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Politik | 26.06.2017

Von Monika Hillemacher

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB)
  • Personen:
    Axel Gedaschko, Marcus Becker, Barbara Hendricks
  • Immobilienart:
    Wohnen

Wettbewerb für Rahmenvertrag serieller Wohnungsbau läuft

Quelle: Fotolia.com, Urheber: ArTo
Keine Platte, sondern schön anzusehen, variabel und nachhaltig: So sollen sie sein, die Lösungen im seriellen Wohnungsbau.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: ArTo

Beim Rahmenvertrag für den seriellen Wohnungsbau drücken Politik und Verbände aufs Tempo. Bereits mit der Vorstellung an diesem Montag begann die EU-weite Ausschreibung des Wettbewerbs für ein Mehr an schöneren, günstigeren und schneller realisierten Wohnungen. Die Siegerkonzepte sollen Ende 2017 ausgewählt werden.

Gesucht werden innovative Ideen, die schon "in wenigen Monaten in Deutschlands Städten für zeitgemäßen Wohnraum und eine Marktentlastung sorgen können", hieß es anlässlich der Präsentation der Aktion in Berlin.

Gewünscht sind ausdrücklich Bewerbungen von Bietergemeinschaften aus Planern, Baufirmen und Wohnungsunternehmen. Die geforderte Teamarbeit hebt die bisher übliche, fehleranfällige Trennung von Planen und Bauen auf. Sie ist damit ebenso eine Premiere wie die Aktion Rahmenvertrag "Serielles Bauen" selbst: Noch nie zuvor haben sich die Organisationen der Architekten sowie der Wohnungs- und Bauwirtschaft in Deutschland auf ein solches gemeinsames Vorgehen geeinigt. Basis ist das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen.

Anspruch: Desigermodelle als Stangenware

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) gab das Ziel vor: "Wir wollen, dass das standardisierte Bauen den Rohbau und auch Ausbaukomponenten schnell und preiswert macht". Allerdings sei nicht die Platte von morgen gefordert, sondern innovative, nachhaltig gebaute, architektonisch anspruchsvolle Wohnungen. Zugleich sollen die vorzuschlagenden Lösungen flexibel sein, um sie unterschiedlichen Lebenslagen und den regionalen Wohnungsmärkten anzupassen. Wer also quasi "Designerwohnungen als preiswerte Stangenware" liefert, habe Aussichten auf den Wettbewerbserfolg. Den Besten winkt als Preis der ausgelobte Rahmenvertrag. Fünf bis maximal zehn Teams sollen zum Zuge kommen. Darüber entscheiden wird eine achtköpfige Jury.

Einsparpotenzial bis zu 25%

Federführend ist der Bundesverband der deutschen Immobilien- und Wohnungswirtschaft (GdW). Er managt die Ausschreibung. Der GdW wird auch bis Ende März 2018 die Rahmenvereinbarung unter Dach und Fach bringen. Diesen schließt der Verband stellvertretend für seine rund 3.000 Mitglieder. Diese können sich dann ohne ein weiteres öffentliches Vergabeverfahren aus der Ideensammlung bedienen, um einzelne Bauaufträge zu erteilen. Das soll Vorlaufzeiten verkürzen. Gewünscht ist außerdem, dass kommunale Gesellschaften sich bei der Auftragsvergabe zusammentun, damit sie kostensenkende Skaleneffekte erzielen. Weniger Zeit, weniger Kosten, viel Qualität sind die Vorteile, die sich GdW-Chef Axel Gedaschko verspricht.

Das Einsparpotenzial durch das serielle Bauen in Kombination mit hoher Stückzahl könnte 25% der Durchschnittskosten betragen. So viel brachte ein Ausschreibungsverfahren in Schweden ein, das für das deutsche Modell Pate stand.

Partnerschaft statt Konfrontation

Der Rahmenvertrag Serielles Bauen verordnet Interessenten die Abgabe eines gemeinsamen Konzepts. Die verlangte Teamarbeit "ist ein absoluter Paradigmenwechsel", sagt Marcus Becker, Vizepräsident des Hauptverbands der deutschen Bauwirtschaft. Das am deutschen Bau gängige konfrontative Modell, das viel Geld verschlingt, scheint ausrangiert. Der Wohnungsmangel erfordert nicht nur schnelles und günstiges Bauen, sondern auch partnerschaftliche Zusammenarbeit. Die zuvor skeptischen Architekten, hieß es lobend aus Berlin, seien über ihren Schatten gesprungen.

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