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Projekte | 16.03.2017

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Sylt-Ost
  • Projekte:
    Keitum-Therme Sylt
  • Unternehmen:
    Kurt Zech, Royal BAM, KLM – Kommunales Liegenschafts-Management
  • Organisationen:
    Gemeinde Sylt
  • Personen:
    Kurt Zech, Uwe Deyle
  • Immobilienart:
    Freizeit und Wellness

Bauruine der Keitum Therme wird abgerissen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Kein schöner Anblick seit 2008. Jetzt soll die Ruine der Keitum Therme binnen zwölf Wochen abgetragen werden.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Seit gestern wird die Rohbauruine der Keitum Therme auf Sylt zurückgebaut. Wem die finanzielle Verantwortung für das Scheitern des PPP-Projekts mit Blick aufs Wattenmeer zugeordnet wird, ist gerichtlich noch nicht entschieden.

Nachdem seit 2008 auf der Baustelle der Keitum Therme kein Stein mehr bewegt wurde, rollen seit gestern wieder die Bagger - zum Abriss der Rohbauruine. 300.000 Euro wird der bis zu zwölf Wochen andauernde Abriss kosten. Hinzu kommen Kosten für die Renaturierung des Areals, auf dem vor dem Thermenbauversuch ein Freibad betrieben wurde. Die Kosten für den vom Rat der Gemeinde Sylt beschlossenen und vom Kommunalen Liegenschafts-Management (KLM) beauftragten Abriss wird die Kommune tragen.

Gerichtsverfahren dauern an

Damit ist das für die Gemeindekasse desaströse Projekt zwar aus den Augen, aber noch nicht aus dem Sinn. Denn über die Verantwortung und deren finanzielle Folgen haben die Gerichte noch nicht entschieden. So klagt die Gemeinde gegen BAM Deutschland. BAM hatte mit dem Thermenplaner und vorgesehenen Betreiber Uwe Deyle, Stuttgart, die Ausschreibung des Public-Private-Partnership-Projekts (PPP) 2006 gewonnen. Es sollte ein Thermal-Sole-Bad "mit irisch-römischem Bad einschließlich Saunalandschaft, Kurmittelabteilung mit Physiotherapie und Massagen, Ärztehaus, Beautybereich, Shopkonzept und Gastronomie" entstehen.

Jedoch gab es - ohne dass auf der Baustelle viel passierte - schnell Verzögerungen und Klagen. Die Gemeinde Keitum löste sich in dieser Zeit in der Gemeinde Sylt auf. In der Samtgemeinde gab es andere Mehrheitsverhältnisse die Therme betreffend. Zudem war im PPP-Vertrag wohl ein Zahlungsplan unabhängig vom Baufortschritt verankert. Der wurde den Verantwortlichen in der Gemeinde unheimlich, da sie in dem Gebauten keinen Gegenwert für die überwiesenen Gelder erkannten. Zwar zahlte die Gemeinde einige Millionen, doch BAM kündigte, weil es keine Bürgschaft für die weiteren Bauarbeiten gab.

Zech bot einen Deal an

Zur Fertigstellung des Rohbaus engagierte Deyle dann 2008 Kurt Zech, der mit dem Thermenbetreiber punktuell Kooperationen mit dem direkt benachbart geplanten, dann 2012 bis 2014 realisierten Fünf-Sterne-Hotel Severin's Resort & Spa vereinbart hatte. Zechs Bauunternehmen arbeitete am Rohbau, beantragte jedoch Anfang 2010 die Insolvenz der Projektgesellschaft, da diese ihm die Rechnungen nicht mehr bezahlen konnte. Hauptgesellschafter der Projektgesellschaft war nach dem Ausstieg von BAM primär die Gemeinde und damit Adressat für Zechs Forderungen, die sich mit Zinsen auf inzwischen über 2 Mio. Euro summieren. 15,5 Mio. Euro sollte das Projekt zunächst kosten, 19 Mio. Euro dann später. Der Verlust für die Gemeinde liegt bei 14 Mio. Euro - bis dato. Sie zahlt die damals aufgenommenen Darlehen noch immer ab.

Zur Beschränkung des Schadens hätte eine Verabredung mit Kurt Zech beitragen können. Dieser hatte nach 2014 in verschiedenen Varianten und Abstufungen angeboten, seine Forderungen gegen die Gemeinde ganz oder teilweise fallen zu lassen, wenn es ein Entgegenkommen bei der Erweiterung des Severin's auf der anliegenden Wiese geben würde. In diesem Kontext war auch die Übernahme des Abrisses durch Zech im Gespräch. Doch für diesen Deal gab es keine Mehrheit im Rat. Und vor dem Hintergrund der Thermenpleite zeigten sich die heute politisch Verantwortlichen wenig geneigt, Nachnutzungsideen, wie etwa die eines Inselmuseums oder eines neuen Freibads, für das grüne Kliff am Wattenmeer aufzugreifen.

Auch entschieden die Ratsmitglieder über den Abriss in dem Wissen, dass damit Beweise vernichtet werden, die in den laufenden Verfahren noch eine Rolle spielen könnten.

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