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Märkte | 20.03.2017

Von Christine Rose

In diesem Artikel:

Erschwinglich sind in München 44 qm, in Stendal 299 qm

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Anselm Baumgart
Erschwinglich sind in München 44 Quadratmeter Wohnungen. Im Landkreis München sind es noch weniger.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Anselm Baumgart

Deutsche geben im Mittel 242.000 Euro für ihr Eigenheim aus, das dann durchschnittlich 126 qm groß ist. Das ist ein Ergebnis einer Studie der Sparda-Banken. Allerdings sind das eben nur Durchschnittswerte. In München zum Beispiel sieht die Welt ganz anders aus: Da sind für 242.000 Euro gerade einmal 44 qm zu haben.

Die Studie "Wohnen in Deutschland 2017" zeige, dass "in großen Teilen Deutschlands Wohneigentum erschwinglich ist", sagt Uwe Sterz, Vorstandsmitglied des Verbands der Sparda-Banken. Erschwinglich ist laut Studie eine Immobilie, wenn sie so teuer ist, wie Deutsche durchschnittlich in den Bau oder Kauf der eigenen vier Wände investieren: also 242.000 Euro. Dafür bekommen sie 126 qm, macht also 1.920 Euro pro Quadratmeter.

Käufer in München und Frankfurt dürften bei diesen Zahlen ungläubig die Augen rollen. Und so heißt es auch in der Studie, dass es regional "beträchtliche Unterschiede" gibt, wie viel Platz dieses erschwingliche Eigenheim bietet. In München sind es 44 qm, was etwa 5.500 Euro/qm macht. In Hamburg bekommt man dafür 70 qm, in Frankfurt 72 qm und in Berlin knapp 100 qm.

Erstellt wurde die Studie vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult) und dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD), unter anderem auf der Basis von Daten des Marktforschungsinstituts F+B. Berücksichtigt sind alle 402 Kreise und kreisfreien Städte. Für die sieben Metropolen Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, München, Frankfurt und Stuttgart sowie die 63 kreisfreien Mittelstädte wurden Preise für Eigentumswohnungen herangezogen. Die Daten für die 292 Landkreise beruhen auf Eigenheimpreisen.

Preis-Spitzenreiter ist der Landkreis München

Wie groß der Unterschied sein kann, wenn es um den Begriff "erschwinglich" geht, zeigt ein Blick auf die teuerste und die günstigste Ecke der Republik: Die teuerste ist noch nicht einmal die Stadt München, sondern der Landkreis München. Dort ist ein Quadratmeter Immobilie für 5.862 Euro zu haben, eine erschwingliche Immobilie hat also 41 qm. Am anderen Ende der Liste steht Stendal, wo man fürs gleiche Geld auf 299 qm residieren kann.

Der Landkreis München zeigt auch, dass Kauf- und Bauwillige nicht immer in ein günstigeres Umland ausweichen können. Die meisten für die Studie Befragten gaben an, nicht mehr als 30 km zum Arbeitsplatz pendeln zu wollen. Damit ist in der Region München noch nichts gewonnen. In anderen Metropolen klappt das besser. In Hamburg braucht es 33 km, um die hochpreisigen Stadtteile, in denen ein Quadratmeter 2.000 Euro und mehr kostet, hinter sich zu lassen. In Berlin sind es 33 km, in Frankfurt 15 km. Oder mit den 242.000 Euro gerechnet: Um für diesen Preis 90 qm zu bekommen, muss man sich von der Innenstadt Hamburgs 18 km entfernen. Für Berlin werden 15 km angegeben, für Frankfurt 12 km.

Niedrigzinsniveau verliert als Kaufargument an Bedeutung

Laut Wohn-Studie streben 26% der Mieter im Alter zwischen 16 und 50 Jahren Eigentum an - davon 8% in den kommenden zwei bis drei Jahren, 16% später. Die Frage, ob Mieterhaushalte sich eine eigene Immobilie auch leisten können, wird in der Studie so beantwortet: Bei einem mittleren Einkommen von netto knapp mehr als 2.000 Euro erfülle etwa jeder dritte Haushalt die Eigenkapitalanforderungen für eine Immobilie. Bei mehr als 6.000 Euro Haushaltseinkommen seien es 80%.

Wer nicht kaufen will, nennt vor allem längerfristig finanzielle Risiken und hohe Kosten als Gründe - obwohl laut Sparda-Banken Käufer bei einem Investitionsvolumen von 242.000 Euro heutzutage 58.000 Euro weniger Zinsen zahlen müssen als vor zehn Jahren (bei einer Eigenkapitalquote von 20% und einer Zinsbindung und Volltilgung von 20 Jahren). Das Niedrigzinsniveau als Motiv für den Erwerb von Immobilien verliert damit langsam an Bedeutung. Sahen im Vorjahr noch 48% der Deutschen im Alter zwischen 16 und 50 Jahren die derzeitige Niedrigzinsphase als Chance für einen preiswerten Immobilienerwerb, sind es nun nur noch 39%. Zunehmend mehr Befragte fürchten längerfristig steigende Zinsen oder die niedrigen Zinsen als Verführung, "einen Kredit aufzunehmen, ohne an die langfristigen Folgen zu denken".

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