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Anlagen | 15.12.2016

Aus IZ50/2016, S. 6

Von Bernhard Bomke

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Real I.S., Bayerische Landesbank (BayernLB), Dr. Peters Group, Patrizia GrundInvest
  • Organisationen:
    Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
  • Personen:
    Andreas Heibrock, Joachim Fritz, Anselm Gehling
  • Finanzprodukte:
    PATRIZIA GrundInvest Stuttgart Südtor, Patrizia GrundInvest Campus Aachen, Patrizia GrundInvest Kopenhagen Südhafen, Patrizia GrundInvest Den Haag Wohnen, DS-Rendite-Fonds Nr. 18
  • Immobilienart:
    Shoppingcenter, Hotel & Gastronomie, Senioren-/Pflegeimmobilien

Offensive bei Publikums-AIF: Patrizia legt vor, Dr. Peters folgt 2017

Patrizia GrundInvest
So sieht die Wohnungsanlage in Kopenhagen aus, in die ein geschlossener Publikums-AIF von Patrizia GrundInvest anlegt.

Patrizia GrundInvest

Anfang 2015 dachten manche, das Ende der Spezies geschlossene Publikumsfonds stehe unmittelbar bevor. Nicht so Patrizia GrundInvest und Dr. Peters. Die beiden taten damals kund, sie wollten nun mit solchen Fondsangeboten erst richtig loslegen. Fast zwei Jahre später zeigt sich: Patrizia GrundInvest bringt tatsächlich einen Fonds nach dem anderen. Dr. Peters dagegen kündigt nun für 2017 den ersten regulierten Immobilienfonds für Privatanleger an.

Dass wir noch keinen Immobilien-Publikums-AIF auf den Markt gebracht haben liegt daran, dass wir uns zunächst mehr auf die Platzierung unseres ersten Flugzeug-AIF mit einem Eigenkapitalvolumen von rund 80 Mio. Euro konzentrieren mussten", erklärt Anselm Gehling, der CEO von Dr. Peters. In der Sparte Immobilien werden die Dortmunder auch in der nächsten Zeit nicht abheben, aber Gehling ist zuversichtlich, im kommenden Jahr ein Immobilienprojekt "als Publikums-AIF lancieren zu können". Aktuell seien mehrere Immobilienangebote, allesamt Hotelobjekte, "recht weit im Prüfprozess fortgeschritten". Grundsätzlich interessiert sich der Asset-Manager neben Hotels in erster Linie für Seniorenimmobilien und Einkaufszentren.

Gänzlich ohne Immobilieninvestment verbrachten die Westfalen die bald zwei Jahre seit ihrer Ankündigung, an die alte Zeit mit geschlossenen Immobilienfonds anknüpfen zu wollen, nicht. Gemeinsam mit ein paar anderen Investoren steckten sie etwa 25 Mio. Euro in ein Neubauprojekt an der Ostsee. Auf einer Fläche neben dem Carat-Hotel in Grömitz, das dem von Dr. Peters einst initiierten DS-Rendite-Fonds Nr. 18 gehört, finanzierten sie den Bau einer Apartmentanlage mit Wellnesszone. Fonds Nr. 18 gehört zu den 50 geschlossenen Beteiligungen, die die Dortmunder in den Jahren 1977 bis 2007 auf den Markt gebracht hatten. Sie summierten sich auf fast 600 Mio. Euro (davon fast 320 Mio. Euro bei Privatanlegern eingesammeltes Eigenkapital).

Ganz anderes wurde aus den Plänen von Patrizia GrundInvest. Geschäftsführer Andreas Heibrock, der zusammen mit Joachim Fritz von der BayernLB-Tochter Real I.S. gekommen war, um erstmals unter der Patriziaflagge geschlossene Publikums-AIF aufzulegen, nahm sich Anfang 2015 noch für jenes Jahr den Start eines ersten solchen Beteiligungsangebots vor. Das erschien ihm keineswegs zu ehrgeizig, denn Heibrock und Fritz waren von der Real I.S. eine hohe Schlagzahl beim Platzieren geschlossener Fondsprodukte gewohnt. Sie hatten dort binnen zehn Jahren 26 Immobilienfonds aufgelegt. "Nur bei einem davon, einem Asienfonds, sagen wir, den hätten wir nicht machen sollen", erklärt Heibrock. Mit den anderen 25 Fonds ist er zufrieden.

Das mit dem ersten Patriziafonds im Jahr 2015 wurde zwar nichts (Heibrock: "Unsere Zulassung bei der BaFin hat ein halbes Jahr gedauert, und dann ist uns auch noch eine Immobilie weggeschnappt worden."), aber seit Februar dieses Jahres läuft das Geschäft offenbar wie geschmiert. Vier Publikums-AIF mit einem Investitionsvolumen von 230 Mio. Euro brachten die Augsburger seither auf den Markt. Mehr als 60 Mio. Euro Eigenkapital sammelten ihre mehr als 150 Vertriebspartner bis Ende November bei über 1.300 Anlegern ein. Bis Ende des Jahres erwartet Heibrock mehr als 70 Mio. Euro.

Patrizia bringt 2017 die Fonds fünf und sechs

Für 2017 hat er noch ehrgeizigere Pläne. Unlängst wurden für die Publikums-AIF Nummer fünf und sechs zwei Gewerbeimmobilien in München und im Rhein-Main-Gebiet erworben. Die Fonds wird Patrizia GrundInvest Heibrocks Plänen zufolge Anfang resp. im Frühjahr 2017 in den Vertrieb geben. Sie haben zusammen ein Eigenkapitalvolumen von etwa 95 Mio. Euro, wovon zwei Drittel auf den Fonds mit der Rhein-Main-Immobilie entfallen sollen. Die prognostizierten jährlichen Ausschüttungen der beiden Fonds gibt der Geschäftsführer mit 4% bis 5% an. Das entspricht dem Rahmen, den er in diesem Jahr mit den ersten vier Fonds abgesteckt hat.

Für den ersten Fonds Patrizia GrundInvest Campus Aachen, dessen 24,3 Mio. Euro Eigenkapital nach vier Monaten platziert waren, sagen die Augsburger 5% Ausschüttung im Jahr voraus. Die Anleger beteiligten sich im Schnitt mit 49.500 Euro. Das Nachfolgeprodukt namens Patrizia GrundInvest Stuttgart Südtor soll 4,5% p.a. bringen. Rund drei Viertel der 55,3 Mio. Euro Eigenkapital sind mittlerweile platziert. Erst am Beginn der Vertriebsperiode sind die beiden Wohnungsfonds, die in Den Haag und Kopenhagen investieren.

Wer Heibrock zuhört, könnte den Eindruck gewinnen, das Geschäft mit geschlossenen Publikums-AIF sei ein Selbstläufer. Das ist es nicht - zumal auf einem Markt, auf dem im Zuge der Regulierung neben Patrizia GrundInvest nur wenige Adressen wie die Project-Gruppe, Jamestown, WealthCap und ZBI stabile Größen geblieben sind. Der Geschäftsführer profitiert nach eigenem Bekunden davon, mit der Mutter Patrizia einen prominenten Asset-Manager zu haben, der auch Banken zugänglich stimmt. Und er setzt auch im Online-Zeitalter auf klassischen Vertrieb. "Die Menschen erreicht man nicht, wenn man Werbung vor der Tagesschau schaltet", sagt Heibrock, "sondern nur, wenn sie von einem Berater angesprochen werden."

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