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Anlagen | 01.12.2016

Aus IZ48/2016, S. 5

Von Monika Hillemacher

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Deutsche Bank Bauspar AG, BHW Bausparkasse, Bausparkasse GdF Wüstenrot
  • Organisationen:
    Bundesgerichtshof (BGH), Europäische Zentralbank (EZB)
  • Finanzprodukte:
    Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds (BESF)

Bausparkassen machen Sicherungsfonds zu

Kunden von Wüstenrot müssen in Zukunft ebenfalls ohne zusätzliche Sicherung ihrer Bausparguthaben auskommen. Wüstenrot
Kunden von Wüstenrot müssen in Zukunft ebenfalls ohne zusätzliche Sicherung ihrer Bausparguthaben auskommen.

Wüstenrot

Die Bausparkassen stehen wegen der niedrigen Zinsen unter Ertragsdruck. Als Reaktion darauf lösen sie Ende Februar 2017 den Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds (BESF) auf. Nach der Kündigung hochverzinster Altverträge ist das die nächste Kröte, die Bausparer schlucken müssen.

Mit dem Ende des Fonds wollen die Bausparkassen Kosten drücken: Ihnen ist der Aufwand für die über die gesetzliche Einlagensicherung (bis 100.000 Euro) hinausgehende Absicherung der Guthaben schlicht zu hoch. Dem BESF gehören zehn Unternehmen an, die großen unter ihnen sind BHW und Wüstenrot.

Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) greift die Bilanzen der Institute an. Nach Angaben des Verbands der Privaten Bausparkassen sank der Zinsüberschuss, der Gradmesser des Erfolgs, zwischen 2011 und 2015 branchenweit um 16% auf 2,8 Mrd. Euro. Mit 2,2 Mrd. Euro habe der operative Ertrag 2015 auf einem historischen Tief gelegen. Vor dem Hintergrund halten die Bausparkassen den regulatorischen Aufwand für den BESF für "nicht mehr verantwortbar".

Grundproblem der Bausparkassen sind in der Vergangenheit zugesagte hohe Guthabenzinsen. Die lassen sich in der aktuellen Lage kaum gegenfinanzieren. Das belastet den Ertrag. Schon seit längerem versuchen die Bausparkassen deshalb, Kunden mit gut dotierten Altverträgen loszuwerden, und verschicken reihenweise Kündigungen. Der Streit darüber, ob die Kündigungen rechtens sind oder nicht, beschäftigt nächstes Jahr den Bundesgerichtshof - und belastet den Ruf der Branche, die immer als grundsolide galt. Das jetzt angekündigte Aus für den BESF bedeutet einen weiteren Imagekratzer. Der Branchenverband beeilt sich denn auch zu versichern, "alle Kunden können auf die Stabilität des Systems vertrauen".

Das Ende des BESF trifft vergleichsweise wenig Kunden: Solche, die über die Jahre mehr als 100.000 Euro Guthaben angespart haben und somit mehr, als von der gesetzlichen Einlagensicherung abgedeckt ist. Von diesen über 100.000 Euro hinausgehenden Einlagen haben die BESF-Mitglieder insgesamt 2,1 Mrd. Euro in ihren Büchern. Rund 760 Mio. Euro davon entfallen auf das Bauspargeschäft. Der Betrag verteilt sich auf 19.000 Bausparverträge. Das heißt, bei den bislang vom BESF abgesicherten Beträgen geht es im Durchschnitt um etwa 40.000 Euro. Die 19.000 Verträge entsprechen nur 0,2% des Bestands (gesamt: 9 Mio. Verträge), weshalb der Branchenverband beteuert, "für 99,8% der Bausparkunden ändert sich nichts". Die Einschränkung der Garantie trifft aber auch institutionelle Anleger wie Versicherungen und Kommunen. Sie haben 1,3 Mrd. Euro an Guthaben zur reinen Geldanlage bei den Bausparkassen geparkt.

Als Beispiel für den zu viel gewordenen Aufwand nennt der Verband die Anpassung des BESF an das gesetzliche Einlagensicherungssystem. So sei die Auszahlungsfrist im Entschädigungsfall von 20 auf sieben Arbeitstage gekürzt worden. Um dies leisten zu können, hätten die Bausparkassen "organisatorisch und technisch aufrüsten müssen". Das wollten sie nicht. Stattdessen machen sie den seit 1991 bestehenden BESF ganz zu.

Wie viel Geld in dem Topf steckt, will der Branchenverband nicht sagen. Offen ist noch, was mit dem Kapital passiert. Dass es auf die Mitglieder des Sicherungsfonds verteilt wird, schließt der Verband nicht aus.

Bausparguthaben unter 100.000 Euro sind von der freiwilligen Zusatzabsicherung der Bausparkassen nicht erfasst. Das Geld ist und bleibt - vergleichbar den Spargeldeinlagen bei der Bank - über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

Die Landesbausparkassen und Mit-Marktführer Schwäbisch Hall gehören dem BESF nicht an. Ihre Kundeneinlagen sind über die jeweiligen Institutssicherungen der genossenschaftlichen Bankgruppe und der Sparkassen abgesichert. Für die Deutsche Bank Bauspar AG steht die Konzernmutter Deutsche Bank gerade.

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