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Projekte | 13.09.2017

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Hamburg: Neuer Stadtteil gegenüber der Hafencity

Quelle: HafenCity Hamburg, Urheber: Hosoya Schaefer Architects
Eine Idee, wie der Kleine Grasbrook mal aussehen könnte. Perspektive von Westen: links die Hafencity und rechts der Kleine Grasbrook.

Quelle: HafenCity Hamburg, Urheber: Hosoya Schaefer Architects

Für Olympia 2024 hatte Hamburg den Kleinen Grasbrook bereits überplant. Die Bevölkerung wollte Olympia nicht, der Kleine Grasbrook wird trotzdem besiedelt. Wohnraum für 6.000 Menschen und bis zu 16.000 Arbeitsplätze sollen ab 2022 entstehen.

Die Hamburger Hafencity hat die Elbbrücken erreicht und wird voraussichtlich 2024 weitestgehend fertiggebaut sein. Zu diesem Zeitpunkt könnten die ersten Wohnungsbauprojekte auf dem Kleinen Grasbrook bereits im Bau sein.

Auf der Halbinsel am Südufer der Norderelbe - vis-á-vis der Hafencity-Quartiere Baakenhafen und Elbbrücken - soll die Innenstadt weiterentwickelt werden. In den nächsten 20 Jahren sollen hier 3.000 Wohnungen für 6.000 Menschen entstehen sowie vor allem bis zu 16.000 Arbeitsplätze. Denn in Hamburg wächst die Zahl der Arbeitsplätze schneller als die der Einwohner.

Hafenwirtschaft und Senat verhandeln ein Jahr

Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) verweist bei der Vorstellung des Konzepts auf die Planungen zur Entwicklung des zentralen Olympiageländes auf dem Kleinen Grasbrook sowie die Konzepte zur Nachnutzung als neuer Stadtteil. "Wir haben uns von den Olympiabildern inspirieren lassen. Aber es ist kein ganz einfaches Vorhaben und geht nur, wenn man sich frühzeitig verabredet." Damit zielt Scholz auf die Verhandlungen mit der Hafenwirtschaft sowie der Wirtschaftsbehörde.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Olaf Scholz auf dem Dach der HafenCity Universität. Am oberen Bildrand das Überseezentrum, das der Neuentwicklung weichen wird.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg (UVHH), spricht von "einem einjährigen Verhandlungsmarathon mit rund 100 Terminen" und lässt damit durchblicken, dass der Konsens zwischen Stadt- und Hafenentwicklung hart erarbeitet wurde. Am 1. August wurde vom UVHH, dem Industrieverband Hamburg und der Wirtschaftsbehörde eine Absichtserklärung zur Nutzung der Flächen des Überseezentrums und der angrenzenden Flächen unterzeichnet.

880.000 qm BGF für Wohnen und Arbeiten auf 44 ha

Dieses Areal bezeichnet die nördliche Halbinsel des Kleinen Grasbrooks zwischen Moldauhafen und Elbe. Hier sollen im Moldauhafenquartier und im Freihafenelbquartier auf 27 ha rund 425.000 qm BGF entstehen, davon 300.000 qm für die geplanten 3.000 Wohnungen und 10.000 qm für Kita sowie Grundschule.

Weiter im Hafengebiet bleibt das künftige Hafentorquartier auf der 70 ha großen südlichen Halbinsel des Kleinen Grasbrooks, dass auf gut 17 ha den Übergang zum Hafenareal bilden soll. Hier sind 355.000 qm BGF für Gewerbebauten - Forschung und Entwicklung, Büros und Produktion - vorgesehen, die gleichzeitig auch als Lärmriegel für die neuen Wohnflächen dienen sollen.

Ebenfalls umgenutzt werden auch die von der Tschechischen Republik genutzten Flächen am Saalehafen. Nach einer im Juni unterzeichneten Absichtserklärung sollen die Tschechen ein Grundstück für neue Hafenanlagen im Bereich des Kuhwerder Hafens bekommen, unweit des Reiherdamms.

Quelle: HafenCity Hamburg, Urheber: Hosoya Schaefer Architects
Drei Quartiere sind vorgesehen: Moldauhafenquartier (I), Freihafenelbquartier (II) und Hafentorquartier (III).

Quelle: HafenCity Hamburg, Urheber: Hosoya Schaefer Architects

Bonz, vor allem tätig als Geschäftsführer von Eurogate Container Terminal Hamburg, erklärte: "Hafenwirtschaftliche und Stadtentwicklungsinteressen wurden mit dem Letter of Intent unter einen Hut gebracht." Scholz zeigt eine Karte mit der Hafencity samt dem nordöstlich angrenzenden Entwicklungsgebiet Billebogen sowie dem Kleinen Grasbrook. "Schon die Hafencity allein ist das größte innerstädtische Stadtentwicklungskonzept in Europa. Billebogen und Kleiner Grasbrook ermöglichen die nördliche und südliche Integration der Hafencity."

Zudem wird damit eine weitere Lücke im Sprung über die Elbe geschlossen, wie der scheidende Oberbaudirektor Jörn Walter anmerkt. "Mit dem Projekt wird auch das Problemfeld angepackt: Wie binden wir die Veddel sinnvoll ein? Schön, dass ich das noch erleben darf."

HafenCity Hamburg entwickelt auch Kleinen Grasbrook

Wie Hafencity und Billebogen wird die Entwicklung des Kleinen Grasbrook der Gesellschaft HafenCity Hamburg übertragen. "Dieser Stadtteil wird Standards setzen", kündigte deren Chef Jürgen Bruns-Berentelg an. "Dieser Stadtteil im Zentrum Hamburgs wird ein Stadtentwicklungsvorhaben, das international eine außerordentlich hohe Sichtbarkeit haben wird." Das sei etwa der Olympia-Bewerbung geschuldet.

Bruns-Berentelg will den Stadtteil als Innovationsquartier entwickeln. "Innovationsorientierung geht vor Schnelligkeit", heißt es in der Präsentation. Das gilt für die sich hier ansiedelnden Unternehmen, aber auch für die Mobilitäts- und energetischen Konzepte.

Ein städtebaulicher Ideenwettbewerb soll zu einem städtebaulichen Entwurf führen. 2019 soll mit der Räumung von Baufeldern, 2022/2023 im Moldauhafenquartier mit dem Bau von Wohnungen begonnen werden.

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