Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Unternehmen | 06.12.2017

Von Nicolas Katzung

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Zinsland, Arplan Projektgesellschaft Alpha 1, Conrem Ingenieure
  • Organisationen:
    Amtsgericht München
  • Personen:
    Heinz Michael Groh, Carl-Friedrich von Stechow
  • Immobilienart:
    Wohnen

Insolvenzverfahren für Schwarmprojekt von Zinsland eröffnet

Quelle: Arplan Projektgesellschaft Alpha 1 GmbH
Die Baustelle des schwarmfinanzierten Wohnprojekts Luvebelle in Berlin-Tempelhof.

Quelle: Arplan Projektgesellschaft Alpha 1 GmbH

Die Pleite des ersten deutschen Immobilienschwarmprojekts ist perfekt: Das Amtsgericht München hat für die Conrem Ingenieure GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet. Über die Crowdinvestingplattform Zinsland haben 274 Anleger der Gesellschaft 499.500 Euro für ein Bauprojekt in Berlin geliehen. Ihnen droht nun der Totalverlust.

Am 8. September hatte Geschäftsführer Heinz Michael Groh für die Conrem Ingenieure GmbH Insolvenz angemeldet - rein vorsorglich, wie Groh gegenüber Carl-Friedrich von Stechow, Geschäftsführer von Zinsland, kurz darauf versicherte. Nachdem es zu Verzögerungen bei den Bauarbeiten für ein Mikroapartmentgebäude in Berlin gekommen ist und sein kaufmännischer Projektleiter überraschend das Unternehmen verlassen hatte, musste sich Groh zunächst einmal einen Überblick verschaffen, argumentierte der Münchner Bauunternehmer.

Nun ist klar: Aus einer vorsorglichen Handlung ist offenbar ein Ernstfall geworden. Das Amtsgericht München hat zum 1. Dezember wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet.

Zinsland hatte einen potenziellen Käufer

In einer Stellungnahme bedauert Zinsland, dass Herr Groh sich gegen eine Rücknahme des Insolvenzantrags entschieden hat. Nach wie vor sei der Grund für diese Entwicklung für uns in Teilen nicht nachvollziehbar. „Uns wurde kein Blick in die Akten genehmigt. Deswegen sind wir weiterhin im Unklaren über den Grund für die Insolvenz“, berichtet von Stechow. Das sei vor allem deshalb bedauerlich und schwer nachvollziehbar, weil Zinsland einen Investor für die Gesellschaft ins Spiel gebracht hat.

Die Anleger seien über die Entwicklungen heute informiert worden. Rund eine halbe Million Euro hatten sie Conrem per Nachrangdarlehen geliehen - das Geld werden sie wohl nicht wieder sehen. Ein Komplettverlust wird nach den Worten des Zinsland-Geschäftsführers jedenfalls nun „leider wahrscheinlicher“.

Von Stechow ärgert sich deshalb über das Verhalten des Conrem-Geschäftsführers, der direkt an den Insolvenzverwalter herangetreten ist, ohne vorher mit Zinsland gesprochen zu haben. „Wäre er zuerst zu uns gekommen, hätten wir vielleicht noch was retten können. Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass das Projekt stimmig ist.“

Auch zweiter Zinsland-Tranche droht Totalausfall

Schlechte Nachrichten gibt es auch für die Gläubiger der Conrem-Tochter Arplan Projektgesellschaft, für die Groh ebenfalls Insolvenz angemeldet hatte. Nach Auskunft des vorläufigen Insolvenzverwalters wird es „nach derzeitigem Sachstand voraussichtlich zu einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens kommen“. Eine Entscheidung soll im Januar getroffen werden. Auch für Arplan wurde eine Schwarmfinanzierung über Zinsland vermittelt, und zwar in Höhe von 750.000 Euro, ebenfalls in Form eines Nachrangdarlehens. Kommt es zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens, ist nach den Worten des Insolvenzverwalters „aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, dass auf nachrangige Forderungen eine Zuteilung erfolgen wird“.



In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!