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Märkte | 26.02.2016

Von Bernhard Bomke

In diesem Artikel:

2015 war das Jahr der Rekordzuflüsse in Immobilienfonds

Der internationale Immobilienboom dauerte auch 2015 an. Investoren zeigten unter anderem starkes Interesse an Immobilienanlagen in China (hier: Schanghai). Bild: Berthold Michelt
Der internationale Immobilienboom dauerte auch 2015 an. Investoren zeigten unter anderem starkes Interesse an Immobilienanlagen in China (hier: Schanghai).

Bild: Berthold Michelt

Das internationale Geschäft mit Immobilienfonds setzte nach Zahlen des schweizerischen Investmentberaters Swisslake seinen Boom auch 2015 fort. Zwar wurden weltweit - vor allem wegen des Trends zu Einzelmandaten - merklich weniger neue Fonds (für mehr als einen Investor) aufgelegt, doch mit knapp 114 Mrd. USD wurde beim eingesammelten Eigenkapital ein neuer Rekord aufgestellt. Auffällig: Das Gros der Fonds geht höhere Risiken ein, Logistikprodukte sind stark nachgefragt - vor allem in China.

Weltweit 207 neue Fonds bedeuteten im vergangenen Jahr gegenüber 2014 (269 neue Angebote) ein deutliches Minus. Ein Anzeichen für ein abflauendes Interesse von Investoren an Immobilien sei das aber mitnichten, sagen die Schweizer. Einzig die Zahl derer, die lieber allein investieren und daher nicht in die Fondsstatistik kommen, habe stark zugelegt. Diese Investoren wollten zum Beispiel mehr Mitspracherechte haben und ihr Geld ohne Kompromisse gezielt in bestimmte Regionen oder Nutzungsarten pumpen.

Das Phänomen gab es im vergangenen Jahr vor allem in den USA. Dort wurden nur noch 90 Fonds (-35%) mit einem Eigenkapitalzielvolumen von 50 Mrd. USD (-46%) aufgelegt. Anders in Europa. Hier wurden 71 Fonds neu auf den Markt gebracht (2014: 77), und das Eigenkapitalzielvolumen stieg im Jahresvergleich sogar von 31 Mrd. USD auf fast 34 Mrd. USD an. In Asien kamen 38 neue Fonds hinzu (2014: 39), für die fast 18 Mrd. USD Eigenkapital (2014: 14 Mrd. Euro) einzusammeln sind.

Trend zu Riesenfonds setzt sich fort

Wie geschmiert lief im vergangenen Jahr die Platzierung von Eigenkapital für Produkte, die 2015 ihre jeweils letzten Tranchen zu vertreiben hatten. 171 Fonds wurden endplatziert. Von den akquirierten fast 114 Mrd. USD Eigenkapital entfielen 46 Mrd. USD auf Nordamerikaprodukte, 34 Mrd. USD auf globale Fonds, 20,5 Mrd. USD auf Europaangebote und gut 13 Mrd. USD auf Asienfonds. Der Trend zu großen Fonds setzte sich dabei fort. Im Schnitt flossen 665 Mio. USD in die einzelnen Produkte.

Die Zeiten der Sichergeher unter den Fondsinvestoren scheinen vorbei. Vier von fünf verfügbaren Fonds verfolgen eine opportunistische oder eine Value-add-Strategie. Für die einstmals so stark gefragten Core-Fonds bleiben noch 20%. Selbst in Europa stieg der Anteil der opportunistischen und Value-add-Angebote von zuvor 49% auf fast 70%. Eine solch hohe Quote gab es auf dem alten Kontinent seit Beginn der jüngsten Finanzkrise nicht mehr.

Starke Nachfrage nach Logistikimmobilien in China

Welcher Typ Fonds war 2015 besonders gefragt? Finanzierungsfonds lagen unverändert vorn, büßten aber an Dominanz ein. 27 solcher Fonds mit einem Eigenkapitalzielvolumen von 14,4 Mrd. USD kamen hinzu. (2014: 48 Fonds mit 28,7 Mrd. USD Eigenkapital). Großer Gewinner waren Logistikangebote. Davon wurden 18 aufgelegt, die es zusammen auf 11,6 Mrd. USD Eigenkapitalvolumen bringen. Das Gros der Zuwächse im Logistiksektor entfällt auf China. Allein für das Reich der Mitte wurden sieben Logistikimmobilienfonds mit 6,3 Mrd. USD Eigenkapital aufgelegt. Nordamerika steuerte in diesem Sektor sechs Fonds mit 3,9 Mrd. USD Eigenkapital bei, Europa fünf Beteiligungsangebote mit zusammen 1,4 Mrd. USD Eigenkapital. Neu hinzugekommene Wohnimmobilienfonds bringen knapp 10 Mrd. USD auf die Waage (-15%).

Für 2016 sagt Swisslake einen deutlichen Anstieg der Zahl der neuen Fondsangebote voraus. Die Schweizer erwarten etwa 270 neue Produkte mit einem Eigenkapitalvolumen von 150 Mrd. USD. Das wäre eine Größenordnung, die Swisslake schon jeweils für die Jahre 2013 und 2014 errechnet hatte. Der Grund für die Prognose überrascht nicht. „Das niedrige Zinsniveau wird auch weiterhin für volumenstarke Kapitalströme sorgen“, schreibt der Investmentberater.

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