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Märkte | 19.01.2017

Von Volker Thies

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Frankfurt am Main
  • Organisationen:
    Gutachterausschuss für Immobilienwerte Frankfurt am Main
  • Personen:
    Michael Debus, Mike Josef, Rainer Müller-Jöckel
  • Immobilienart:
    Wohnen, Büro

Amtlich: 6,7 Mrd. Euro Umsatz mit Frankfurter Immobilien

DCM
Die höchsten Preise für Eigentumswohnungen werden im Frankfurter Westend aufgerufen.

DCM

Mit 6,7 Mrd. Euro Umsatz hat der Immobilienmarkt Frankfurt im Jahr 2016 das zweithöchste jemals erfasste Volumen erreicht. Neben diesem Wert hat der zuständige Gutachterausschuss deutliche Anstiege sowohl beim Umfang des Gewerbemarkts als auch bei den Wohnungspreisen festgestellt.

Der Quadratmeterpreis für eine neu gebaute Eigentumswohnung in Frankfurt hat fast die 5.000-Euro-Marke erreicht. Exakt 4.930 Euro/qm waren es im Schnitt, gegenüber 2015 bedeutet das einen Anstieg um 13%. Das geht aus der Bilanz des Gutachterausschusses für Frankfurt für das Jahr 2016 hervor. Quer durch alle Altersklassen lag der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen bei 3.940 Euro und damit 6% höher als im Vorjahr.

Bei den Neubauwohnungen steht der Stadtteil Westend mit 8.890 Euro/qm an der Spitze, gefolgt vom Europaviertel (6.450 Euro/qm) und Sachsenhausen (5.470 Euro/qm). Als einsamer Spitzenwert wurde für eine Wohnung ein Preis von 18.000 Euro/qm aufgerufen. Der höchste Gesamtpreis von 5,5 Mio. Euro wurde aber für ein anderes Objekt fällig. Neue Reihenmittelhäuser kosteten im Schnitt 782.000 Euro, rund 113.000 Euro mehr als im Jahr 2015.

Ein neuer Stadtteil muss her

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) machte bei der Präsentation des Berichts deutlich, dass er diese Entwicklung als hoch problematisch betrachtet. "Es wird zwar gebaut, aber zu einem Preis, der für viele Menschen in dieser Stadt nicht erschwinglich ist", sagte der Stadtrat. Als Indiz dafür sieht Josef auch, dass die besonders teuren Wohnungen in Hochhäusern inzwischen rund 30% der Neubauten ausmachen und der Anteil der Wohnungen mit Quadratmeterpreisen über 7.000 Euro sich binnen eines Jahres nahezu verdoppelt hat, auch wenn sie insgesamt nur 8% der gesamten Transaktionen mit Eigentumswohnungen umfassen.

Für Josef ist klar, dass mit Nachverdichtung und Wohnhochhäusern alleine nicht genügend kostengünstiger Wohnraum zu schaffen ist. "Wir brauchen einen kompletten neuen Stadtteil" sagte er. Darüber hinaus sei kürzlich ein Gemeinschaftsunternehmen der Frankfurter und der Wiesbadener Wohnungsbaugesellschaften mit Beteiligung des Landes Hessen gegründet worden. Es soll als Entwicklungsgesellschaft für Baugebiete auch außerhalb der Stadtgrenzen tätig werden. Der Planungsdezernent betonte, dass es dabei um regionale Zusammenarbeit gehe und keinesfalls darum, kleineren Nachbarkommunen etwas zu diktieren.

Hochhauswohnungen in Frankfurter Hand

Bei den Wohnhochhäusern ist der Gutachterausschuss auch der Behauptung nachgegangen, dass deren Wohnungen vor allem als internationale Spekulationsobjekte dienen. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Denn 81% der Käufer von Frankfurter Hochhauswohnungen hatten 2016 einen Wohnsitz in Deutschland und von ihnen knapp die Hälfte im Frankfurter Stadtgebiet sowie gut ein Viertel im übrigen Rhein-Main-Gebiet.

Eigentumswohnungen bleiben das wichtigste Format in der Stadt am Main. 3.734 von ihnen wurden 2016 gehandelt, was allerdings rund 550 weniger als im Vorjahr waren. 2016 wechselten außerdem 315 Mehrfamilienhäuser im Stadtgebiet den Eigentümer, rund ein Viertel weniger als 2015. "Der Markt ist leergefegt", sagte Rainer Müller-Jöckel, der Leiter des Stadtvermessungsamts. Die 540 verkauften Eigenheime entsprechen in etwa der Zahl von 2015. Das teuerste Eigenheim war seinem neuen Besitzer 3,9 Mio. Euro wert. Es handelte sich um eine Immobilie in Bockenheim.

Gewerbe legt stärker zu als Wohnen

Auf dem Markt für Büroimmobilien wurden 2016 insgesamt 55 Verkäufe registriert, die 1,3 Mrd. Euro Umsatz nach sich zogen. Allerdings sind Share-Deals dabei nicht berücksichtigt. Die Gewerbeimmobilien insgesamt waren für fast 3,2 Mrd. Euro Umsatz gut, rund 600 Mio. Euro mehr als im Jahr 2015. "Außergewöhnlich waren drei Fälle, in denen größere Büroobjekte im Teileigentum verkauft wurden", berichtete Michael Debus, der Vorsitzende des Gutachterausschusses.

Bauland für Mehrfamilienhäuser kostete 940 Euro/qm, auf eine GFZ von 1,0 hochgerechnet. Grundstücke für Einfamilienhäuser lagen im Schnitt bei 640 Euro/qm und für Gewerbebauten bei 240 Euro/qm.

Alles in allem rechnet der Gutachterausschuss für das Jahr 2016 mit 7.732 Immobilientransaktionen im Frankfurter Stadtgebiet, wobei sich noch geringfügige Verschiebungen ergeben können, weil die Transaktionen aus den letzten Wochen des Jahres bislang nur hochgerechnet sind. Voraussichtlich wird die Zahl der Deals aber knapp unter dem Wert von 2015 mit 8.057 liegen. Der Gesamtumsatz dürfte sich aber um rund 300 Mio. Euro auf 6,7 Mrd. Euro gesteigert haben. Das ist der zweithöchste jemals erfasste Wert. Lediglich im Jahr 2006 war das Volumen mit fast 8 Mrd. Euro höher.

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