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Märkte | 08.11.2016

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundesregierung Deutschland, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes
  • Personen:
    Hans-Hartwig Loewenstein
  • Immobilienart:
    Wohnen

Baugewerbe klagt, ohne was zu meckern zu haben

Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, fordert mehr Wohnungsbau. Bild: zdb
Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, fordert mehr Wohnungsbau.

Bild: zdb

Die Baukonjunktur läuft gut! Da gibt es nichts zu meckern. "Wir rechnen mit einem Umsatzwachstum von 5,5% auf 106,5 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2016", freute sich der Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe Hans-Hartwig Loewenstein auf dem Deutschen Baugewerbetag heute in Berlin. Dennoch klagt die Branche. Der Wohnungsbau kommt nicht schnell genug in die Puschen.

2017 wird die Branche auf einen Umsatz von knapp 110 Mrd. Euro kommen. Das entspricht zwar nur einem Zuwachs von 3,1%, sei aber dennoch prima, erklärt Loewenstein. "Die Unternehmen leben nicht von Prozenten, sondern von Euro." Der Gesamtumsatz des Baugewerbes zwischen Januar und August 2016 liegt bei 64 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von 6%. Der Wermutstropfen bei dieser Rechnung: Die Preise für Bauleistungen stiegen nur um moderate 2%. Anders ausgedrückt: "Trotz guter Konjunktur verbessert sich die Ertragslage der Unternehmen nicht in gleichem Maße," bedauert der Verbandsfürst.

Konjunkturlokomotive ist der Wohnungsbau

Konjunkturlokomotive ist der Wohnungsbau. "Der brummt", sagte Loewenstein. Mit gut 24,5 Mrd. Euro liegt das Umsatzwachstum per August 2016 bei 9%. Und da die Auftragsbücher nach wie vor gut gefüllt sind, will die Branche bis Ende des Jahres knapp 40 Mrd. Euro Umsatz machen. Das entspräche einem Plus von 8%. Für 2017 sind 41 Mrd. Euro oder ein Zuwachs von 3% angepeilt. In Wohnungen umgerechnet heißt das: 290.000 neue Einheiten im Jahr 2016 und 300.000 im Jahr darauf. 2015 schaffte die Branche 248.000 neue Zuhause. Zwischen Januar und August 2016 reichten die Ämter Baugenehmigungen für 110.000 Wohnungen in Mehrgeschossern, für 80.000 in Eigenheimen und 32.000 für Umbauten und Erweiterungen in Bestandsbauten aus.

Es werden immer noch zu wenig Wohnungen gebaut

Doch das reicht nicht, klagte Loewenstein heute Morgen in Berlin. Es müssten jährlich mindestens 350.000 bis 400.000 neue Wohnungen gebaut werden. Da seien sich Verbände, Regierung und Gewerkschaften weitgehend einig. Vor allem fehlten Mietwohnungen in den Ballungsräumen zu Mieten zwischen 7 und 8 Euro/qm. Um zu solchen Werten auskömmlich bauen zu können, müssten die Baukosten erheblich sinken. Und Loewenstein weiß auch wie. Bund, Länder und Kommunen müssten zum Beispiel Bauland bereitstellen und dabei nicht ausschließlich auf die Einnahmeseite schielen, sondern verbilligte Grundstücke für gute Ideen herausrücken. Würde weiteren Kostentreibern beim Wohnungsbau wie steigende Grund- und Grunderwerbsteuern, Stellplatzauflagen, überzogene Anforderungen der Bauaufsicht an Barrierefreiheit sowie ständige Änderungen der Energieeinsparverordnung zu Leibe gerückt, könnten die Baukosten um mindestens 20% sinken.

Auch Wirtschaftsbau macht Freude

Beim Wirtschaftsbau - Büros, Fabriken, Hotels und Läden - sowie dem Tiefbau wie Schienen für die Deutsche Bahn rechnet der Zentralverband 2016 und 2017 mit einem Umsatzwachstum von je 3%. "Im anteilsstarken Hochbau liegen die Auftragseingänge monatlich konstant mit 20% über dem Vorjahresniveau", lobte Loewenstein die gewerblichen Bauherren. Besonders robust mit einem Plus von 30% nach Baukosten und umbauten Raum zeigt sich die Nachfrage nach Fabrikgebäuden. Auch die Zahl von Bauanträgen zur Errichtung von Handels- und Bürogebäuden steige. "Die Daten sprechen dafür, dass die Investitionsbereitschaft der Unternehmen jetzt da ist", sagte Loewenstein.

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