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Unternehmen | 07.02.2017

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Real SB Warenhaus, Metro Group, Media-Saturn Holding
  • Organisationen:
    Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Deutsche Gesellschaft für Wertpapierbesitz (DSW)
  • Personen:
    Erich Kellerhals, Olaf Koch, Jella Benner-Heinacher, Alexander Elsmann, Jürgen Steinemann, Bernhard Düttmann
  • Immobilienart:
    Einzelhandel

Hauptversammlung segnet Metro-Aufspaltung ab

Die Hauptversammlung der Metro trat in der Düsseldorfer Stadthalle zusammen. us
Die Hauptversammlung der Metro trat in der Düsseldorfer Stadthalle zusammen.

us

Die Hauptversammlung der Metro hat am Montagabend in Düsseldorf mit großer Mehrheit die Abtrennung des Lebensmittelgeschäfts in eine neue Gesellschaft beschlossen. Vertreter der Kleinaktionäre kritisierten die Kosten der Aufspaltung, die keines der drängenden Probleme des Unternehmens löse und real zu einem Fremdkörper mache.

Am Ende votierten 99,95% des anwesenden, stimmberechtigten Kapitals für die Aufteilung der Metro in zwei Teile: einen für Elektronikhandel, den anderen für Lebensmittelgroß- und einzelhandel. Die Entscheidung kam letztlich wenig überraschend, denn Metro-CEO Olaf Koch hatte sich seine Strategie im Vorfeld von den Hauptaktionären, den Familien Beisheim, Haniel und Schmidt-Ruthenbeck, absegnen lassen.

Komplizierte Transaktionsstruktur

In der nun beschlossenen Transaktion wird per Ende März das Lebensmittelgeschäft inklusive real aus dem Metrokonzern gelöst und in eine Zwischenholding eingebracht. Die Rumpf-Metro besteht dann im Wesentlichen nur noch aus dem Media-Saturn-Geschäft und wird auf Ceconomy umgetauft. Die Lebensmittelholding erhält dann wieder den Namen Metro.

Den Immobilienbestand mit einem Buchwert von gut 5 Mrd. Euro bekommt die neue Metro, die abgesehen von Pensionsansprüchen bereits ausgeschiedener Metro-Mitarbeiter auch die kompletten Altverbindlichkeiten gegenüber Dritten übernimmt. Für die Übertragung des Immobilienvermögens werden rund 1,3 Mio. Euro an Grunderwerb- und Stempelsteuer fällig.

Koch bestritt, dass die komplizierte Struktur der Transaktion zu den hohen Teilungskosten geführt habe. Rund 100 Mio. Euro kostet die Spaltung des Konzerns, 90 Mio. Euro davon werden als externe Honorare an rund 30 Beratungsunternehmen, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwaltskanzleien und Investmentbanken gezahlt.

Keine konkreten Verkaufsabsichten für real

Die Vertreter der Kleinaktionäre kritisierten, dass die Aufspaltung keine Lösung für die schwächelnde SB-Warenhauskette real biete. "real ist ein Fremdkörper in der neuen Struktur", befand Jella Benner-Heinacher, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Wertpapierbesitz (DSW). Und Alexander Elsmann, Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), fragte: "Ist real überhaupt zu retten?"

Auf Nachfrage bestätigte Koch, dass es derzeit keinerlei konkrete Verkaufsgespräche für real gebe, auch wenn immer wieder Interessenten anklopfen würden. Er sei aber überzeugt, real mit dem neuen Filialkonzept wieder auf Erfolgskurs bringen zu können.

Spaltung allein löst das Kellerhals-Problem nicht

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass man diese komplizierte Struktur nur für einen Minderheitsgesellschafter bei Media-Saturn erfunden hat", beklagte DSW-Vertreterin Benner-Heinacher. Metro-Chef Koch führte jedoch aus, dass man zwar andere Trennungsvarianten durchgespielt habe. Diese hätten aber alle Mitsprache- oder Vorkaufsrechte des Media-Saturn-Minderheitsgesellschafters Erich Kellerhals ausgelöst und damit nicht "über die erforderliche Transaktionssicherheit verfügt".

Zudem besteht für die alte Metro, also künftig Ceconomy, für die jetzige Struktur des Media-Saturn-Geschäfts eine richterlich abgesicherte Entscheidungshoheit hinsichtlich künftiger Expansionsschritte. Kellerhals hatte in mehreren Prozessen stärkere Mitwirkungsrechte angemahnt, diese Prozesse jedoch bisher alle verloren.

Koch führte weiter aus, dass er einer einvernehmlichen Lösung mit dem Minderheitsgesellschafter nach wie vor nicht im Wege stehen würde und dass man dabei "auf abstrakter Ebene" auch darüber diskutiert habe, Kellerhals mit einzelnen Auslandsaktivitäten von Media-Saturn abzufinden. Zusätzlich wäre Metro wohl bereit gewesen, eine Einmalzahlung zu leisten. Eine Einigung darüber habe man aber bisher nicht erzielen können. "Unangemessen hohe Kaufpreise können und werden wir nicht zahlen", betonte Koch.

Neue Aufsichtsräte gewählt

Durch die Aufspaltung waren bei der künftigen Ceconomy auch einige Aufsichtsratsmandate neu zu besetzen. Als Nachfolger für Jürgen Steinemann, der Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Metro wird, wurde der Unternehmensberater Bernhard Düttmann (57) gewählt. Düttmann war bis März 2015 Finanzvorstand des Chemiekonzerns Lanxess und ist seit Januar 2017 Aufsichtsratsmitglied bei alstria office Reit.

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