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Projekte | 08.09.2017

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

OVG: The Edge heißt in Hamburg The Pier

Quelle: OVG, Urheber: Henn Architekten
Die südwestliche Ecke des The Pier vom Amerigo-Vespucci-Platz aus gesehen.

Quelle: OVG, Urheber: Henn Architekten

Nach einem Entwurf der Münchner Henn Architekten wird das Bürogebäude The Pier in der Hamburger Hafencity gebaut. Das 125-Mio.-Euro-Projekt von OVG Real Estate setzt auf ein differenziertes Angebot für kurz- wie langfristige Büronutzer, die ihre Arbeitsumgebung mit einer App steuern können.

"Man lernt aus dem, was man gebaut hat. Für uns war The Edge die Blaupause, wie wir es künftig machen wollen", verweist Martin Rodeck, Geschäftsführer von OVG Real Estate Deutschland, auf das Vorbild für The Pier, das in die Zukunft weisen sollende Bürogebäude im Quartier Elbbrücken der Hafencity. Stichpunkte sind etwa Sensoren, die Präsenz, Bewegung oder CO2-Gehalt messen, um Lüftung oder Beleuchtung raumweise steuern zu können. Und die Nutzer können sich ihre Arbeitsumgebung mit einer Gebäude-App individuell einrichten - teils wohl im Konsens mit ihrem Arbeitsplatznachbarn: Lichtstärke, Schreibtischhöhe, Jalousien.

Arbeiten wie im Wiener Caféhaus

Verbunden ist die energetische Effizienz und der technologische Komfort mit Angeboten für unterschiedliche Nutzertypen. Klassisch können Unternehmen mit hohem Flächenbedarf langfristig Büroflächen anmieten. 20% bis 25% der Bürofläche in dem 25.000 qm BGF großen Bürobau steht jedoch für Flex-Büros sowie Coworkingflächen zur Verfügung. Flex-Büros bieten Flächen für kleinere Unternehmen und Start-ups mit kurzen Mietlaufzeiten, und Coworking schafft offenen Arbeitsraum für Freelancer und Eigennutzer - etwa im Erdgeschoss von The Pier.

"Die Arbeit in abgeschlossenen Zellen gehört der Vergangenheit an", betont Christian Bechtle, Henn Architekten. "Die Unternehmen sind abhängig von ihrer kollektiven Intelligenz." Rodeck ergänzt: "Die Arbeitsplätze im Erdgeschoss des Atriums sind keine Dauerarbeitsplätze, eher eine ,Activity Base' - temporäre Arbeitsplätze, wo man sich verabredet oder zufällig trifft."

Der Einwendung zum Lärm in solch halböffentlichen Arbeitsräumen begegnet Jürgen Bruns-Berentelg mit einem Verweis auf die Kreativen in der Literaturgeschichte. "Bedeutende Werke deutscher Literatur sind in Wiener Cafés entstanden."

"Da wollen wir auch hin"

Bechtle illustriert den Impuls, den The Edge ausgelöst hat. "Sie wissen gar nicht, was Sie mit The Edge angerichtet haben. Wir allein haben drei Projekte, wo die Bauherren sagen: Da wollen wir auch hin." Er lobt die "hervorragende und authentische Funktionsplanung" und erklärt unmissverständlich: "Wir wollten kein architektonisches Statement setzen, sondern den Wettbewerb gewinnen."

Die Jury lobte besonders den Versuch, "mit einem spiralförmigen Rundgang von der Eingangsebene bis auf die Dachfläche oberhalb des fünften Obergeschosses einen öffentlichen Charakter in das Gebäude zu ziehen". An diesem Rundgang sowie im Atrium sind die vorgegebenen Gemeinschaftsflächen angeordnet. Bruns-Berentelg spricht von einer "Verschmelzung von öffentlichem Stadtraum und Gebäude. Mentale Produzenten werden ins Gebäude gezogen."

Das nördlich des 10.000 qm großen Amerigo-Vespucci-Platz gelegene Gebäude besteht aus einem siebengeschossigen Sockelbau und einem 15-geschossigen Turm an der südwestlichen Ecke. Das Grundstück misst 4.200 qm.

Wettbewerb als Workshop

Der Sieger des Wettbewerbs war nach einem einwöchigen Workshop mit fünf Architekturbüros ermittelt worden - neben Henn noch Benthem Crouwel (zweiter Platz), Snøhetta aus Oslo (Anerkennung für besondere Nachhaltigkeit) sowie 3xn architects, Kopenhagen, und Störmer Murphy and Partners, Hamburg.

"Die prägenden architektonischen Ideen entstehen bereits am ersten oder zweiten Tag", erläutert Rodeck das Workshopkonzept. "Es macht keinen Sinn, die Architekten über Wochen zu quälen, in denen sie einen wenig erfolgversprechenden Ansatz weiterentwickeln." Der B-Plan könnte Ende des Jahres stehen, sodass OVG nach Einreichung des Bauantrags im Dezember bereits in der ersten Jahreshälfte 2018 mit dem Bau beginnen könnte.

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