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Projekte | 15.12.2016

Aus IZ50/2016, S. 18

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Bremens Sparkasse will weg

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Die Sparkasse möchte ihre Zentrale am Brill bis Ende 2019 verlassen. Im Bild der Bau von 2002, das historische Gebäude von 1906 und am Bildrand das Haus aus den 1970er Jahren.

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Bremen. 2019 plant die Sparkasse Bremen, mit ihrer Zentrale die Bremer Innenstadt zu verlassen und einen Neubau im Technologiepark Universität zu beziehen. Dort allerdings gibt es keine freien Grundstücke, die für die vorgesehene Nutzung ausgewiesen sind.

Für Politik und Wirtschaft recht überraschend kündigte die Sparkasse Bremen ihren Rückzug aus der Innenstadt an. Bis Ende 2019 sollen die Mitarbeiter der Zentrale sowie anderer Standorte in einen Neubau im Technologiepark Universität umziehen, formulierte das Geldinstitut in einer Erklärung Anfang Dezember einen ambitionierten Zeitplan - den es inzwischen jedoch relativierte. Das 11.000 m2 große Areal der Zentrale zwischen der Kreuzung am Brill, der Bürgermeister-Smidt-Straße, der Hanken- und Jakobistraße soll verkauft werden. Der Verkauf biete die Gelegenheit, "die Diskussion um ein City Center neu zu beleben", erklärte der Vorstandsvorsitzende Tim Nesemann in einem Statement.

Den Anstoß für die Verkaufsüberlegung allerdings gibt der große energetische Sanierungsbedarf vor allem des aus den 1970er Jahren stammenden Sparkassengebäudes an der Bürgermeister-Smidt-Straße. In Zeiten erodierender Erträge als Folge der niedrigen Zinsen sei zudem "ein prunkvolles Bankgebäude in bester Innenstadtlage nicht mehr vertretbar", so Nesemann gegenüber dem Weser-Kurier. Ein Seitenhieb auf den für 50 Mio. Euro am Domshof entstandenen Neubau der Bremer Landesbank (BLB) - die kurz nach der Eröffnung aufgrund von Verlusten bei der Finanzierung von Containerschiffen an die Nord LB überging.

Die Repräsentationsbauten der Sparkasse sind das 1906 nach einem Entwurf des Berliner Bankarchitekten Wilhelm Martens im Neobarock an der Bürgermeister-Smidt-Straße errichtete historische Bankgebäude - aber auch das 2002 für 50 Mio. Euro fertiggestellte Kundenzentrum am Brill. Für dieses erst 14 Jahre alte Gebäude wird sich schwer eine Nachnutzung finden lassen.

Dass es allerdings zum Bau eines Einkaufszentrums an diesem Standort kommen wird, scheint mit Blick auf die unselige Geschichte des City Centers unwahrscheinlich. Gerade erst hat der Senat die Entscheidung zum Verkauf des Lloydhofs getroffen, der mit dem Parkhaus am Brill dem geplanten City Center weichen sollte. Bürgermeister Carsten Sieling warnte vor vorschnellen Schritten und erklärte gegenüber dem Weser-Kurier: "Die jüngste Entwicklung am Ansgarikirchhof hat gezeigt, dass ein Einkaufszentrum kein Selbstgänger ist." Das Sparkassenareal liegt zwar vis-à-vis des City-Center-Areals, wird aber durch die vierspurige Trasse der Bürgermeister-Smidt-Straße von der City getrennt.

In den ersten Monaten des Jahres 2017 wollte die Sparkasse sich für ein Grundstück im Technologiepark Universität entscheiden und alsbald mit dem Bau beginnen, um den avisierten Umzugstermin Ende 2019 einhalten zu können. Zwar gibt es freie Grundstücke im Technologiepark, doch die sind für Forschung und Entwicklung oder Nutzungen mit Universitätsbezug reserviert. Eine B-Plan-Änderung dauere mindestens zweieinhalb Jahre, ließ die zuständige Wirtschaftsförderung Bremen (WfB) verlauten. Und die Regierungsmitglieder, die überwiegend aus der Zeitung vom geplanten Umzug erfuhren, erwarten, dass die Neubaupläne mit dem Senat abgestimmt werden.

Zudem wird die Sparkasse ein weiteres bedeutsames Bauwerk verkaufen. Im Sommer 2017 soll ein Bremer Investor die Stadtwaage in der Langenstraße übernehmen. Das Baudenkmal wurde im späten 16. Jahrhundert errichtet und nach fast vollständiger Zerstörung 1944 im Eigentum der Sparkasse Bremen bis 1961 wieder rekonstruiert.

Transaktion: Bremen, Am Brill 1-3
Transaktion: Bremen, Langenstraße 13

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