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Projekte | 09.10.2017

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Chemnitz: Begeisterungsstürme in der Sachsen-Allee?

Quelle: ECE
Schöne neue Welt im zwanzig Jahre alten Center Sachsen-Allee.

Quelle: ECE

Das zwanzig Jahre alte Shoppingcenter Sachsen-Allee im sächsischen Chemnitz erhält eine 12 Mio. Euro teure Frischzellenkur. Ob die im neuen Glanz erstrahlte Einkaufsmeile ähnliche Begeisterungsstürme auslöst wie seinerzeit die Eröffnung, bleibt abzuwarten.

Über 80.000 Neugierige waren am Tag der Eröffnung gekommen. Die Parkplätze auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs reichten nicht, um der Flut der Schaulustigen Herr zu werden. 80 Geschäfte, darunter ein C&A, ein Hettlage Bekleidungshaus, ein Allkauf-SB Warenhaus, ein Media Markt, ein DM-Drogeriemarkt und ein Aldi Discounter bespielten die 32.000 qm Verkaufsfläche. So war das damals. 1997, als die Sachsen-Allee ihre Tore öffnete.

Bestaunte Center ist alt und unmodern

Zwanzig Jahre später ist das seinerzeit bestaunte Einkaufsvergnügen mit seinen heute 85 Läden alt und unmodern. Grund genug für den geschlossene Immobilienfonds "Merkens Fünfzehn" als Eigentümer fast auf den Tag genau zwei Jahrzehnte später, 12 Mio. Euro in die Hand zu nehmen, und der Meile eine Schönheitskur zu verpassen.


Der Hamburger Centermanager ECE wird in den nächsten Monaten im Obergeschoss eine Fressmeile eröffnen, ohne die heutzutage nichts mehr geht. So nutzen laut einer ECE-Studie rund 60% der Center-Besucher fast jedes Mal das Gastronomieangebot. 40% gaben an, das Shopping-Center sogar auf Basis der Angebote an Essen und Trinken zu wählen. Grund genug für die Bauherren eine Galerie einzuziehen und acht Gastronomen 300 gemeinsame Sitzplätze bespielen zu lassen. Im Erdgeschoss werden die Modeangebote gebündelt und erweitert. Im Rahmen eines „Designkonzeptes" wird der zwei Jahrzehnte alte zentral am Thomas-Mann-Platz gelegene Kasten in warmen Farben neu angepinselt.

Stadt der Moderne beginnt sich zu mausern

Die derzeit 246.000 Einwohner zählende drittgrößte Stadt Sachsens verfügt nach jüngsten Analysen des Immobilienverbands Deutschlands IVD über ein im ostdeutschen und sächsischen Vergleich überdurchschnittlich hohes Pro-Kopf-Einkommen und eine höhere Kaufkraft als die Landeshauptstadt Dresden. Das spiegelt sich in den Ladenmieten in der Stadt wieder. Die Spitzenmiete liegt bei 50 Euro/qm, große Läden (ab 150 qm) an der Peripherie werden für 12 Euro/qm feilgeboten. In Ib-Lagen und in Nebenkerne rufen die Vermittler Preise zwischen 20 und 30 Euro/qm auf. Für ostdeutsche Verhältnisse ist das viel Geld.

Nur Dresden und Leipzig spielen mit Spitzenmieten von 150 bzw. 140 Euro/qm noch in einer gänzlich anderen Liga. Doch Chemnitz, die selbsternannte Stadt der Moderne, beginne sich zu mausern, sagen die Beobachter. „Die jahrelange Stabilität sowie die spürbaren positiven Entwicklungen der Stadt sind ausschlaggebend dafür, dass sich der Fokus nun nach Chemnitz richtet. Denn im Gegensatz zu Dresden und Leipzig, wo in naher Zukunft kaum noch Wertsteigerungen zu verzeichnen sein werden, beginnt man in Chemnitz gerade erst das enorme Potenzial zu heben", sagt Swetlana Schindler, Vertreterin des IVD Mitte-Ost in Chemnitz. Das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere: Chemnitz hat mit 0,9 qm/Einwohner die höchste Shoppingcenterdichte in Deutschland, schreibt das Beratungsunternehmen RegioData in einer Kurzstudie. Generell wiesen viele ostdeutsche Städte einen hohen Dichtewert auf, heißt es zur Erklärung. Das sei zum einen auf die "Goldgräberphase" nach der Wende zurückzuführen, habe aber auch mit dem Bevölkerungsverlust zu tun, der die Dichtewerte erhöhe. Große Städte hätten deutlich weniger Centerfläche pro Einwohner. Berlin z.B. komme mit Speckgürtel nur auf 0,43 qm/Einwohner.

Die Modernisierung und Aufwertung der Sachsen-Allee soll bis zum Spätsommer 2018 abgeschlossen sein. Ob sich wie vor 20 Jahren eine weiteres Mal die Schaulustigen in Gängen drängen, bleibt abzuwarten.

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