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Projekte | 15.12.2016

Aus IZ50/2016, S. 11

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:

Fahrbahnen wirtschaftlich schützen

Flüssigkunststoff, Gussasphalt oder Kunstharz. Beim Oberflächenschutz in Parkhäusern hat der Eigentümer die Qual der Wahl. fruitMedia.de/Pixelio.de
Flüssigkunststoff, Gussasphalt oder Kunstharz. Beim Oberflächenschutz in Parkhäusern hat der Eigentümer die Qual der Wahl.

fruitMedia.de/Pixelio.de

Häufige Wartungsmaßnahmen und Sanierungen beim Oberflächenschutz der Fahrbahnen zählen zu den größten Ärgernissen von Parkhauseigentümern. Die Auswahl der geeigneten Lösung fällt wegen der unterschiedlichen Produkteigenschaften schwer. Der TÜV Süd will mit einem Wirtschaftlichkeitsrechner Abhilfe schaffen.

Der in Parkhäusern und Tiefgaragen verbaute Stahlbeton wird durch die darüberrollenden Autos stark beansprucht. Das gilt besonders im Winter, wenn die Fahrzeuge salziges Schneewasser mit in das Gebäude tragen. Dies kann zu einer Korrosion der Stahlbewehrung im Beton führen und langfristig den Betrieb des Parkhauses einschränken oder sogar ganz zum Erliegen bringen.

Die Gebäudeeigentümer behelfen sich deshalb mit verschiedenen Produkten, die einen Oberflächenschutz bieten sollen. Doch die Auswahl an Mitteln ist groß. "Immer wieder werden teure Fehlentscheidungen getroffen, weil sich anfangs günstige Schutzsysteme im weiteren Verlauf der Nutzung als besonders wartungsintensiv oder erneuerungsbedürftig erweisen", erklärt Norbert Swoboda, Fachgruppenleiter Sanierung & Instandsetzung bei TÜV Süd Industrie Service.

Häufig zum Einsatz kommt die große Gruppe der Kunstharze. Diese werden recht dünn aufgetragen, mit Materialstärken von 2,5 bis 5 mm, und teils mit Quarzsand abgestreut. Es gibt sie mit starren oder dynamischen Eigenschaften. Letzteres ist teurer, ermöglicht aber, kleinere Risse im Bodenbelag auszugleichen. Beim Darüberfahren mit dem Auto fällt der Belag durch das typische Quietschen auf. Die Kosten für den Kunstharz liegen zwischen 20 Euro/m² und 50 Euro/m².

"Im Kommen sind bituminöse Varianten", weiß Swoboda. Dabei handelt es sich um Gussasphalt, der mit deutlich höheren Stärken angewendet wird, die im Gebäudeinnern etwa 40 mm betragen und auf Freidecks sogar 60 mm bis 70 mm. "Das ist auch bei den Gebäudelasten zu berücksichtigen." Das Verfahren sei zwar mit 50 Euro/m² bis 80 Euro/m² meist teurer als eine Kunstharzbeschichtung. Während diese aber im besten Fall 25 Jahre halte, könne die bituminöse Variante auch 60 Jahre im Einsatz sein. Zudem müsse beim Kunstharz früher nachgebessert werden.

Bei einem Parkhaus mit einer entsprechenden Lebensdauer kann sich deshalb die anfängliche Mehrinvestition für den Gussasphalt rechnen und letztlich sogar eine Einsparung in Millionen-Euro-Höhe erzielen. Dies sofern der Eigentümer das Gebäude entsprechend lange in seinem Bestand hält. Einen kleineren Nachteil gibt es bei diesem Verfahren allerdings noch: "Der Gussasphalt ist dunkel." Dieses Problem könne dann ggf. mit Markierungen und einer stärkeren Parkhausbeleuchtung etwas kompensiert werden.

Den Farbnachteil hat das dritte Produkt, der Flüssigkunststoff, nicht. Dieser kann in verschiedenen Farbtönen erstellt werden und liegt bei der Materialdicke zwischen 4 mm und 5 mm. Er härtet schnell aus, was von Vorteil ist, wenn bei einer Projektfertigstellung die Zeit knapp wird, und ist ebenfalls langlebig. Allerdings gehen hier die Preise laut Swoboda erst bei etwa 70 Euro/m² los und reichen bis deutlich über 100 Euro/m².

Ist die Abdichtung erst einmal angebracht, kann nicht jede einfach später durch eine andere ersetzt werden. Nachträglich aufgebrachter Gussasphalt würde sich z.B. wegen der hohen Einbautemperatur nicht mit einer vorhandenen Kunstharzschicht vertragen. Diese müsste dann zunächst abgeschliffen werden. Auch umgekehrt ist es ein Problem, weil sich der Asphalt durch Motorabwärme etwas verformen kann. Das würde eine darüberliegende Kunstharzschicht nicht mitmachen. Ein Wechsel von Kunstharz zu Flüssigkunststoff ist weniger problematisch.

TÜV Süd hat eine Software zur Analyse der Investitions- und Lebenszykluskosten des Oberflächenschutzes entwickelt, um Anwendern die Produktauswahl zu erleichtern. Das Programm nutzt einerseits verschiedene objektbezogene Daten z.B. zur Häufigkeit der Nutzung, zur Flächengröße und zur Konstruktion des Parkhauses. Dazu kommen Informationen aus einer Marktstudie, für die der Dienstleister u.a. Produkthersteller, Bauunternehmen sowie Parkhausbetreiber und -planer befragt hat.

Welche Materialeigenschaften ein Parkhaus besitzt, kann auch bei dessen Verkauf eine Rolle spielen. Nach Swobodas Erfahrung wird bei einer technischen Due Diligence auch der Oberflächenschutz bewertet. Geringe Restnutzungsdauern könnten dabei zu Abschlägen führen.

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