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Anlagen | 03.03.2016

Von Peter Maurer

In diesem Artikel:
  • Personen:
    Hans Hünnscheid
  • Immobilienart:
    Einzelhandel, Wohnen

Family-Offices: Kapitalerhalt wichtiger als Rendite

Wenn wohlhabene Privatpersonen in Immobilien investieren, dann vor allem zum Vermögenserhalt. Bild: Fotolia.de/olly
Wenn wohlhabene Privatpersonen in Immobilien investieren, dann vor allem zum Vermögenserhalt.

Bild: Fotolia.de/olly

Vermögenserhalt ist das wichtigste Motiv, wenn Family-Offices in Steine investieren, so das Ergebnis einer nach 2012 zum zweiten Mal von Famos durchgeführten Umfrage. Dagegen geben sich immer mehr Family-Offices mit Minirenditen zufrieden. Ernüchterung ist beim Thema Nachhaltigkeit eingetreten.

In der aktuellen Studie hat Famos laut Geschäftsführer Hans Hünnscheid mehr Wert auf die Qualität der Befragten und weniger auf Quantität der Teilnehmer gelegt. Deswegen wurden statt 103 nur 30 Family-Offices befragt. Hünnscheid geht aber davon aus, dass die Ergebnisse trotzdem vergleichbar sind, denn bei sehr vielen Punkten gebe es eine hohe Kontinuität der Ergebnisse. Er will mit der Studie mehr Transparenz in das Marktsegment bringen. Famos selbst verwaltete einst nur die Immobilienaktivitäten der Unternehmerfamilie Otten. Seit 2008 hat sich das Unternehmen auch für andere Family-Offices und weitere Kunden geöffnet.

Tatsächlich hat sich seit der Studie 2012 wenig geändert. Inflationsschutz/Vermögenserhalt ist für 90% der wohlhabenden Familien immer noch das wichtigste Kriterium beim Ankauf - trotz der Niedrigstinflationsphase der letzten Jahre. Zudem sind die Family-Offices allgemeine Markttrends mitgegangen, insbesondere hin zu Wohnimmobilien. Zwei Drittel halten Wohninvestments in A-Städten zudem für sehr sicher.

Einkaufen zum 33fachen

Gleichzeitig machen sich die Marktentwicklungen bei den Renditen bemerkbar. "Die Renditeerwartungen sind dramatisch zurückgegangen", sagt Hünnscheid. Nur noch Bruttoanfangsrenditen zwischen 0% und 3% erwarten 43% der Befragten bei Wohnimmobilien, bei Wohn- und Geschäftshäusern immerhin noch 18% und bei Einzelhandelsobjekten 14%. 3% bedeuten Kaufpreisfaktoren vom 33fachen der Jahresmiete. "Wir haben Transaktionen gesehen, die so abgeschlossen wurden", meint Hünnscheid. Aber die Optimierung der Portfoliorendite ist ohnehin nur der Hälfte der Befragten bei neuen Investments wichtig.

Allerdings sind die tatsächlich erzielten Eigenkapitalrenditen im Immobilienportfolio mit einem Median von 6,2% und einer Spanne von 2,5% bis 8,5% sehr ordentlich. Das sei ein "toller Wert", meint Hünnscheid, die Frage sei aber, ob sich dieser angesichts der aktuellen Renditeentwicklung so fortschreiben lassen werde.

Nachhaltigkeit verliert an Bedeutung

Den deutlichsten Unterschied zwischen der jetzigen Umfrage und der von 2012 gibt es bei dem Themenkomplex Nachhaltigkeit, Green-Building und Zertifizierung. 2012 fanden ihn 65% bei ihren Investments wichtig, jetzt sind es nur noch 33%. "Das eine oder andere Family-Office hat seine Erfahrungen mit nachhaltigen Gebäuden gemacht und offenbar gab es da eine gewisse Ernüchterung im Hinblick auf die Frage, ob sich Nachhaltigkeit in der Vermietung rentiert, sprich ob Mieter mehr bezahlen, und wie es mit den Nebenkosten der Haustechnik aussieht", meint Hünnscheid.

Mit Abstand die wichtigsten Gründe, um Immobilien zu kaufen, sind das Zinsumfeld (71%) und die überschüssige Liquidität (61%). Die wenigen Verkäufer, die es gibt, nennen als wichtigstes Motiv die günstige Marktlage. Trotzdem hat es in den Portfolios der Family-Offices nicht wie von manchen Experten vor einigen Jahren erwartet, eine Umschichtung von Anleihen hin zu Immobilien gegeben - tatsächlich ist das Geld in Aktien geflossen. Der schon vorher sehr hohe Immobilienanteil hat dagegen seit 2012 nur um einen Prozentpunkt auf 36% zugelegt.

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