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Politik | 02.02.2017

Aus IZ05/2017, S. 2

Von Franz-Josef Lickteig

In diesem Artikel:

Mehr Mut zu Bauland

Das primäre Problem für erschwingliches Wohneigentum sind die rasant gestiegenen Grundstückspreise, meint Franz-Josef Lickteig, Geschäftsführer von BPD Immobilienentwicklung. Dagegen kann nur neues und günstiges Bauland helfen.

Bild: Franz-Josef Lickteig, Geschäftsführer BPD Immobilienentwicklung
Franz-Josef Lickteig.

Bild: Franz-Josef Lickteig, Geschäftsführer BPD Immobilienentwicklung

Kaum befindet sich die nächste Bundestagswahl in greifbarer Nähe, überbieten sich die Parteien mit Vorschlägen, um Familien beim Erwerb von Eigentum unter die Arme zu greifen. Die CDU möchte die Grunderwerbsteuer senken, die SPD favorisiert eine Deckelung der Kaufnebenkosten. Alle Vorschläge haben eines gemeinsam: Sie tragen nur wenig zu einer Entlastung der Bürger bei. Die Nebenkosten sind nicht das primäre Problem bei der aktuellen Preissteigerung für Eigenheime in den Metropolregionen, es sind die Baulandpreise. In praktisch allen größeren Ballungszentren sind die Grundstückspreise in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. In München machen sie heute mitunter 50% der Gesamtprojektkosten aus.

Zugrunde liegen dem im Wesentlichen drei Faktoren. Erstens hat sich die Einwohnerzahl vieler Städte durch eine zunehmende Binnenmigration vom Land in die Stadt mitunter stark erhöht. Zweitens sind die innerstädtischen Entwicklungsreserven vieler Kommunen erschöpft bzw. können nur noch mit erheblichem finanziellen Aufwand erschlossen werden. Drittens besteht bei den politischen Verantwortlichen vielerorts Attentismus, wenn es um die Ausweisung neuer Wohnbauflächen geht. Letzteres steht ganz im Gegensatz zu unseren niederländischen Nachbarn, die sich im Rahmen von Regionalentwicklungen erfolgreich für neue Wohnbauflächen stark gemacht haben.

Die Lösung zur Dämpfung der Immobilienpreise kann also nur lauten: Weist mehr und neues Bauland aus! Mehr und günstigere Baulandflächen auszuweisen hilft, die Lasten für Familien und Geringverdiener zu reduzieren. Bisher war jedoch so gut wie kein ausreichendes Bemühen für mehr Bauland zu erkennen. Der Grund dafür ist relativ simpel. Praktisch alle am Immobilienkauf beteiligten Akteure profitieren von den steigenden Preisen, am allermeisten sind dies die Grundstückseigentümer mit vorhandenem Baurecht. Neben den gestiegenen Baulandpreisen sind die deutlich gestiegenen Baukosten ein großes Problem. Neue Normen für das Bauen wirken hier zusätzlich wie ein Treibsatz für die Preisentwicklung.

Preiswertes Bauen hat in Deutschland eben keine Lobby. Wir brauchen deshalb mehr Mut bei der Ausweisung neuer Wohnbauflächen und eine ergebnisoffene Diskussion darüber, wie wir die Kostenexplosion auf der Angebotsseite des Wohnungsbaus eindämmen können, um Wohnraum bezahlbar zu halten. Und nicht, wie wir mit immer mehr Maßnahmen auf der Nachfrageseite den Preissteigerungen hinterhersubventionieren.

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