät vor allem zu Gelassenheit.

Quelle: Ellwanger & Geiger
Mario Caroli.

Quelle: Ellwanger & Geiger

Donald Trump regiert im Eiltempo per Dekret, schaltet kritische Beamte aus und brüskiert Verbündete. Doch so erschreckend die Hyperaktivität des US-amerikanischen Präsidenten sein mag, die deutsche Wirtschaft und private Anleger reagieren gelassen. Das können Sie auch. Zwar hat Trump die hohe Besteuerung von Importen aus dem Ausland angekündigt und wird hier auch ein Signal der Veränderung setzen, doch wird dies weniger Einfluss haben als befürchtet.

Sein geplantes Steuersystem ist weniger komplex, als es auf den ersten Blick erscheint, und sieht neben Entlastungen eine Form von Konsumsteuer vor. Zudem hat Trump jetzt schon Gegenwind von wichtigen Teilen der amerikanischen Wirtschaft, zum Beispiel der Tech-Branche und des Einzelhandels - Branchen also, die auf Einwanderer und Importe angewiesen sind. Ihnen werden der Präsident und seine republikanischen Unterstützer deutlich entgegenkommen müssen, denn steigende Verbraucherpreise in den Supermärkten würden auch die eigenen Wähler empfindlich treffen. Trump weiß das und hat bisher trotz seines hohen Tempos noch kein dahin gehendes Dekret unterschrieben.

Auch deutsche Immobilieneigner in den USA haben nichts zu befürchten - solange sie denn einreisen dürfen. Wer zum Beispiel ein Ferienhaus in Florida besitzt, wird seine Steuern weiter lokal vor Ort zahlen. Für die Bundesregierung in Washington gibt es keine Handhabe, ausländische Eigentümer zum Beispiel über die Grundsteuer zusätzlich zu belasten. Auch eine Abwertung von Immobilien ist nicht zu befürchten. Die Generation der Babyboomer geht langsam in Rente und alle wollen nach Florida. Nur wenn die Auszahlungen der Pensionsfonds ins Stocken geraten würden, könnten die Immobilienpreise fallen, doch dazu wird es nach derzeitigem Stand nicht kommen. In der Altersschicht 65+ sind viele Wähler des Präsidenten, zudem besitzt die Trump-Familie Resorts in Florida und an anderen attraktiven Orten der USA. Ihre eigene Klientel werden sie nicht vergraulen wollen.

Grund zur Besorgnis gibt es allerdings dennoch, er liegt in der Verrohung der Sprache. Wenn Donald Trump mit abfälligen Äußerungen das politische Washington abkanzelt und seine Anhänger gegen Andersdenkende aufhetzt, dann gerät der demokratische Diskurs ins Wanken. Wer unabhängige Richter und Medien diffamiert, der greift ganz bewusst wichtige Eckpfeiler der Gewaltenteilung an. Donald Trump stellt damit die Demokratie als solche infrage. Und das ist dann wirklich ein Problem.

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