Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 12.01.2017

Aus IZ01-02/2017, S. 12

Von Christoph von Schwanenflug

In diesem Artikel:

Das Jahr endet mit einem Paukenschlag

Bild: cvs
Ex-Kaufhof am Aufseßplatz in Nürnberg: Edeka hat die Immobilie für 15 Mio. Euro gekauft. Geplant ist der Bau eines Einkaufszentrums nach Abriss des Bestands.

Bild: cvs

Der Geldumsatz mit Handelsimmobilien ist 2016 um etwa 25% gesunken. Die größte Transaktion tätigte die Immobilien-AG Aroundtown mit dem Kauf von 39 Metro-Märkten.

Die börsennotierte Gesellschaft Aroundtown Property aus Zypern ("Wir zahlen bar, wir zahlen schnell, aber wir zahlen weniger") hat vom US-Investor Cerberus 39 an Metro vermietete Großmärkte gekauft. Der Kaufpreis dürfte bei 780 Mio. Euro liegen. Die am 2. Dezember in Berlin und Amsterdam finalisierte Transaktion war nach jetzigem Kenntnisstand der größte Deal mit Handelsimmobilien in Deutschland 2016. Ein im Oktober 2016 angekündigter Weiterverkauf eines Teils der Objekte hat noch nicht stattgefunden. Aroundtown will von dem Metro-Portfolio nur 17 Immobilien behalten. Diese sollen eine durchschnittliche Mietvertragslaufzeit (Walt) von zehn Jahren haben und jährlich 28 Mio. Euro Miete einspielen. Cerberus hatte das Metro-Portfolio 2011 von den Familien Beisheim, Haniel und Schmidt-Ruthenbeck gekauft.

Trotz dieses Paukenschlags ist der Investmentmarkt 2016 geschrumpft. JLL zufolge steckten Anleger 12,4 Mrd. Euro in deutsche Handelsimmobilien, 27% weniger als 2015. Die Nachfrage sei gleichwohl "ungebrochen hoch", versichert Sandra Ludwig, Head of Retail Investment bei JLL Deutschland. Das vierte Quartal 2016 sei mit 4,9 Mrd. Euro Umsatz das zweitbeste seit 2007 gewesen. Transaktionen im Wert von mehr als 100 Mio. Euro steuerten 45% zum Geldumsatz bei (siehe Tabelle "Bayerische Versorgungskammer kauft Outlet ..." auf dieser Seite).

Die auf Verkauf und Vermietung von Geschäftshäusern in Ia-Lagen spezialisierte Maklerfirma Comfort geht aufgrund der zum Jahreswechsel vorliegenden Daten davon aus, dass im Jahr 2016 knapp über 14 Mrd. Euro in deutsche Handelsimmobilien investiert wurden. Das wären rund 20% weniger als 2015 (über 18 Mrd. Euro). Als Grund für den Rückgang wird die "mangelnde Verfügbarkeit geeigneter Assets" genannt. "Es ist aber immer noch das zweitbeste Ergebnis seit 2006", sagt Jürgen Kreutz, Head of Investment bei Comfort. Die Düsseldorfer berichten von einem gespaltenen Markt. Während die Kaufpreisfaktoren für Geschäftshäuser aller Größenklassen in 98 von 146 deutschen Städten im vierten Quartal 2016 gestiegen seien, gelte das bei den Höchstmieten für Läden nur in acht Städten. "Wir befinden uns längst in einem Mietermarkt", sagt Manfred Schalk, Geschäftsführer der Comfort-Niederlassung in München. Angesichts der Entwicklung werde für Investoren die Kalkulation der realistischen längerfristigen Mieten zum "wesentlichen Erfolgsfaktor". Die Anfangsrendite für Geschäftshäuser in München sei inzwischen auf unter 3% gefallen.

Der Transaktionsmarkt hielt 2016 einige Überraschungen bereit. Die sonst eher auf Investitionen in Geschäftshäuser in mittelgroßen Städten spezialisierte BMO Real Estate (früher F&C Reit) kaufte für geschätzte 300 Mio. Euro das von Diringer & Scheidel entwickelte Stadtquartier Q6/Q7 in Mannheim. Zu dem Großprojekt mit Hotel, Wohnungen, Praxen, Büros und Tiefgarage gehört auch ein Einkaufszentrum mit 70 Geschäften und 27.000 m2 vermietbarer Fläche. Ankermieter ist das Textilkaufhaus Primark. Für BMO ist es die bisher größte Investition in Deutschland.

Geschätzte 200 Mio. Euro war der Aachener Grund ein innerstädtisches Quartier wert, dessen Bau erst im September 2016 begonnen hat: die Sedelhöfe Ulm. Auf einem 9.000 m2 großen Grundstück entstehen gegenüber dem Hauptbahnhof 18.000 m2 Fläche für Handel und Gastronomie, dazu eine Tiefgarage mit 700 Plätzen sowie Wohnungen. Die Aachener Grund, sonst bekannt für Investitionen im Namen katholischer Bistümer, wurde in Ulm im Namen eines nicht-kirchlichen institutionellen Anlegers aktiv.

Ein weiterer bemerkenswerter Projekt-Ankauf kam aus dem Sektor Fachmarkt. Hamborner Reit investierte 37,45 Mio. Euro in das im Bau befindliche Fachmarktzentrum Rondo Steinheim in Hanau. Der Preis von 37,45 Mio. Euro entsprach einer Bruttoanfangsrendite von 5,44% (Kaufpreisfaktor etwa 18,5). Bei der Neuen Mitte Karlsfeld bei München wurde der Faktor 20 im Fachmarkt-Bereich 2016 wohl zum ersten Mal in Deutschland übersprungen.

Bild: IZ

Bild: IZ

Legende:

  • Haus
  • Straßenabschnitt
  • Wohnquartier
  • Ortsteil
  • Ort
  • Bundesland / Land
  • Projekt

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!