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Märkte | 22.12.2016

Aus IZ51/2016, S. 2

Von Frank Wojtalewicz

In diesem Artikel:

Die Mär von den Baukosten

Die Branche klagt über steigende Baupreise, dabei ist es häufig nur der Flaschenhals bei den Generalunternehmern, der für die steigenden Preise sorgt, ist Frank Wojtalewicz, geschäftsführender Gesellschafter der Deutsche Invest Immobilien (d.i.i.), überzeugt. Wer Bauleistungen einzeln einkauft, zahle dagegen nicht wesentlich mehr als früher.

Deutsche Invest Immobilien
Frank Wojtalewicz.

Deutsche Invest Immobilien

Die Baukosten steigen und steigen, dabei braucht das Land dringend mehr Wohnraum - dieses Klagelied der Wohnungswirtschaft wird seit Monaten immer lauter. Doch es beruht auf einem Irrtum. Abgesehen von den Grundstücken, die als knappes Gut tatsächlich teurer als früher eingekauft werden müssen, steigen die Baupreise nicht. Besser gesagt: Sie müssten nicht steigen. Wenn die Projektentwickler bei ihren Neubauprojekten mehr Aufgaben selbst übernehmen würden.

Die Realität sieht jedoch anders aus. Viele Projektentwickler beauftragen Generalunternehmen, die ihnen das gesamte Projekt schlüsselfertig hinstellen sollen. Und weil die Nachfrage nach Generalunternehmen so groß und das Angebot so knapp ist, verlangen diese heute deutlich höhere Zuschläge für die Koordination der einzelnen Subunternehmer.

Die Generalunternehmen bilden den Flaschenhals, durch den zu viele Projektentwickler drängen und der deshalb die Gesamtpreise steigen lässt. Viele Projektentwickler können ihre Objekte nur über diese Generalunternehmen vergeben, weil sie keine eigene Mannschaft haben, um die Arbeiten einzeln zu vergeben. Und eben diese sind es in der Regel, die über steigende Baukosten klagen.

Wenn ein Projektentwickler dagegen selbst für den Bau verantwortlich zeichnen kann, etwa den Rohbau an einen Subunternehmer vergibt, den Dachstuhl, die Dachdeckerei wiederum an andere, spart er sich die hohen Zuschläge der Generalunternehmer - und zahlt nicht mehr als früher. Die Subunternehmer, also die kleinen Handwerker, die für einzelne Gewerke zuständig sind, haben im Gegensatz zu den Generalunternehmen nämlich noch Kapazitäten frei. Genau wie die Baustoffindustrie, denn auch da sind keine steigenden Preise zu erkennen. Ziegel, Fenster oder Dachstuhl - nichts davon ist wesentlich teurer als früher.

Insourcing statt Outsourcing - das ist das Schlagwort, von dem sich die Immobilienwirtschaft leiten lassen sollte. Es geht darum, mehr Kompetenzen unter dem eigenen Dach zu versammeln - das reduziert Schnittstellen, stärkt die unternehmerische Unabhängigkeit, erhöht die Effizienz, senkt die Kosten und setzt letztlich der Mär von den steigenden Baupreisen vielleicht ein Ende.

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