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Recht | 27.11.2017

Von Christoph von Schwanenflug

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Drogerie Schlecker, LDG
  • Organisationen:
    Landgericht Stuttgart
  • Personen:
    Anton Schlecker, Lars Schlecker, Meike Schlecker

Anton Schlecker muss nicht ins Gefängnis

Quelle: imago, Urheber: Elbner
Anton Schlecker auf einem Foto aus diesem Jahr.

Quelle: imago, Urheber: Elbner

Der ehemalige Drogeriemarktunternehmer Anton Schlecker ist heute vom Landgericht Stuttgart zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Seine Kinder Lars und Meike wurden härter bestraft.

Das Landgericht Stuttgart hat heute die Urteile im Schlecker-Prozess gesprochen. Anton Schlecker, Gründer der Drogeriemarktkette, wurde wegen vorsätzlichen Bankrotts in vier Fällen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 54.000 Euro verurteilt. Mit diesem Strafmaß kommt er um eine Gefängnisstrafe herum. Die Hauptverhandlung hatte am 6. März dieses Jahres begonnen. Es gab 29 Verhandlungstage.

Sein Sohn Lars bekam zwei Jahre und neun Monate, seine Tochter Meike zwei Jahre und acht Monate. Die Kinder wurden für Untreue in Tateinheit mit vorsätzlichem Bankrott, vorsätzlicher Insolvenzverschleppung und Beihilfe zu zwölf bzw. zwei Bankrotttaten ihres Vaters verurteilt. Freiheitsstrafen von über zwei Jahren können nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Mit seinem Schuldspruch blieb das Gericht im Falle von Anton Schlecker unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die für den Senior eine Haftstrafe von drei Jahren gefordert hatte. Im Falle der beiden Kinder folgte das Gericht den Anträgen der Anklagebehörde. Diese hatte lediglich für Lars eine geringfügig höhere Strafe verlangt (zwei Jahre und zehn Monate). Die Verfahren gegen zwei mitangeklagte Wirtschaftsprüfer waren bereits im Mai gegen Geldauflagen von 20.000 Euro bzw. 25.000 Euro eingestellt worden. Auch das Verfahren gegen Anton Schleckers Ehefrau Christa ist bereits gegen Zahlung eines Geldbetrags von 60.000 Euro eingestellt worden.

Verfahren gegen Schleckers Ehefrau gegen Geldauflage eingestellt

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Anton Schlecker, obwohl er spätestens am 1. Februar 2011 die Gefahr einer Insolvenz von Schlecker erkannt haben musste, seiner Firma nach und nach Vermögenswerte in Höhe von 3,6 Mio. Euro entzogen habe. Die sei durch Zahlungen überhöhter Stundensätze an die faktisch von seinen Kindern geführte Logistikfirma LDG geschehen oder durch Geldgeschenke an seine Enkelkinder. Schlecker habe aber nicht aus Gewinnsucht gehandelt, was sich strafmildernd auswirkte.

Die Kinder wurden vor allem deshalb verurteilt, weil sie sich im Januar 2012 rund 6,1 Mio. Euro von dem zu diesem Zeitpunkt hochverschuldeten Unternehmen LDG als Gewinnausschüttung auszahlen ließen. Strafmildernd habe bei allen Angeklagten die erfolgte Schadenswiedergutmachung gewirkt, teilt das Gericht mit. Der Vorsitzende Richter stellte in seiner Urteilsbegründung klar, dass die Vermögensverschiebungen nicht die Ursache der Insolvenz von Schlecker gewesen seien.

Das Unternehmen Schlecker hatte am 23. Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Am 27. Juni desselben Jahres wurden die letzten rund 2.800 deutschen Märkte geschlossen.

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