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Politik | 06.09.2017

Von Martina Vetter

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundesverband deutscher Baustoff-Fachhandel, Pestel-Institut, Impulse für den Wohnungsbau
  • Personen:
    Michael Hölker
  • Immobilienart:
    Wohnen

Aktionsbündnis schlägt AfA von 4% vor

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Martina Vetter
Es werden zwar Wohnungen gebaut, aber an bezahlbarem Wohnraum mangelt es dennoch. Eine höhere Afa könnte Abhilfe schaffen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Martina Vetter

Um den Bau preiswerter Mietwohnungen zu beschleunigen, bringt das Aktionsbündnis Impulse für den Wohnungsbau kurz vor der Bundestagswahl den Vorschlag für eine zeitlich und räumlich begrenzte Erhöhung der Abschreibung für Abnutzung (AfA) von Wohnungsneubauten ins Spiel: In Regionen mit angespannten Wohnungsmärkten soll die AfA auf 4% erhöht werden.

Damit das Modell funktioniert und die neu geschaffenen Mietwohnungen tatsächlich preiswert angeboten werden, müssten sich Bauherren und Investoren bei Inanspruchnahme der erhöhten AfA zur Einhaltung von Mietobergrenzen verpflichten. Diese sollen jeweils regional festgelegt werden.

Im Neubau könnten Wohnungen für 7,42 Euro/qm vermietet werden

Wie stark sich die Nettokaltmiete durch eine erhöhte AfA reduzieren würde, hat das Aktionsbündnis, zu dem sich 26 Verbände aus der Bau- und Immobilienwirtschaft zusammengeschlossen haben, vom Pestel-Institut, Köln, errechnen lassen. Demnach könnte die Nettokaltmiete auf 7,42 Euro/qm gesenkt werden. Zum Vergleich: Bei der linearen AfA von 2% würde die mittlere Kaltmiete bei 10,05 Euro/qm liegen. Der Berechnung liegen angenommene Bauwerkskosten von 1.432 Euro/qm (Kostengruppe 300 und 400 für Baukonstruktion und technische Anlagen laut Arge für Zeitgemäßes Bauen in Kiel) zugrunde. Als mittleren Baulandpreis pro Quadratmeter Wohnfläche hat das Pestel-Institut in Großstädten 600 Euro/qm kalkuliert.

Bei gleichen Rahmenbedingungen ließe sich der Mietzins auch schon bei einer AfA von 3% rein rechnerisch auf mieterfreundlichere 8,43 Euro/qm senken. Diese AfA-Erhöhung von 2% auf 3% wird bereits seit längerem von vielen Protagonisten am Markt gefordert. Auch die Partner des Aktionsbündnisses haben die Forderung in ihren Maßnahmenkatalog aufgenommen. Allerdings ohne daran eine Mietpreisdeckelung zu koppeln. Die AfA-Erhöhung um einen Prozentpunkt solle der inzwischen kürzeren Lebensdauer der immer aufwendigeren technischen Einbauten von Gebäuden Rechnung tragen.

AfA-Erhöhung ist nur ein Baustein

Dem Aktionsbündnis Impulse für den Wohnungsbau gehören unter anderem der Deutsche Mieterbund, die IG Bau, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau an. Kurz vor der Bundestagswahl klopften die Bündnispartner die Wahlprogramme der Parteien im Hinblick auf ihre Forderungen ab und stellten fest, dass herzlich wenig davon auf deren Agenda steht. Gerade wenn es darum gehe, preiswerten Wohnraum zu schaffen, müsste von einer vereinfachten Bauordnung über schnellere Genehmigungsverfahren oder eine Überarbeitung der Energieeinsparverordnung vieles verändert werden, damit mehr und preisgünstiger gebaut werden könne. Eine temporär und räumlich begrenzte AfA von 4% sei dabei nur ein Baustein, um das sozial brisante Thema des Mangels preiswerter Wohnungen in den Griff zu bekommen. "Wenn nichts geschieht, wird der Druck auf dem Kessel immer größer", sagt Michael Hölker, Hauptgeschäftsführer des BDB und einer der Koordinatoren des Bündnisses, und mahnt die Parteien, schnell zu handeln.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der morgen erscheinenden Ausgabe der IZ (Nr. 36/17).

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