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Märkte | 16.04.2018

Von Volker Thies

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Frankfurt am Main
  • Organisationen:
    Stadt Frankfurt am Main, Land Hessen
  • Personen:
    Peter Feldmann, Mike Josef
  • Immobilienart:
    Wohnen

Frankfurt gibt mehr Geld für Sozialwohnungen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Weil zinsfreie Darlehen kaum noch Projektentwickler hinter dem Ofen hervorlocken, legt die Stadt Frankfurt jetzt ein Zuschussmodell für den geförderten Wohnungsbau auf.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Die Stadt Frankfurt will den Bau von Sozialwohnungen mit einem neuen Zuschussmodell schmackhafter machen. Zugleich setzt sie die Dauer der Sozialbindungen deutlich herauf.

Der Magistrat hat in seiner jüngsten Sitzung ein neues Regelwerk für den sogenannten ersten Förderweg verabschiedet, der Wohnungen für Menschen mit besonders niedrigem Einkommen schaffen soll. Wenn auch die Stadtverordneten zustimmen, wird es in Zukunft neben den bereits bekannten zinslosen Darlehen eine Fördervariante mit einem Zuschuss von bis zu 900 Euro/qm für den Bau solcher Wohnungen geben.

Zehn Jahre längere Sozialbindung

"Damit machen wir deutlich, wie wichtig für uns der soziale Wohnungsbau in Frankfurt ist. Klar ist aber auch, dass wir Steuergeld nachhaltig einsetzen müssen. Wir haben daher die Bindungen der geförderten Wohnungen um zehn Jahre auf 30 Jahre verlängert", sagt Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Bereits im Sommer 2017 hatte die Stadt die Zweckbindung und damit die Mietpreisbegrenzung für den zweiten Förderweg, der auf Haushalte mit mittleren Einkommen zielt, auf 30 Jahre angehoben. Bei Wohnungsgesellschaften, die der Stadt oder dem Land Hessen nahestehen, soll die Bindung sogar über die 30 Jahre hinausgehen.

Der Magistrat hofft, dass das neue Zuschussmodell zu einer größeren Nutzung des Programms durch Bauherren führt. "Mit der Überarbeitung des Förderwegs eins gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt, um unsere Wohnungsbauförderprogramme noch attraktiver zu machen. Wir schaffen in der Konsequenz langfristig deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum", sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

9.500 Haushalte warten auf Sozialwohnungen

Zum überarbeiteten Fördermodell kommen, wie bisher, Zusatzförderungen für barrierefreie Sozialwohnungen, solche in Passivbauweise und für Gemeinschaftsräume. Die Darlehen sind die ersten 30 Jahre zinslos. Den bisherigen Festzins von 0,5% und den Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von 0,3% hat der Magistrat in seinem Entwurf gestrichen. Wer vorzeitig aus der Bindung ausscheiden will, muss den Zuschuss auch vollständig zurückzahlen. Das ist allerdings erst nach zehn Jahren möglich, und die Bindung wirkt auch in diesem Fall noch fünf Jahre nach.

Darüber hinaus bestätigte die Stadtverwaltung auf Nachfrage der Immobilien Zeitung, dass eine weitere Magistratsvorlage zum sozialen Wohnungsbau in Arbeit ist. Sie soll unter anderem für die inzwischen obligatorischen 30% geförderten Wohnraums bei Neubauprojekten eine hälftige Aufteilung auf den ersten und den zweiten Förderweg festschreiben. Nach Angaben der Stadtverwaltung stehen derzeit 9.500 Haushalte auf der Warteliste für eine Sozialwohnung. Die kommunale Wohnbauförderung betrage rund 45 Mio. Euro im Jahr.

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