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Recht | 14.02.2018

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Berlin
  • Projekte:
    Hotel Adlon Unter den Linden Berlin
  • Unternehmen:
    Signal Iduna
  • Organisationen:
    Landgericht Dortmund
  • Personen:
    Anno August Jagdfeld, Thomas A. Fritsch, Reinhold Schulte, Christoph Dorner, Willi Pawel, Klaus-Dietrich Schrepp, Ulrich Leitermann, Klaus Sticker, Karl-Josef Bierth, Edzard Bennmann
  • Immobilienart:
    Hotel & Gastronomie

Richter dehnt Zeugenbefragung im Jagdfeld-Prozess aus

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Die Kammer am Dortmunder Landgericht unter Vorsitz von Richter Willi Pawel (Mitte) hat den Freitag als Zusatztermin für die Zeugenbefragung im Jagdfeld-Prozess angesetzt.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Im Prozess um 1 Mrd. Euro, die Adlon-Entwickler Anno August Jagdfeld von der Signal Iduna wegen angeblicher Verabredung zum Rufmord fordert, hat der Vorsitzende Richter Willi Pawel diesen Freitag als zusätzlichen Zeitraum für die Zeugenbefragung angesetzt. Die drei Stunden, die für die gestrige Aussage des Signal-Iduna-Chefs Ulrich Leitermann angesetzt waren, hatten bei weitem nicht ausgereicht.

Im Saal 101 des Dortmunder Landgerichts steht am heutigen Mittwoch der mittlerweile fünfte Tag der Zeugenaussagen im Jagdfeld-Prozess auf dem Programm. Geladen ist erneut der ehemalige Bereichsleiter für Beteiligungen und Prokurist der Signal Iduna, Klaus-Dietrich Schrepp. Sein früherer Chef Ulrich Leitermann, der seit 2013 Vorstandsvorsitzender der Versicherung ist, kam gestern zu Wort. Er wird am Freitag nochmals bei Gericht erscheinen müssen, Richter Willi Pawel hat die Zeugenbefragung extra um einen Tag ausgedehnt.

An den bisherigen Prozesstagen kamen von Seiten der Signal Iduna das ehemalige Vorstandsmitglied Klaus Sticker, der amtierende Vorstand Karl-Josef Bierth, Pressesprecher Edzard Bennmann und ein früherer Mitarbeiter der Rechtsabteilung zu Wort. Außerdem waren unter anderem zwei Anleger des Adlon-Fonds als Zeugen geladen.

Zeugen bestreiten Rufmordabsichten

Alle Befragten bestritten einhellig, dass es eine Verabredung zu einer gemeinsamen Rufmordkampagne gegeben habe, wie das die Anwälte von Jagdfeld nachzuweisen versuchen. Auch distanzierten sich die Zeugen vom Gebaren des mittlerweile verstorbenen Anlegeranwalts Thomas A. Fritsch, der als Sprachrohr einer Schutzgemeinschaft der Adlon-Anleger, bei der auch die Signal Iduna Mitglied war, mit drastischen Worten Stimmung gegen Jagdfeld gemacht hatte.

So sprach Fritsch in Bezug auf die Adlon-Gesellschaften seinerzeit von "mafiaartigen Strukturen", man werde "Jagdfeld und seine Entourage entsorgen" und der Entwickler begehe "Untreue vor laufender Kamera". Die von Fritsch 2011 eingereichte Strafanzeige wegen Jagdfelds angeblicher Untreue hielt jedoch der gerichtlichen Überprüfung nicht stand. Der Anlegeranwalt war vielmehr gezwungen, Teile seiner Aussagen öffentlich zu widerrufen.

Fritsch behauptete, es gäbe Hintermänner

Der Adlon-Anleger Christoph Dorner, der am vergangenen Mittwoch vor Gericht aussagte, konnte aufgrund minutiöser Aufzeichnungen belegen, wann er sich von Fritsch wegen dessen Methoden abwendete: Am 21. Juni 2011 habe es ein Telefonat gegeben, in dem der Anlegeranwalt von einem "Wirtschaftskrieg" gesprochen habe. Es gäbe Leute, die hinter ihm stünden, habe Fritsch behauptet. Und wenn der Komplementär (d.h. Jagdfeld) erst einmal ausgetauscht sei, werde man genau sehen, wer dieses Vorhaben unterstützt habe. Die Absetzung von Jagdfeld scheiterte jedoch ohnehin, die Aussage von Fritsch blieb damit eine bloße Behauptung.

Die entscheidende Frage dürfte sein, ob und inwieweit die Signal Iduna sich das Verhalten von Fritsch zurechnen lassen muss. Die Jagdfeld-Anwälte versuchen zu belegen, dass es enge Absprachen zwischen der Versicherung und dem Anlegeranwalt gegeben hat, dass die Schutzgemeinschaft womöglich gar auf Betreiben der Signal Iduna ins Leben gerufen wurde. Die Versicherung bestreitet beides vehement.

Signal Iduna wollte vor allem Kosten sparen

Der frühere Prokurist Schrepp führte vergangene Woche aus, dass es sich um einen Beitritt zu einer bereits bestehenden Anleger-Schutzgemeinschaft gehandelt habe. Die Versicherung habe das Angebot von Fritsch vor allem angenommen, um die Rechtslage beim Adlon-Engagement kostengünstig überprüfen zu lassen.

"Unsere Anwälte kosteten bis zu 500 Euro die Stunde", erklärte Schrepp. Fritsch hingegen sei pauschal aus dem Mitgliedsbeitrag für die Schutzgemeinschaft entlohnt worden. Der habe 0,75% der Anlagesumme betragen, im Falle der Signal Iduna waren das 37.500 Euro. Weitere Gelder seien laut Schrepp nicht an den Anwalt geflossen.

Der entscheidende Fax-Anhang fehlt

Um die Beweggründe der Versicherung zum Beitritt in die Schutzgemeinschaft zu erklären, verwies Schrepp auf ein Fax von Fritsch, das dieser Mitte 2009 an die Signal Iduna versandt hatte. Das enthielt unter anderem ein Beitrittsformular sowie das Motivationsschreiben eines weiteren ehemaligen Adlon-Anlegers, der vergangenen Mittwoch ebenfalls als Zeuge aussagte.

Wie die Jagdfeld-Anwälte ausführten, gab es dieses Schreiben jedoch in mindestens drei verschiedenen Versionen. Welches das ursprüngliche war, wusste der Zeuge nicht mehr zu sagen. Und welche Version die Versicherung tatsächlich erhalten hat, ist ebenfalls unklar, denn der entsprechende Fax-Anhang fehlt in den Gerichtsakten.

Für den morgigen Donnerstag steht im Jagdfeld-Prozess unter anderem die Zeugenaussage des ehemaligen Signal-Iduna-Vorstandsvorsitzenden und jetzigen Aufsichtsratschefs Reinhold Schulte an.

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