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Märkte | 19.06.2017

Von Christine Rose

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
  • Immobilienart:
    Wohnen

Auf dem Land entstehen zu viele Eigenheime

Quelle: Fotolia.com, Urheber: schulzfoto
Jedem sein klein Häuschen. Zumindest auf dem Land, wo sich Bürgermeister darum bemühen, neue Einwohner zu gewinnen.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: schulzfoto

Über dem Wohnungsmangel in Wachstumsstädten wird derzeit übersehen, dass in ländlichen Regionen die gegenteilige Entwicklung stattfindet: Es wird zu viel gebaut. Genauer: Es werden zu viele Eigenheime und große Wohnungen gebaut. An Wohnungen mit zwei, drei oder vier Zimmern herrscht nämlich noch immer Bedarf. Das stellt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) fest.

Eine Analyse, in der das Institut den Baubedarf in allen Städten und Landkreisen mit der tatsächlichen Bautätigkeit abgeglichen hat, zeigt: Zwischen 2011 und 2015 wurden in den Landkreisen 20% mehr Wohneinheiten gebaut als benötigt. Im Einfamilienhaussegment entstand gar mehr als doppelt so viel wie gebraucht. Als Beispiel wird der Landkreis Emsland genannt, in dem bei einem Bedarf von insgesamt 1.000 Einheiten 2.058 errichtet wurden. An Eigenheimen und großen Wohnungen mit fünf Zimmern entstanden dabei 1.121 Einheiten - bei einem Bedarf von 301 Einheiten.

Wer auf der IW-Köln-Website mit der Maus über eine Deutschlandkarte fährt, bekommt, prozentual gesehen, ein teils extremes Auseinanderklaffen vom Ist-Zustand und dem Bedarf angezeigt. Demnach wären im Landkreis Hameln-Pyrmont zwischen 2011 und 2015 nur zwei Eigenheime bzw. Wohnungen mit fünf Zimmern und mehr vonnöten gewesen, entstanden sind aber 81. Laut Analyse sind damit 3.292% des Bedarfs gedeckt. Für die Region Jerichower Land wird ein Bedarf von vier Eigenheimen oder großen Wohnungen ausgewiesen, errichtet wurden 85. Der Landkreis Jerichower Land ist auch ein Beispiel für eine andere Entwicklung in ländlichen Regionen: Zwischen 2011 und 2015 wurden dort zu wenig Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen gebaut.

Dorfkerne könnten veröden, Infrastrukturkosten steigen

Als Ursachen für das Zuviel, vor allem das Zuviel an großen vier Wänden, nennt das IW Köln das Niedrigzinsniveau, die gestiegene Erschwinglichkeit von Immobilien, das in ländlichen Räumen reichlich vorhandene Bauland und den Versuch von Bürgermeistern, durch die Ausweisung von Bauland neue Einwohner zu gewinnen. Aufgrund langfristig sinkender Bevölkerungszahlen in diesen Regionen warnt das Institut vor Leerstand vor allem in den Dorfkernen und, infolge der Zersiedlung, steigenden Infrastrukturkosten. Kommunen fordert es daher auf, die Zentren attraktiver zu gestalten, keine neuen Bauflächen mehr auszuweisen oder Neubaugenehmigungen an den Abbau von Leerstand bzw. Abriss zu koppeln. Das sei in den Niederlanden am Büromarkt erprobt worden, biete sich aber auch für den Wohnungsmarkt an, heißt es.

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