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Märkte | 10.04.2018

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Immobilienbranche geht die Puste aus

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lea Gericke
Der Wohnungsbau in den sieben deutschen Immobilienhochburgen lahmt.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lea Gericke

„Der Immobilienbranche geht es gar nicht gut“, kommentiert der Vorstand des Analysehauses bulwiengesa, Andreas Schulten, seine druckfrische Projektentwicklerstudie, die heute Morgen in Berlin vorgestellt wurde. „Wir sehen eine Gefahr für Investoren und Städte.“

Zum ersten Mal seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 kommen alle zwischen 2015 und 2022 fertiggestellten, im Bau befindlichen und geplanten Projekte in den sieben großen deutschen Städten Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln und Stuttgart addiert auf weniger Projektvolumen als im Jahr zuvor. Nun ist ein Rückgang um 0,3% Fläche auf 26,9 Mio. qm oder rund 200 Mrd. Euro zwar marginal, aber Schulten warnt: Was die Lehman-Pleite vor knapp zehn Jahren nicht vermochte, schafften galoppierende Grundstückspreise in den A-Städten, endlose Genehmigungsprozeduren und „regulatorische Restriktionen“ auf den Ämtern und heftig steigende Baukosten für Mensch und Material. Bauen sei in den großen Städten einfach zu teuer geworden.

Wohnungsbau ist der größte Verlierer

Mit -2% oder 350.000 qm Fläche ist der Wohnungssektor größter Verlierer. Die rote Laterne trägt Hamburg (-5,1% oder 147.000 qm Fläche). Berlin verliert 3,5% Fläche und kommt auf ein Minus von 214.000 qm.
Nun ist der Rückgang der Wohnprojekte nichts Neues. Das war 2017 auch schon so. Doch im vergangenen Jahr konnten Büroentwicklungen die Abwärtsspirale noch aufhalten. Am Ende stand immer noch ein Plus von 4%. Diesmal jedoch nicht, obwohl Büroentwickler eine ordentliche Schippe obendrauf legten. Die Quadratmeterzahlen aller zwischen 2015 und 2022 fertiggestellten, im Bau befindlichen und geplanten Bürohäuser in den sieben Topstädten wuchsen um 5,5% oder 290.000 qm.

Spekulation lähmt den Markt

Doch nicht nur teure Grundstücke, bockige Rathäuser und hohe Baukosten lähmen den Wohnungsbau. Hinzu kommt laut Schulten: „In den großen Städten wird richtig spekuliert.“ Ein Blick auf die aktuelle Projektliste zeige, dass etwa 15% bis 20% der Projekte in der Fertigstellung im Vergleich zum Vorjahr nach hinten geschoben wurden. Etwa ein Drittel dieser Projekte ist in Berlin angesiedelt. Nun heiße nach hinten schieben nicht immer gleich Spekulation - aber Gefahr. „Wenn man auf weiter steigende Preise schielt und dann kommt der Knick in den Markt - dann wird gar nichts mehr gebaut,“ warnen die Autoren. Immer mehr Entwickler kehren den großen Städten den Rücken und weichen in die Speckgürtel oder gleich in B- und C-Städte aus, wo Bauland noch erschwinglich ist.

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