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Unternehmen | 20.03.2017

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

Frankfurt und Wiesbaden suchen gemeinsam nach Wohnbauland

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Frank Junker, Peter Feldmann, Arno Goßmann und Roland Stöcklin (von links) präsentierten im Frankfurter Römer ihre Strategie für die neue Wohnlandentwicklungsgesellschaft EGM.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Die Städte Frankfurt und Wiesbaden haben eine gemeinsame Gesellschaft zur Wohnlandentwicklung gegründet. Sie soll in den kleineren Kommunen des Rhein-Main-Gebiets zusätzliche Bauflächen entwickeln, um der wachsenden Bevölkerung kostengünstigen Wohnraum zu bieten.

Die beiden großen Städte im Rhein-Main-Gebiet kooperieren bei der Wohnlandentwicklung und alle, aber auch wirklich alle sollen davon profitieren: die alteingesessenen und die neuen Einwohner, die Wirtschaft allgemein, die Immobilienunternehmen im Speziellen und natürlich auch Frankfurt sowie Wiesbaden insgesamt. So stellten es zumindest die Vertreter beider Städte und ihrer jeweiligen Immobiliengesellschaften dar, als sie im Frankfurter Römer die Gründung der Entwicklungsgesellschaft Metropolregion Rhein-Main (EGM) verkündeten. Gesellschafter sind die kommunalen Tochterunternehmen ABG (Frankfurt) und SEG (Wiesbaden) zu gleichen Teilen.

Kleine Kommunen unterstützen, nicht bevormunden

Ausgewiesenes Ziel ist es, in den kleineren Rhein-Main-Kommunen Bauland zu entwickeln und damit den Preisanstieg auf dem Wohnungsmarkt zu bremsen. "Dabei geht es nicht um vollkommen neue Flächen, sondern um bekanntes potenzielles Bauland, wie es beispielsweise der Regionalverband Rhein-Main auflistet", sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der Präsentation der Gesellschaft. Rund 2.100 ha Flächenreserven hat der Verband in seinem Gebiet identifiziert. Die Partner hätten auch nicht die Absicht, den kleineren Kommunen Baugebiete, große Häuserformate oder hohe Sozialwohnungsquoten aufzudrängen, die diese nicht wollen, betonte Feldmann. Die EGM richte sich vollständig nach den planerischen Vorgaben der jeweiligen Kommunen. Schließlich sei Wohnungsbau in der Rhein-Main-Region mit ihrem starken Zuzug auch dann hilfreich, wenn nicht die hohe Verdichtung vieler Frankfurter Stadtquartiere erreicht werde.

Nach Einschätzung des Wiesbadener Wohnungsdezernenten, Bürgermeister Arno Goßmann (SPD), vermeidet die Zusammenarbeit der beiden großen Städte unnötige Doppelarbeit und biete den kleineren Kommunen Zugriff auf große fachliche und personelle Ressourcen. "Ein Entwickler mit kommunalem Hintergrund kann viel besser mit der Politik beispielsweise über Verkehrserschließung oder den Umgang mit Anwohnerprotesten verhandeln als ein rein privater Entwickler", nannte Goßmann als weiteren Vorteil der EGM.

Tür für Nassauische Heimstätte steht offen

ABG-Geschäftsführer Frank Junker unterstrich, dass man sich nicht als Konkurrenz zur Nassauischen Heimstätte (NH) verstehe, die vom Land Hessen dominiert wird und derzeit ebenfalls die Gründung einer Flächenentwicklungsgesellschaft vorbereitet. "Wir hätten es sogar sehr begrüßt, wenn die NH als weitere Partnerin eingestiegen wäre", sagte Junker. Dazu habe das Land sich jedoch nicht entschließen können. EGM und NH würden sich aber bei ihren örtlichen Schwerpunkten absprechen, um einander keine Konkurrenz zu machen. Grundsätzlich könne man sich einen späteren Einstieg der NH vorstellen.

Auch der privaten Immobilienwirtschaft will die EGM keine Konkurrenz machen. "Die EGM und ihre kommunalen Schwestergesellschaften werden die von ihr entwickelten Flächen nicht komplett selbst bebauen", betonte SEG-Geschäftsführer Roland Stöcklin. Vielmehr werde das zusätzlich mobilisierte Bauland auch für private Projekte zur Verfügung stehen. Man übernehme vor allem die Entwicklung bis zur Baureife. "Wenn die privaten Unternehmen das Hochrisikogeschäft der Baulandentwicklung in den vergangenen 20 Jahren mit Liebe betrieben hätten, müsste es die EGM überhaupt nicht geben", sagte Stöcklin.

Gespräche über konkrete Flächen

Nach Angaben Feldmanns steht die neue Gesellschaft, die komplett mit dem Personal ihrer beiden Mutterunternehmen arbeitet, in Verhandlungen mit mehrere Kommunen in der Region über konkrete Flächen. Welche dies genau sind, mochte er aber nicht sagen. Stöcklin verriet immerhin, dass verkehrsgünstige Städte und Gemeinden im Blickpunkt stehen und nicht etwa abgelegene Taunusdörfer. Ohnehin sei die Landentwicklung ein langwieriges Geschäft. Es werde einige Jahre dauern, bis die Arbeit der EGM sich in tatsächlich errichteten Wohnungen niederschlage.

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