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Märkte | 18.05.2017

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Statistisches Bundesamt, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen
  • Personen:
    Axel Gedaschko
  • Immobilienart:
    Wohnen

Weniger Genehmigungen: Fällt der Wohnungsbau-Boom aus?

Quelle: Pixabay, Urheber: MichaelGaida
Die Zahl der Genehmigungen für Wohnungen hinkt dem Bedarf weiter kräftig hinterher.

Quelle: Pixabay, Urheber: MichaelGaida

Der positive Trend des vergangenen Jahres bei der Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen scheint schon wieder gestoppt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) ist im ersten Quartal 2017 der Bau von 79.200 Wohnungen genehmigt worden. Das sind 6,6% oder rund 5.600 weniger als im Vorjahreszeitraum. Der allseits erwartete Wohnungsbau-Boom bleibt demnach aus, kommentiert der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.

Die Anzahl der genehmigten Wohnungen in Neubauten hat laut Destatis im ersten Quartal 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3% bzw. 2.100 Wohnungen abgenommen. Auffällig: Hierbei ist die Zahl der Genehmigungen von Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern gegen den allgemeinen Trend gestiegen (+5,5 % bzw. +2.000 Einheiten). Die 37.600 Baugenehmigungen für Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern bedeuteten den höchsten Wert in einem ersten Quartal seit dem Jahr 1997 (61.400), sagt Destatis. Der GdW spricht in seiner Stellungnahme allerdings von einer "nachlassenden Dynamik". Denn im Vorjahreszeitraum habe der Anstieg der Zahl der genehmigten Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern noch bei 23,7% statt bei 5,5% gelegen. Insgesamt, also sowohl bei Neubauten als auch in Bestandsgebäuden, wurde bei den Wohnungsbaugenehmigungen im vergangenen Jahr ein Plus von 21,6% registriert.

Die Zahlen der Genehmigungen von Einfamilienhäusern (-15,3% bzw. -3.800 Wohnungen) und von Zweifamilienhäusern (-7,2% bzw. -400 Wohnungen) gingen nach den Erkenntnissen von Destatis zwischen Januar und März 2017 deutlich zurück. Dagegen wurden in Wohnheimen mehr Wohnungen genehmigt (+2,2% bzw. +100 Wohnungen). Die Anzahl der Wohnungen, die durch Um- und Ausbauten an bestehenden Gebäuden entstehen sollen, sank im ersten Quartal gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 3.500 Einheiten bzw. 28,4%.

Ein Viertel der Genehmigungen betrifft Eigentumswohnungen

Der GdW sieht die Quartalsbilanz von Destatis mit einiger Besorgnis. Die Anzahl der tatsächlich fertiggestellten Wohnungen werde ja noch viel geringer, als die Zahl der Genehmigungen auf den ersten Blick vermuten lasse, sagt GdW-Präsident Axel Gedaschko. Beim Bau komme es häufig zu langen Verzögerungen. Zudem seien viele geplante Wohnungen gar nicht zur Vermietung vorgesehen: Insgesamt ein Viertel der im ersten Quartal 2017 genehmigten Einheiten waren Eigentumswohnungen. In Ballungsräumen mit Wohnungsknappheit werden jedoch in erster Linie bezahlbare Mietwohnungen gebraucht, sagt Gedaschko.

Insbesondere beim Sozialwohnungsbau gebe es einen zusätzlichen Bedarf von 80.000 Einheiten pro Jahr. "Der jahrelange Abwärtstrend beim sozialen Wohnungsbau muss dringend gestoppt werden", forderte der GdW-Chef auch angesichts der heutigen Beratung des Antrags "Sozialer Wohnungsbau in Deutschland – Entwicklung, Bestand, Perspektive" der Fraktion der Linken im Bundestag. Das könne aber nur dann sichergestellt werden, wenn die Verantwortung für den sozialen Wohnungsbau nach dem Auslaufen der Bundesmittel für die Wohnraumförderung Ende 2019 nicht allein bei den Ländern liege. "Für die große Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen zu schaffen, brauchen wir auch über 2019 hinaus ein starkes gemeinsames Engagement von Bund und Ländern", sagte Gedaschko.

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