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Märkte | 16.02.2017

Aus IZ07/2017, S. 2

Von Marcus Wild

In diesem Artikel:

Läden für schlechtes Wetter

Städte ohne attraktive Stadtinnenräume laufen Gefahr, vom Handel nur noch online bedient zu werden. Darum sollte jede Stadt die Option Einkaufszentrum zumindest prüfen, schreibt Marcus Wild, CEO der österreichischen Firma SES Spar European Shopping Centers.

Quelle: SES, Urheber: Theresa Kaindl
Marcus Wild.

Quelle: SES, Urheber: Theresa Kaindl

Im Sommer 2015 hat SES in Ried, einer Stadt mit 12.000 Einwohnern in Oberösterreich, die Weberzeile eröffnet. Manche meinen, die Tiefgarage mit ihren 800 Parkplätzen sei der wichtigste Beitrag dieses Shoppingcenters zur Stadtentwicklung. Die Läden obendrüber würden ohnehin irgendwann verschwinden, da Geschäfte wegen des Onlinehandels ja bald nicht mehr gebraucht würden.

Ich behaupte: Leute, die das sagen, kennen nur schlechte Einkaufszentren. Sie verkennen auch die sich wandelnde Funktion dieser Gebäude. Natürlich haben wir in Ried viel Geld in die Hand genommen, um perfektes Parken zu ermöglichen. Aber es ist der Innenraum mit seinen Geschäften, Cafés und einer großen Freitreppe, der die Zeiten überdauern wird. Hier ist der städtische Treffpunkt entstanden.

Orte in einer Stadt zu schaffen, an denen Menschen auch bei schlechtem Wetter in Gesellschaft einkaufen können, wird in Zeiten des Onlinehandels immer wichtiger. Ich will kurz erklären, warum das so ist. Im Einzelhandel erleben wir auf Unternehmensebene eine Verschmelzung von stationärem Geschäft und E-Commerce. Amazon eröffnet eine Buchhandlung, H&M ist auf dem Weg, zu einem der größten Modeverkäufer im Internet zu werden. Aldi und dm, so hört man, werden den chinesischen Markt nicht mit physischen Läden, sondern zunächst über einen Onlineshop angehen. In spätestens zehn Jahren werden die großen Handelskonzerne noch genauer als heute wissen, in welchen Städten sie eher die Karte E-Commerce spielen und in welchen auch weiterhin in stationäre Geschäfte investiert wird. Entsprechend werden die Investitionsbudgets verteilt.

Was bedeutet das für die Städte? Sie müssen, um für den stationären Handel attraktiv zu bleiben, geschützte und zugleich eindrucksvolle und einladende Stadtinnenräume des Handels schaffen. Sonst werden sie in Zukunft dort nur noch online bedient. Mit allen negativen Konsequenzen. Ich sage nicht, dass der Bau eines Einkaufszentrums die einzige Möglichkeit ist, solche Räume zu schaffen. Aber keine Stadt sollte diese Option leichtfertig verwerfen.

Wie werden Städte, wie werden Volkswirtschaften aussehen, aus denen sich der stationäre Handel zurückgezogen hat? Nicht schön. Hier verschwinden nicht einfach nur Schaufenster, hier verschwindet eine gigantische Wertschöpfung und nebenbei bemerkt auch ein beliebtes Objekt für Steuern und Abgaben des Staates. Das sollten sich Gesetzgeber, die den stationären Handel mit ständig neuen Vorschriften belasten, vor Augen halten.

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